StartHeimatliebeWo ist die Liebe geblieben?

Wo ist die Liebe geblieben?

Weiblichkeit entfacht die Männlichkeit. Bild: Netzfund.

Vor einigen Tagen habe ich mal wieder meine Schachtel mit der Aufschrift „Sammelsurium“ aus der Versenkung geholt. Ich glaube, daß viele Menschen so ein Schatzkästchen besitzen, in dem sie ihre ganz persönlichen Kostbarkeiten sammeln und damit meine ich keinen Schmuck oder andere materielle Werte. Vielleicht sind es Fotos aus vergangenen Zeiten oder Briefe von einem geliebten Menschen, der nicht mehr auf der Erde weilt. Vielleicht sind es aber auch ganz persönliche Aufzeichnungen, Zeitungsartikel oder eine besonders schöne Muschel, die uns an eine glückliche Urlaubszeit erinnert. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Als ich so in meiner Sammelsuriums-Kiste wühlte, fiel mir ein Text in die Hände, den ich einmal aus einer Illustrierten ausgeschnitten hatte. Leider wurde wohl am Ende des Textes ein Stück Papier abgerissen, so daß ich den Namen des Verfassers/der Verfasserin nicht mehr nennen kann. Es geht um das totale Ausufern der Technik und daß kaum noch einer merkt, daß sogar unsere Gefühle inzwischen vom Reißbrett kommen. Wir bauen Zweier- bis Viererbeziehungen auf, prüfen dann die Stabilität des Fundaments und analysieren die Mechanismen emotionaler Prozesse. Hier kommt der Artikel:

Aber wo ist denn bloß die Liebe geblieben?

Ein junges Pärchen sitzt auf einer Bank im Park. Er streichelt ihr übers Haar und sagt: „Also weißt du, nicht daß ich hier so eine dumme Heile-Welt-Kiste aufbauen will, aber ich fühle mich mit Dir ganz wohl.“ Sie sieht ihn an und entgegnet: „Ja, ich finde auch, im Grunde genommen stimmt in unserer Beziehung alles total.“

Das ist Leidenschaft im auslaufenden 20. Jahrhundert. Von Liebe ist nicht die Rede. Verlangen, Sehnsucht, Wonne und Nähe …., ein umfangreiches Vokabular wird langsam aus dem Sprachgebrauch gekippt, sozusagen als Gefühlsschrott einer überwundenen Ära. Denkt man daran, was für Schindluder damit schon getrieben wurde, freut man sich darüber. Hört man aber, was an seine Stelle getreten ist, vergeht einem die Freude ganz schnell wieder. Es wird schon schwierig, wenn man einen Menschen benennen will, den man liebt. „Liebster“ oder „Geliebte“ sind ja wohl eindeutig von gestern! Das verwendet nur noch eine bestimmte Art von Presse und die meint etwas ganz anderes damit:

Fotomodell packt aus! „Ich war die Geliebte des Multimillionärs!“

Meistens behilft man sich mit dem vielzitierten Wort Partner oder Partnerin. Aber was ist ein Partner? Im Lexikon wird es so definiert: 1. Eine von zwei oder mehreren Personen, die gemeinsam ein Unternehmen besitzen. 2. Eine von zwei Personen, die zusammen tanzen. 3. Spieler im gleichen Team. Nicht gerade anheimelnd, diese Interpretationen. Und geradezu erschreckend, daß wir immer öfter über Liebes- oder Ehepaare so reden, als seien es Geschäftspartner. In Partnerschaften „investiert“ man. Auf diesem Startkapital aufbauend, beginnt nun der sog. Austausch: Die Partner geben einander „positive Bestätigung“, „emotionale Bezugspunkte“, eine gewisse „innere Sicherheit“ und natürlich „befriedigende sexuelle Erfahrungen“. Diese Güter laufen unter dem Begriff „Zuwendung“ . Als Verrechnungseinheit für diese Transaktionen gilt die „Streicheleinheit“. Bei dieser Art Beziehung müssen beide Partner darauf achten, daß sie möglichst viel profitieren. Gibt es mal Auseinandersetzungen, werden die Probleme „auf den Tisch geknallt“, daß die Fetzen fliegen.

Nur noch naive Menschen mit kindlichem Gemüt lassen sich zu solchen Sätzen hinreißen: Ich bin traurig, weil du mich nicht mehr liebhast. Ich bin froh, daß du gern bei mir bist und deshalb liebe ich dich.

Die Beziehung als technisches Problem

Paradoxerweise sind es gerade diese Beziehungstechnokraten, die gerne in Nostalgie schwelgen, ein ganz natürliches, veganes Leben propagieren und die moderne Zivilisation für viel zu hektisch und übertechnisiert halten. Sogar Frauen, die sonst energisch auf ihre Freiheit und Unabhängigkeit von Männern pochen, übernehmen mit Vorliebe diesen Slang einer technokratischen Männerwelt. Oft interessieren sie sich für Philosophie und sind in irgendwelchen Selbsterfahrungsgruppen, um sich selbst und ihre Gefühle zu analysieren (Anm. von mir: Solche Typen sitzen heute massenhaft im Bundestag).

Man versteht das besser, wenn man betrachtet, wie gesellschaftliche Ziele immer wieder neu formuliert werden. „Neue Formen des Zusammenlebens entwickeln, die Beziehung zwischen den Geschlechtern umbauen, alte Rollenklischees abschaffen. Ja, wir wollen die Probleme unserer Zeit genauso lösen, wie wir sie uns eingebrockt haben: nämlich technisch. Das wird auch deutlich in der weitverbreiteten Sucht nach immer neuen „Modellen“. Wo auch immer ein paar (grüne) Spinner etwas anders machen als andere, sei es in Timbuktu oder im Wohnhaus um die Ecke, kommen sofort die Pilger angereist mit der bangen Frage auf den Lippen: „Kann das ein Modell für die künftige Lebens-, Beziehungs-, Wohn-, Sprachform etc. sein?“ Mit anderen Worten: kann man diesen Prototyp in Serie geben?

Groß ist inzwischen die Anzahl der Menschen, die mit einem ganzen Haufen neuer Modelle auf den Schultern durchs Leben gehen und dementsprechend bedrückt dreinschauen. Oft hört man Sätze wie: „Also weißt du, ich finde es ganz toll, daß ich das mal gebracht habe, ein ganzes Wochenende nur zu Hause zu bleiben und allein zu sein.“ Daß man sich dabei vielleicht hundeelend gefühlt hat, tut nichts zur Sache. Es gibt bestimmt bald ein neues Modell, daß uns beibringen soll, wie wir mit dem Einsamkeitsgefühl umzugehen haben. Dann redet man großspurig von Selbstfindung und jeder glaubt genau wissen, wie Menschen am Ende dieser Suche aussehen müssen: wieder nach Modell F.

Wo ist bei diesem ganzen Irrsinn die Liebe geblieben?

Wo ist bei diesem ganzen Irrsinn die Liebe geblieben? Denn die Liebe war schon immer etwas, was sich einfach einstellte, was einen überkam, im schlimmsten Fall heimsuchte, was sich aber ganz bestimmt nicht mit dem Entwurf in der Hand realisieren ließ. Dramatisch oder nicht, die Liebe stößt uns zu, wir stellen sie nicht her und das Endergebnis entzieht sich immer unserer Kontrolle.

Liebe ist auch Risiko. Das heißt, ein aufgeklärter, moderner Mensch kann sich auf so ein windiges Unternehmen im Ernstfall nicht einlassen. Wer garantiert ihm dann noch, daß er sich den modernen Modellen gemäß verhält? Wer bewahrt ihn vor der Sehnsucht, dem Liebeskummer, dem Aufgehen im anderen? Herz, Schmerz, Liebe Leid …, besser weg mit dem ganzen Gefühlsplunder! Da baut man lieber eine ganze Palisade aus praktikablen Lebensmodellen um sich. So abgeschirmt, kann man mit dem nötigen Abstand eine leidlich funktionierende „Partnerschaft“ entwickeln.

Berechenbare Partnerschaften – da weiß man, was man hat

Da weiß man, was man hat und wie man darüber reden soll. „Ja, ich sehne mich nach dir. Ich gleite mich verlierend selbst mir aus der Hand ohne Hoffnung, daß ich das bestreite, was zu mir kommt wie aus deiner Seite, ernst und unbeirrt und unverwandt.“ Dieses Gedicht stammt von Rainer Maria Rilke. So etwas möchte heute kein Mensch mehr sagen, um einem Mann oder einer Frau seine Liebe zu gestehen. Aber mal ganz ehrlich: Man möchte es sagen dürfen.

***

Der obige Text ist schon ein paar Jahre alt, denn ganz offensichtlich wußte der unbekannte Verfasser noch nichts von den neusten „Modellen des puren Schwachsinns“, die uns und sogar unsere Kinder und Enkel heutzutage heimsuchen. Heute werden nicht nur „die Beziehungen zwischen den Geschlechtern“ umgebaut, sondern die Geschlechter gleich mit.

Die „neuen Formen des Zusammenlebens“ sehen heute so aus, daß wir von Schmarotzern aus aller Herren Länder überrannt werden, die uns bis aufs Blut ausplündern und unsere Kinder mißbrauchen und töten, während die verantwortlichen Strippenzieher insgeheim hämisch Beifall klatschen. Die „neuen Lebensmodelle“ sehen keine traditionelle Familie, keine Kinder oder Liebe zum eigenen Land mehr vor. Das ist rassistisch!! Der Prototyp, der heutzutage in Serie gegeben wird, ist gehirngewaschen und kaum noch eines eigenen Gedankens fähig, ist lesbisch, schwul oder weiß kaum noch, welchem Geschlecht er überhaupt angehören soll. Auf keinen Fall darf er noch ein normaler Mensch sein!! Staatlich unterstützt werden Abtreibung, Massenmigration, Genderverblödung und linke Gewalt gegen alles, was die Modelle des puren Schwachsinns ablehnt. Wie, frage ich mich, kann ein solches Land überleben???

Kommentarregeln: Bitte keine beleidigenden oder strafbaren Äußerungen. Seid nett zueinander. Das Leben ist hart genug.

8 Kommentare

  1. Liebe Doris, wiedermal ein super Thema was du da aufgegriffen hast.
    Ja die Liebe, eigentlich das wichtigste Gefühl im Leben, scheint sich verändert zu haben, ja sich fast schon im Auflösungsprozess zu befinden.

    Sicher gibt es die Liebe zum Lebennspartner, zu seinen Kindern und Angehörigen. Aber wo man auch hinschaut, man kann keine Liebe mehr finden, denn es kommt einem so vor, als regiert der Hass.
    Man heizt Kriege an, viele finden das in Ordnung, alle lassen das Leid aussen vor, man ist ja noch fern davon!!!

    Ich möchte aber Frieden für alle meine Brüder und Schwestern auf der Welt gerne manifestieren. Egal woher Liebe, Freiheit und Frieden kommt, denn diese drei gehören zusammen, wie eine Pflanze die nur so gedeihen kann, wie deine geliebten Rosen!

    Wo sind eigentlich die Friedensbewegungen in so schrecklichen Zeiten des Menschengemachten Hasses. Denn Krieg ist niemals gerecht, Krieg trifft immer die Falschen. Nicht an ihm ist gut und trotzdem wird er uns als gut verkauft.

    Ich möchte noch anfügen: Ich mache ja mein Leben lang Yoga, Meditation und Atemübungen.
    Ich gehe immer bewusst durchs Leben und schaue oft auch hinter die Fassade!
    Aber ich habe ein gutes Rezept für euch.
    ,, Nehmt ein Glas Wasser, auch das aus der Leitung ist belastet, aber nehmt das Wasser besprecht dieses Wasser mit dem Wort ,,Liebe”, oder Vertrauen, schaut hinein und gebt dem Wasser dieses Gefühl von Liebe mit, trinkt es und ihr werdet sehen , dieses Wasser wird die Liebe in euch tragen, auch wenn sie euch abhanden gekommen ist und euch gesunden lassen.
    Denn Wasser ist der Träger des Lebens und der Intelligenz und jede Platikflasche zerstört es.
    Danke dir Doris
    Liebe Grüße Ingrid

  2. Solch ein Land kann nicht überleben – zumindestens nicht in seiner Jahrtausende alten gewachsenen Struktur mit den dazu gehörigen Menschen. Und soll auch nicht. Das ist der “Zweck der Übung” des ganzen PC-/Gender-/ Rassismus- und sonstwas -Quatsches, der leider tödlicher Ernst ist! Denn mit derartigen Ideologien gehen wir endgültig “in de Poppes” (sehe gerade rechts auf dem Schirm den Titel von Fantareis).
    Das ist so gewollt, weshalb die Massen derart durch die Medien und Politiker konditioniert werden – bis hin zu den Kleinsten. Da hilft nur noch Aufwachen; den Wachsein ist ein gutes Mittel gegen Verschlafen. Wenn wir dieses geplante Projekt der menschlichen Kälte versäumen zu verhindern, haben “wir Geburtstag” – und zwar unseren letzten gehabt!!

    Gruß Rolf

    • @Rolf

      Sehen wir uns nur das gestrige Wahlergebnis in Niedersachsen an. Das erklärt alles! Da darf man wohl mit einiger Berechtigung von den “”Modellen des Schwachsinns”” reden.

  3. In Zeiten wo über uns der Himmel zusammenbrechen droht – die schöne heile Welt in Erinnerung bringen.

    Das war schon im WK II so.

    Wie sich das Rad doch unaufhaltsam dreht.

    Wo die Liebe geblieben ist?? hätte man sich fragen müssen als die Feministin die Frau zum Mann machte.

    • Aus ’Komm großer schwarzer Vogel’ von Ludwig Hirsch
      1928
      Eines Abends setzte sich ein alter Mann zu mir und erzaehlte:
      “Weisst Du, mein Sohn, irgendwann einmal,
      Kurz nach diesem gewaltigen, allerletzten Knall,
      Wenn’s auf der Erde nur mehr grosse, nackte Steine gibt,
      Mit einer fettigen, schwarzen Russschicht bedeckt,
      Wird ein grosses, weisses, strahlendes Raumschiff landen.
      Irgendwo zwischen dem ehemaligen Los Angeles
      Und dem verdampften Schwarzen Meer.”
      “Und diese fremden, hochgewachsenen Wesen
      Werden Pillen an Bord haben,
      Die sie uns Menschen als Geschenk ueberreicht haetten,
      So wie man immer, wenn man irgendwelche Wilde besucht,
      Ihnen kleine Geschenke ueberreicht.
      Pillen gegen die Traurigkeit haetten sie uns geschenkt,
      Wenn wir noch dagewesen waeren.
      Stell Dir wor, mein Sohn -”
      Sagte der alte Mann ganz traurig –
      “wunderbare, kleine Pillen gegen die Traurigkeit.”
      “Und diese fremden, hochgewachsenen Wesen
      Werden ihr Raumschiff verlassen,
      Sie werden sich umsehen und sofort wissen,
      Dass hier vor kurzem ein gewaltiger,
      Ein allerletzter Knall war.
      Und dann werden sie sich kopfschuettelnd
      Zwischen die grossen, nackten Steine setzen
      Und schwer durchatmen.
      Und jeder von ihnen wird schnell
      Eine Pille gegen die Traurigkeit schlucken.
      Einer von ihnen wird sogar mit dem Finger
      In die fettige, schwarze Russschicht an einem
      Grossen, nackten Steine schreiben:
      “Wir haetten so gerne gewusst, wie Du bist!
      Wie Du aussiehst! Wie Du sprichst!
      Mensch!”
      “Und dann ploetzlich wird einer von ihnen was rufen,
      Er wird rufen, dass er was gefunden hat.
      Und das wird ein alter, verbeulter, kleiner Filmprojektor sein,
      Mit einem eingespannten Film.
      Ja, warum nicht”, sagte der alte Mann.
      “Und sie werden sich freuen,
      Die hochgewachsenen fremden Wesen,
      Sie werden warten, bis es dunkel ist
      Und den Film auf ihr strahlendes, weisses Raumschiff projizieren.
      Und sie werden sehr staunen,
      Denn sie werden einen Micky Maus-Film sehen.
      Einen Micky Maus-Film, mit Donald Duck,
      Kater Carlo und Goofy.
      “Und diese fremden, hochgewachsenen Wesen
      Werden in ihr Raumschiff steigen und sagen,
      Sie waren lustig, diese Menschen.
      Sie haben lustig ausgesehen,
      Sie haben lustig gesprochen,
      Wir haetten unsere Pillen gegen die Traurigkeit
      Voellig umsonst ueberreicht.”
      Diese Geschichte hat mir der alte Mann erzaehlt.
      Ich habe nachgedacht und folgende Zeilen aufgeschrieben.
      An einem bestimmten Tag, im Jahr 1928,
      Standen sie ploetzlich links,
      Der seine Pflicht tuende Mond, und rechts,
      Die ihre Pflicht tuende Sonne,
      Am selben Himmel gegenueber.
      Erschreckt starrten sie sich an
      Und in diesem kurzen Schreckensmoment vergassen beide
      Fuer Bruchteile von Sekunden ihre Pflicht zu tun.
      Die Folgen waren verheerend.
      Bitte, dieser Tag sei in alle Ewigkeit verflucht!
      An diesem Tag wurde die Micky Maus geboren.

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