EUCHARISTIE. TEIL 3

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Photo by Sylvain Brison. Pixabay.

Aus der Betrachtungsreihe von Erzbischof Michel Aupetit über die Eucharistie

Mittelalter, Frühe Neuzeit/Reformation. Tridentinum, Vaticanum II.

In diesen von mir ausgewählten Auszügen beleuchtet Mgr Aupetit eucharistisch-liturgische Formen in Mittelalter und früher Neuzeit sowie Aspekte des Tridentinischen und des II. Vatikanischen Konzils.

Frühes bis spätes Mittelalter: eucharistische Adorationsformen (Anbetungsformen)

Von den frühen Jahrhunderten des Christentums und somit der Spätantike bzw. des Frühmittelalters spannt Erzbischof Aupetit den weiten Bogen zum hohen und späten Mittelalter. Betreffs der grundlegenden Liturgiestruktur und ihren Formen, in der lateinischen Kirche „Messe/Heilige Messe,“ in der griechischen „göttliche Liturgie“ genannt, stellt er erst einmal keine nennenswerten Änderungen fest.

Allerdings änderten sich über die Jahrhunderte hinweg verschiedene Praktiken.

Als Beispiel führt er zunächst das eucharistische Brot an, das seit der Karolingerzeit (ab etwa Mitte des 8.Jahrhunderts) als ungesäuertes Brot hergestellt und seit dort auch im Mund empfangen wurde – angemerkt sei hier nochmals, dass, angelehnt an das Gedächtnismahl Jesu, die Handkommunion im frühen und jungen Christentum Tradition war.

 Parallel zur Mundkommunion konstatiert Michel Aupetit zwei entscheidende Aspekte: zum Einen einen Rückgang beim (sonntäglichen) Kommunionempfang der Gläubigen, d.h. des Brotbrechens und Empfang des eucharistischen Brotes, wie es bei den frühen Christen an jedem Sonntag Usus war. Zum Anderen die Tatsache, dass davon nicht einmal mehr die Rede war. Es zeigte sich also eine Entwicklung, die sich von der ursprünglichen Stiftung Jesu, der Stiftung seines Mahls, sich im Brot den Menschen zu schenken, zu entfernen begann.

Dem Kultus der „reellen Gegenwart“ Christi wird nun in anderer Weise erheblich mehr Bedeutung beigemessen. Als Beispiel benennt der Erzbischof die Hinwendung zur Anbetung hin. Auch hier nimmt er zwei Aspekte in den Blick.

Er berichtet einerseits von der Elevation (Erhebung) von Hostie und Kelch während der Messe, um den hinter dem Priester versammelten Gläubigen, der offenbar bereits „Ad Orientem“ zelebrierte, die Möglichkeit der Anbetung von Jesu Leib und Blut während der Wandlung zu ermöglichen (eine Handlung, die auf Bitten der Gläubigen im Paris des 13. Jahrhunderts erfolgt sein soll).

Andererseits zeigt er die Anbetung des Leibes Jesu in der Hostie, nun als Altarsakrament bezeichnet, als eine neue Form der Adoration auf, die auch als eigenständige Andachtsform aus der Messe herausgelöst werden konnte – darüber hinaus verweist Michel Aupetit in diesem Zusammenhang auf die Entstehung des Fronleichnamsfestes 1246, d.h. der Verehrung des „Altarsakraments“, sowie auf die Entfaltung vielfältiger Messpraktiken.

So entwickelte sich eine Vielzahl von privaten Messen an Wochentagen, die mit wenigen Gläubigen als Votivmessen für bestimmte Anliegen sowohl für Lebende, als auch für Verstorbene gefeiert wurden. Hingegen fanden die Sonntagsmessen weiterhin „pro populo“ (für das Volk) d.h. mit der ganzen Gemeinde statt, die der für diese Gottesdienste zuständige Pfarrer zelebrierte.

Das Konzil von Trient

Aus dem Konzil von Trient (1545-63), mit dem der Erzbischof die Präsentation der Entwicklung von Mittelalter und Früher Neuzeit abschließt, stellt er den Lesern vor allem die von diesem festgelegte Hauptdefinition zur Eucharistie heraus:

die Definition der Messe als unblutiges Opfer, bei dem das Kreuzesopfer Christi gegenwärtig sei und das sowohl für die Lebenden, als auch für die Toten dargebracht werde. Erzbischof Aupetit zitiert in diesem Gesamtkontext Papst Johannes Paul II. (Teil 24, Aupetit), der in seiner Enzyklika Ecclesia de eucharistia (Die Kirche lebt aus der Eucharistie), auf die Aupetit in einem späteren Kapitel mehrfach eingeht, das Thema des Opfers konzentriert aufgriff. Die Aussagen des Papstes decken sich z.T. mit denen des Tridentinischen Konzils: „Das Opfer Christi und das Opfer der Eucharistie sind ein Opfer“ (EE Nr.13). Sie gehen jedoch folgerichtig über den Opfertod hinaus und weisen, wie beide Kleriker betonen, auf die Überwindung des Todes durch Jesu Auferstehung hin: „Das eucharistische Opfer macht nicht nur das Geheimnis des Leidens und des Todes unseres Erlösers gegenwärtig, sondern auch das Geheimnis seiner Auferstehung“ (EE Nr.14). 

Bezüglich der Form der Liturgie spricht Erzbischof Aupetit insbesondere zwei Entscheidungen des Konzils an:

Das 1570 von Papst Pius V. herausgegebene römische Messbuch, in dem er z.B. ältere Messzelebrationen wie jene mit kleinen Versammlungen von Gläubigen wiederaufnahm. Des Weiteren auch jener und m.E. folgenschwere Entscheid, die Messfeier in der Volkssprache zu verbieten – man solle dem Volk stattdessen die lateinischen Texte erklären.

 Mit einer Überlegung, die in manchen, vor allem sehr konservativen katholischen Kreisen wieder massiven Widerspruch ernten wird, leitet Erzbischof Aupetit vom Tridentinum zu seinem Kapitel über das Vaticanum II über: „Die liturgische Entwicklung drückt die Art und Weise aus, wie die Kirche diese eucharistische Gnade gemäß den Bedürfnissen des Volkes und jeder Epoche bezeugt“ – womit er keine Anpassung von Glaubenswahrheiten an den Zeitgeist meint und im Zentrum ohne Wenn und Aber Jesus Christus benennt.

Gedanken einer Christin

Möglicherweise hatte Michel Aupetit bei dem zitierten Schlusssatz zum Tridentinischen Konzil die Verfügung Pius‘ V. vor Augen, der beabsichtigt wie auch befohlen hatte, die später als Tridentinische Messe bezeichnete Liturgiefeier für „immer“ einzusetzen und in der Apostolischen Konstitution „Quo Primum“ untersagte, ihre Liturgie jemals wieder zu modifizieren oder gar abzuschaffen – eine Forderung, die an Vermessenheit schier nicht zu überbieten ist. Die die Kompetenz eines Papstes, die er glaubt über seinen Tod hinaus zu haben, weit überschreitet wie auch von seiner Selbstvergessenheit zeugt, dass seine Nachfolger im Papstamt die gleiche Verfügungsgewalt innehaben würden, die er zu besitzen glaubte (was auch die Traditionalisten und andere Anhänger der Tridentinischen Messe zu vergessen scheinen).

Denn immerhin gab es bereits vor dem Tridentinum rund 1500 Jahre lang eine auf Christus gegründete Kirche mit authentischen Liturgien. Auf die sich Pius V. immerhin in Teilen bezog. Denn er ließ vor dem Hintergrund der „Bewahrung und Vereinheitlichung der von den Reformatoren kritisierten Messfeier“ eine „überarbeitete und gereinigte“ Fassung des Missale Romanum (Römischen Messbuchs) nach der „altehrwürdigen Norm der Väter“ herausgeben. 

Ein Auszug aus der päpstlichen Bulle Quo Primum mag die Macht und Befehlsgewalt, in denen sich die Herrscher-Päpste über Jahrhunderte wähnten, veranschaulichen – eine Macht und Befehlsgewalt, die der Botschaft Jesu Christi diametral entgegensteht. Sowohl seinem Auftrag zu seinem in der Gegenwart weiterlebenden Gedächtnismahl „Tut dies zu meinem Gedächtnis“, welches auch ein gemeinschaftsbildendes Mahl aller Teilhabenden beinhaltet, als auch seinem Auftrag an Simon Petrus: „Weide meine Schafe!“

Denn „weiden“ bedeutet „hüten, Acht haben“ auf die Schafe, die den Hirten anvertraut wurden. Nicht sie beherrschen, ihnen befehlen, ihnen ständig mit Strafe drohen.

Hier der Textauszug der genannten Papstbulle:

„…setzen Wir durch diese Unsere ewig gültige Konstitution unter ANDROHUNG Unseres Unwillens als STRAFE fest und ordnen an: fürderhin soll in allen kommenden Zeiten auf dem christlichen Erdkreis in allen Patriarchalkirchen, Kathedralen, Kollegiaten und Pfarreien, in allen weltlichen, klösterlichen … in allen militärischen und ungebundenen Kirchen oder Kapellen …nicht anders als nach dem von Uns herausgegebenen Missale gesungen oder gelesen werden, auch wenn diese Kirchen irgendwelche Ausnahmen genießen…außer wenn sie gleich von ihrer vom Apostolischen Stuhl gutgeheißenen Errichtung an oder aus Tradition bei der Messfeier einen mindestens zweihundertjährigen Ritus in eben diesen Kirchen ohne Unterbrechung eingehalten haben…

 … Allen anderen genannten Kirchen jedoch benehmen Wir damit den Gebrauch ihrer Missalien, verwerfen sie von Grund auf und vollständig und setzen fest, dass diesem Unserem gerade herausgegebenen Missale niemals etwas hinzugefügt, weggenommen oder an ihm verändert werden dürfe.

 Streng befehlen Wir jedem einzelnen Patriarchen und Verwalter der vorgenannten Kirchen, … sie sollen die bisher gewohnten Weisen und Riten (auch die aus den alten Messbüchern) in Zukunft ganz und gar aufgeben, völlig verwerfen … sie sollen nicht wagen, bei der Messfeier andere Zeremonien und Gebete als die in diesem Missale enthaltenen hinzuzufügen oder vorzulesen…“ (14.Juli 1570).

 Nun hatte Papst Paul VI. jedoch im Zuge des II. Vatikanums diese Verfügungen von Pius V. aufgehoben, Verfügungen, die seiner, von ihm erachteten notwendigen Liturgiereform von 1969 entgegenstanden (Wikipedia Pius V., Paul VI.). Herausgegeben wurde diese kraft seines Amtes in der „Apostolischen Konstitution“ Missale Romanum vom 3. April 1969.

Doch bereits sein Vor-Vorgänger, Papst Pius XII., hatte „gewagt“, an den Grundfesten liturgischer Befehle und Verbote von Pius V. zu rütteln. Denn letztgenannter hatte schon vier Jahre vor seiner Bulle Quo Primum strengste Anordnungen betreffs einiger Messfeiern getroffen, insbesondere zuungunsten der abendlichen Messen, einer urchristlichen und altkirchlichen, dann allerdings rückläufigen Tradition. Er verbot unter harter Strafe, die die Suspension a divinis, d.h. die Amtsenthebung der Kleriker einschloss, jegliche Abendmessen, einschließlich der abendlichen Feier der Osternacht (Bulle Sanctissimus, 1566); eine Ausnahme stellten wohl weiterhin die mitternächtlichen Christmetten dar. Am Josephstag (19.März) 1957 hob Papst Pius XII. dieses untragbare Verbot auf und genehmigte ab sofort die abendlichen Messfeiern.

Insgesamt kann ich nicht nachvollziehen, was für die Traditionalisten an den Anordnungen dieses Pius V. so anziehend sein soll, verkörpert doch der alte, von ihm festgelegte „überlieferte Ritus“ nicht nur ästhetische Formen, welche die Tradis immer wieder hervorheben, sowie den von ihnen betrachteten „einzig wahren Ausdruck“ ihres Glaubens – der übrigens in seiner liturgischen Grundstruktur, wieder entgegen der Botschaft Jesu, eine Trennung von Klerikern und Laien betont –, sondern er steht auch für das Gedankengut unversöhnlicher, machtorientierter Herrscherpäpste.

Bei meiner Auseinandersetzung mit den Texten von Papst Paul VI. zur erneuerten Messliturgie wird mir die Bedeutung und die Tiefe seiner Intention bewusst (s.u.). Mir ist daher die Ablehnung des „neuen“ Messritus durch die Traditionalisten völlig unverständlich.

Das II. Vaticanum. Die „aktive Teilnahme des Volkes Gottes“

Kehren wir daher noch einmal zu den Erläuterungen von Mgr Michel Aupetit zurück. Mit seinen Darlegungen zum II. Vatikanischen Konzil ist Erzbischof Aupetit in der Epoche der Gegenwart angekommen. Zum zweiten Mal machte er einen weitgreifenden Zeitsprung, in dessen zeitlichem Raum von gut 400 Jahren sich allerdings an Form und Formeln der Liturgie seit den Festlegungen im Tridentinischen Konzil bis Ende des 19. Jahrhunderts, vor allem aber bis zum II. Vatikanischen Konzil (1962-65) nur wenig verändert hatte.

 Im Gegensatz zu den Vorgaben des Tridentinum, die nicht nur in liturgischer Hinsicht häufig von Starrheit geprägt sind, „kennzeichnet das Vaticanum II,“ wie Michel Aupetit anschaulich darlegt, „… eine missionarische Dynamik,“ die von den „liturgischen Veränderungen“ widergespiegelt werden, welche „die Notwendigkeit der Bekehrung des Volkes Gottes“ ausdrücken. Aupetit erläutert damit in einem einzigen einprägsamen Satz die Intention von Papst Johannes XXIII., der das Konzil einberief, „um der Verkündigung des Evangeliums neue Kraft zu verleihen,“ um es mit neuem „Enthusiasmus in alle Winkel der Erde zu tragen“ (so Kardinal Angelo Comastri, der Johannes XXIII. aus seinen handgeschriebenen Aufzeichnungen zitierte, in: tv2000/Bel tempo si spera, 60 anni fa veniva eletto Papa Giovanni XXIII = Vor 60 Jahren wurde Joh. XXIII. zum Papst gewählt, 23.10.2018).

 Über die Eucharistie selbst gebe es keinen spezifischen Text, „nichtsdestoweniger ist sie in zahlreichen Texten präsent“, so Michel Aupetit, und werde den Gläubigen als „Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens“ ans Herz gelegt (Dogmatische Konstitution Lumen Gentium Nr.11). Ihre „liturgischen Umgestaltungen“ – um seinen oben zitierten Gedankengang noch einmal aufzugreifen und im folgenden darzulegen – kehren zu „der Verwurzelung des Volkes Gottes im Wort“ zurück (s. Eucharistie, Teil 2), was einen „viel breiteren Zyklus biblischer Lesungen“ entfalten ließ; die liturgischen Veränderungen erforderten die „aktive Teilnahme“ des Gottesvolks „an der Danksagung, damit es missionarisch wird.“

Insgesamt weist der Erzbischof auf wesentliche Bausteine der nachkonziliaren Messe hin:

so auf den Bußritus als Akt der Versöhnung mit Gott und den Mitmenschen, der zu Beginn jeder Messe gesprochen wird wie auch, unter Berücksichtigung verschiedener eucharistischer Gebete und der Konzelebration, auf das laute, die Gemeinde einbindende Rezitieren des eucharistischen Hochgebets und auf die nun eingefügte Rezitation der Epiklesis (s. Eucharistie, Teil 2).

 Eine der Neuerungen erlaubt die grundsätzliche Möglichkeit, die Eucharistie in beiderlei Gestalt zu kommunizieren, eine weitere war die Rückkehr zur Landessprache bzw. die Möglichkeit dafür zu schaffen, diese jederzeit anwenden zu können. Alles in allem, hebt Aupetit hervor, wurde Wert daraufgelegt, die Texte und Riten mit großer Klarheit auszudrücken, um die Heiligkeit ihrer Bedeutung den Menschen verständlich werden zu lassen (Konstitution über die Heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium Nr.21).

Das Eucharistische Gebet – Mittelpunkt der Messe

Das vom Tridentinischen Konzil beschlossene und, wie oben erwähnt, durch Papst Pius V. herausgegebene einheitliche Messbuch „Missale Romanum“ wurde im Zuge des II. Vatikankonzils mehrfach erneuert. In seiner Betrachtung zur Eucharistie bezieht sich Erzbischof Aupetit auf die Apostolische Konstitution von 1969, die von Papst Paul VI. unterzeichnet wurde. Dieser hatte nach dem Beschluss der liturgischen Konstitution „Sacrosanctum Concilium“ des Vaticanum II das Messbuch überarbeiten lassen.

 Als „wichtigste Neuerung“, so Michel Aupetit, hebe Paul VI. darin das eucharistische Gebet hervor – Mgr Aupetit zitiert seinen Text, in welchem insbesondere auf die Präfation mit den variablen, dem jeweiligen Fest entsprechenden Formulierungen verwiesen werde wie auch auf den „Canon actionis“, den Teil des Hochgebets, der das Sanctus und die Einsetzungsworte Jesu enthält. Dieser Text bewahrte seit etwa dem 4. Jahrhundert eine unveränderliche Formulierung.

Mit dem Verweis auf die Vielfalt der Anaphoren, d.h. dem eucharistischen Gebet mit den großen Lob- und Dankgebeten, die den orientalischen „göttlichen Liturgien“ immanent sind, habe Paul VI. beschlossen, „diesem Gebet drei neue Kanons hinzuzufügen (es sind dies Kanon II-IV. Bis dahin gab es 1400 Jahre lang lediglich ein einziges Hochgebet, welches dem heutigen Hochgebet I entspricht). „Aus pastoralen Gründen,“ zitiert Mgr Aupetit den Papst weiter, „und um die Konzelebration zu erleichtern, wollten Wir jedoch, dass die Worte des Herrn, die Einsetzungsworte, in jeder Form des Kanons identisch sind. Der Zweck des eucharistischen Gebets ist es, uns mit den Worten des Herrn zu verbinden, weil sie die totale Gabe ausdrücken, die er mit sich selbst macht. Dieses Geschenk begründet und leitet das christliche Leben. Wenn der Priester diese Worte spricht, vereint er sich immer mehr, und mit ihm ebenso die Gläubigen, zur Eucharistie Jesu. Die Eucharistie lässt uns immer wieder der unendlichen Liebe Gottes begegnen“ – so Papst Paul VI. oder, wie Erzbischof Aupetit es vielfach in seinen Predigten ausdrückt: sie lädt uns zum „Rendezvous der Liebe“ mit Christus ein.

Quellen
– Mgr Michel Aupetit, Entretiens sur la messe de Mgr Michel Aupetit, parties 10, 11, 24
(Auszüge aus den „Abhandlungen über die Messe“, Teile 10, 11, 24)
paris.catholique.fr, Diocèse de Paris, Mgr Michel Aupetit, archevêque de Paris (Übersetzung und Rezeption: Dr. Juliana Bauer

 – Zur Bulle Quo Primum von Papst Pius V.

https://www.kathpedia.com/index.php?title=Quo_primum_(Wortlaut)

– Video „Messe der Krankensalbung“, französische Nationalwallfahrt nach Lourdes, 14.06. 2021

Messe d‘onction, pèlerinage national le 14/08/21 en direct de Lourdes

Zur lebendigen Veranschaulichung von Elevation und Brotbrechen in der Eucharistiefeier

Zur Wandlung

Min. 1:18:24 – 1:18:57 Elevation des Brotes. Min. 1:19:19 – 1:20:15 Elevation des Kelches

Das Video zeigt, gerade für die am Bildschirm Mitfeiernden, das verwandelte Brot und den Kelch mit dem verwandelten Wein in seiner großen Schönheit, von der alle anwesenden Gläubigen berührt werden. Es zeigt die heilige Handlung für alle Gläubigen, die in diese mit hineingenommen werden:

1.18:49 – 1:18:56 und 1:19:22 – 1:19:28

Das Brotbrechen
Min. 1:27-1:27:47

1:27:58 – 28:05, zeigt die tiefe Ehrfurchtshaltung in der „neuen“ Messe, die dieser von den Tradis meist abgesprochen wird; so auch das Agnus Dei mit der erneuten Elevation des verwandelten Brotes: 28:32 -45

Kommentarregeln: Bitte keine beleidigenden oder strafbaren Äußerungen. Seid nett zueinander. Das Leben ist hart genug.

5 Kommentare

  1. Zur Info: Von Papst Benedikt XVI. / Joseph Kardinal Ratzinger
    Auszug aus seinem Buch: “Gott ist uns nah – Eucharistie, Mitte des Lebens.” Sankt Ulrich Verlag.

    “Zunächst möchte ich sagen, dass beide Haltungen möglich sind und alle Priester darum bitten, die Toleranz zu üben, die eines jeden Entscheidung anerkennt; ich möchte darüber hinaus Sie alle bitten, solche Verträglichkeit zu üben und nicht den anderen zu verdächtigen, der sich zu einer bestimmten Form entschieden hat. Aber Sie werden fragen: Ist hier eigentlich Toleranz die rechte Antwort? Oder ist sie nicht bei diesem Allerheiligsten fehl am Platz? Nun, wiederum wissen wir, dass bis zum 9. Jahrhundert die Kommunion stehend in die Hand empfangen worden ist…
    … dass unmöglich die Kirche 900 Jahre lang unwürdig die Eucharistie gefeiert haben kann. Wenn wir die Texte der Väter lesen, sehen wir, aus welchem Geist der Ehrfurcht heraus sie kommuniziert haben. Bei Cyrill von Jerusalem im 4. Jahrhundert finden wir einen besonderen schönen Text. Er schildert in seinen Taufkatechesen den Kommunikanten, wie sie es machen sollen. Sie sollen vorgehen, ihre Hände zum Thron bilden, die rechte auf die linke legen, damit sie ein Thron für den König sei und zugleich ein Kreuz darstelle…
    … Die ausgestreckte, geöffnete Hand kann so zum Zeichen dafür werden, wie der Mensch sich dem Herrn entgegenhält, seine Hände öffnet für ihn, damit sie Werkzeug seiner Nähe, Thron seiner Erbarmung in dieser Welt werden…”

    Zu Paul VI.: ja, es ist bekannt, dass er auch sehr autoritäre Züge hatte. Dass er z.B. den Bischöfen verbot – den Bischöfen, den Hirten! -, über Themen zu diskutieren, die ihm nicht gefielen wie über Priesterheirat u. Zölibat. (Und die Bischöfe wieder im Gehorsams-Wahn versanken). Nur – Jesus hat Simon Petrus nicht als Befehlshaber eingesetzt, sondern als Hirte, der seine Schafe “weiden” soll.
    Wir hatten schon so oft unwürdige u. ungeeignete Nachfolger von Petrus. Die lange Geschichte der Kirche, die über Jahrhunderte zu einem Macht-Apparat wurde, ist voll davon.

    Den “bösen” Pius V. betr.: man kann doch lesen, was er selbst an Anordnungen herausgab. In denen es von Verboten u. Befehlen wimmelt. Auch ist bekannt, dass er nicht nur Reformer der Liturgie u. der Kurie war, mit Hilfe der “Hl. Allianz” die Christen gegen die Muslime schützte, sondern auch
    “die französischen Katholiken in ihrer Verfolgung der Hugenotten …unterstützte…, die er vollständig vernichten wollte und deshalb dem Religionsfrieden von St-Germain-en-Laye 1570 widersprach. Pius vertrieb zahlreiche Juden aus dem Kirchenstaat…” (Ökum. Heiligenlex.)
    Das war weder ein Heiliger, noch vielfach ein würdiger Nachfolger Petri, wie ihn Jesus einsetzte.

  2. Das war ja klar, Herr Rhau. Aber ich schätze unsere Diskussionen.

    Nun – auch Benedikt XVI. sprach davon – ich habe seinen Aufsatz jetzt nicht präsent -, dass bis etwa ins 8.Jh. die Handkommunion üblich war. In manchen Berichten wird in etwa vom Jahr 1000 gesprochen, in anderen, regional bezogen, vom 6.Jh.. Benedikt, der zwar die Mundkommunion bevorzugte, sprach jedoch den Gläubigen, die die Handkommunion praktizieren, keineswegs ihre würdevolle Haltung ab. Und ich sah viele würdig sich verhaltende Handkommunion-Empfänger.
    Es gibt nämlich auch ein unwürdiges Verhalten bei der Mundkommunion. Ich erlebte einmal das Ausspucken der Hostie… Oder das bitterböse Maul eines ach so frommen Katholiken kurz vor o. kurz nach dem Kommunionempfang…
    Bei der Mitfeier (im Internet) der Messen von Mgr Aupetit, dessen Predigten ich ja oft übersetzte, sah ich, dass viele Leute in Paris die Mund-, viele die Handkommunion praktizierten. Mgr Aupetit ging auf alle normal ein. Viele, auch Handkommunion-Empfänger, machten sogar kurz vor dem Empfang der Hostie eine Kniebeuge – was ich in Deutschland nie sah.

    Fakt ist, dass z.B. im gallikanischen Ritus, so die Berichte, dem bis etwa ins Jahr 800 gültigen Ritus im Frankenreich, die Handkommunion üblich war. In einer Predigt des Bischofs Caesarius von Arles (470-542) heißt es, jedoch gut 200 Jahre früher:
    “Alle Männer waschen sich die Hände, bevor sie zum Altar treten, und die Frauen halten ein reines Tüchlein, worauf sie den Leib Christi empfangen.” Eine der Quellen, die über den Kommunionempfang im römisch-fränkischen Ritus aus dem 8.Jh. berichten, heißt es:: “Anschließend steigt der Bischof von seinem Sitz herab und reicht die Kommunion dem Volk, das ihm seine Hände entgegenhält …”

    Das Konzil von Rouen im Jahr 878 erklärte dann die Mundkommunion zur gültigen Norm und verbot den Priestern die Spendung in die Hand, die Durchsetzung dauerte wohl. Hintergrund war die wachsende Überzeugung der Kirchenoberen, dass nur ein Geweihter das eucharistische Brot, den Leib Jesu, berühren dürfe. Dann dürften aber auch die bösen Zungen der Menschen den Leib Jesu nicht berühren.
    Und – die vielen sündigen Kleriker dürften den Leib Jesu ebenso wenig berühren. Gerade Missbrauchstäter vergreifen sich am Leib Christi…
    Wie wäre es, wenn die ach so reinen, zölibatären Kleriker beim Waschen ihrer Genitalien Handschuhe anziehen würden? Damit ihre Hände nicht den Leib Christi verunreinigen…

    Und was Jesus betrifft: er war nun einmal Jude u. kein Christ der nachfolgenden Jahrhunderte. Sein Gedächtnismahl bettete er in die jüdische Tradition von Schabbat-Mahl u. Pessach-Mahl ein, in denen das Brot an die Mitfeiernden ausgeteilt wird. In die Hand, es wird nicht in den Mund gesteckt.
    Man weiß ja auch nicht, ob es nicht viel mehr Jünger waren, die an Jesu letztem Mahl teilnahmen u. nicht nur die Zwölf, von denen die Evangelien erzählen (in denen durchaus auch interpretative Berichte zu finden sind u. nicht nur historisch haltbare). Die 12 ist nämlich auch eine bedeutende biblische Symbolzahl.
    Ich weiß, dass die Tradis immer die Geschichte von Jesu Mundkommunion an die Jünger behaupten. Aber viele Tradis kennen ja noch nicht einmal den Großteil der biblischen Schriften, diese Erfahrung machte ich. Sie beharren häufig allein u. verbissen auf der “Tradition.” Doch auf welcher?
    Sie vergessen, dass Jesus nun einmal Jude war. Und kein tridentinischer Christ.

    Die Aussage eines Münchner Benediktiners zu dieser Streitfrage ist m.E. sehr überzeugend:
    “Die Handkommunion ist ebenfalls würdig. Wenn die Gläubigen eine würdevolle Haltung einnehmen u. Christus mit Liebe im Herzen u, mit innerer Ehrfurcht entgegentreten. Und es darf nicht vergessen werden: Hände tun nicht nur Böses, sie tun viel Gutes. Die Hände der Eltern berühren Kinder zärtlich, Hände berühren den Ehepartner zärtlich, sie pflegen kranke u. alte Menschen. Sie packen mit an, wenn tatkräftige Hilfe nötig ist… Und diese Hände halte ich Christus entgegen. Um ihn zu empfangen.”

  3. Noch zur Kommunionteichung:
    was man so behauptet, ist eine Sache, und was man an Hand der Quellen belegen kann, eine andere. Wir wissen ja nicht einmal, in welcher Form der Herr seinen Aposteln die eucharistischen Gestalten gereicht hat. Daß in der frühen Kirche die Handkommunion allgemein üblich gewesen sein soll, ist auch eine Behauptung, nicht mehr. Aber zu suggerieren, daß bis ins 8. Jhdt. die Handkommunion allgemein praktiziert wurde, ist schlichtweg unredlich. Wir wissen aus dem Quellen genau, daß das Gegenteil der Fall ist.

    Und genau so wenig wird bis ins 8. Jhdt. in der Volkssprache zelebriert – woher nimmt das EB Aupetit nur?? Hat er sich auf die modern(istisch)en Liturgiewissenschaftler verlassen (dann ist er einfältig) oder verläßt er sich darauf, daß es sein Publikum nicht besser weiß ( dann ist er intellektuell unredlich).

  4. Ich setzte unter den Absatz mit dem Bann ein smiley, was mir der Blechtrottel aber nicht durchgehen ließ.

  5. Es wird Sie nicht wundern, daß ich wieder einige Kommentare zu machen habe.

    Die Handkommunion in der früher Kirche ist eine These, keine historisch erwiesene Tatsache. Und daß sie bis zum 8. Jhdt. allgemeine Praxis gewesen sein soll, ist jedenfalls absurd.
    Die Messe ist PRIMÄR kein Gedächtnismahl, das behaupten nur Luther und Calvin ( und die Modernisten)
    Der Priester zelebriert nicht “bereits” ad orientem, die angebliche frühere Zelebration zum Volke hin ist ein falscher Mythos.
    Pius V. hat die Zelebration in der Volkssprache in der katholischen. Kirche nicht verboten, es gab sie schlicht und einfach nicht. Das Verbot richtet sich gegen die Reformatoren und deren Bestrebungen.
    Trient definiert ( gegen die Reformation), daß derjenige im Banne sei, der behauptet, die Messe MÜSSE in der Volkssprache zelebriert werde ( übrigens gibt es einen fast gleichlautenden Beschluß der russischen Kirche 1917). Ich fürchte, ich fürchte, daß Sie und EB Aupetit unter diesen Bann fallen… ?
    Wie Sie richtig sagen, ist die Messe Pius’ V. eine überarbeitete Neufassung der vorherigen, keine Neuschöpfung von Liturgieingenieuren à la Bugnini, daher auch nicht vergleichbar mit
    dem NOM von 1969.
    Nochmals: es gibt keine “Rückkehr” zur Landessprache.
    Das “Hochgebet I” entspricht nicht dem römischen Kanon, ist nur irgendwie an diesen angelehnt.
    Hat denn Montini den NOM 69 weniger autoritär eingeführt als seinerzeit der böse, böse Pius V. die trid. Messe?? Das ist wohl ein Scherz. Aber während Pius V. die Weisheit besaß, alle Riten mit 200-jöhriger Tradition weiterbestehen zu lassen, wollte Montini die tridentinische Messe ausrotten.
    Das ist auch verständlich, denn ebenso wie einst Luther und Calvin wollten er und seine Hintermänner die katholische Tradition ( und nicht nur die liturgische) zerstören. Daher konnte und kann es in der Konzilskirche auch auf Dauer kein Nebeneinander der beiden Fornen geben: der gemäßigte Modernist Ratzinger täuschte über diese Situation hinweg, Bergolio ist hier wieder gleich konsequent wie einst Montini (wie Sie ja vielleicht wissen, dürfte eine Endlösung für den trid. Ritus in Arbeit sein). Dennoch muß man wohl jein Prophet sein, vorherzusagen, daß die alte Messe den Antipapst Bergolio überleben wird.

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