StartChristentum, Hoffnung und TranszendenzNOTRE DAME von Paris: Sie wird „schöner werden, denn je“

NOTRE DAME von Paris: Sie wird „schöner werden, denn je“

Präsentation des wiedererstehenden Ortes des Gebetes, der Schönheit … und der brüderlichen Aufnahme aller

Ein Zwischenruf von Dr. Juliana Bauer

Der Erzbischof von Paris, Laurent Ulrich (en français: ÜLRÌK) – „dr Ulrich“, wie ich Alemannen sagen hörte – schien kürzlich aus einer Traumwelt erwacht zu sein. Denn, als er und sein Domdekan am 25.Juni den fertigen Plan zur Neugestaltung des Innenraums von Notre Dame der Öffentlichkeit präsentierten –

dessen konstruktive Vorarbeiten bereits 2020 und 2021 unter Erzbischof Aupetit erfolgt waren –, äußerte er sich, wie das Internet-Journal Aleteia berichtete, „angesichts des höllischen Spektakels“ des am 15.April 2019 in die Tiefe stürzenden brennenden Vierungsturms, dass es „einer sehr starken Hoffnung und viel Vorstellungskraft“ bedurfte, „um sich vorzustellen, dass die Kathedrale aus ihrer Asche auferstehen könnte.“

Nun – die Kathedrale geht schon seit den ersten Monaten nach dem verheerenden Brand ihrer Auferstehung entgegen. Und von Anfang an war die Hoffnung und die Vorstellungskraft der Pariser Gläubigen wie der Pariser Nicht-Gläubigen immens, dass ihre „geliebte Kathedrale“ wieder auferstehen würde.

Angeregt, ja buchstäblich voller Hoffnungsfreude und Zuversicht angefeuert von ihrem ehemaligen Erzbischof Michel Aupetit, der schon zwei Monate nach der Katastrophe eine Messe zum Weihetag des Gotteshauses in einer der unbeschädigt gebliebenen Kapellen feierte. Der dort jedes Jahr während der Karwoche eine Gebetsstunde wie die Verehrung der Dornenkrone Christi oder die Fußwaschung nach dem Johannesevangelium initiierte, von spirituell auserlesenen Musikwerken begleitet. Seine Absicht war, „Paris, Frankreich und die Welt“ daran zu erinnern, dass Notre Dame in ihrer Schönheit und der „Genialität großer Handwerkskunst“ weiterhin ein lebendiger Ort des Gebetes ist und bleiben wird.

Und der bei der Messfeier zum Weihetag 2021, seinem letzten Weihetag als Erzbischof von Paris, den zahlreich am Bildschirm versammelten Gläubigen voller Begeisterung zurief: „Wir sind so glücklich, dass unsere geliebte Kathedrale, die den Ruin riskierte, jetzt gesichert ist. Nun treten wir in die Restaurierungsphase ein. Die Kathedrale wird schöner werden, denn je und das erfüllt unsere Herzen mit Freude und mit Hoffnung.“

Notre Dame – „ein Ort … der brüderlichen Aufnahme aller“. Auch für die AfD-Anhänger aus Allemagne?

Fünfzehn Millionen Besucher werden in den ersten Monaten nach der Wiedereinweihung des Gotteshauses am kommenden 8.Dezember, den Monaten des Feierns, die bis Pfingsten 2025 dauern sollen, erwartet. Und alle sind, wie Erzbischof Ulrich betont, willkommen. Denn: „Notre-Dame ist ein Ort des freudigen Zeugnisses unseres Glaubens und der brüderlichen Aufnahme aller.“

Der brüderlichen Aufnahme aller!

Ist die Kirche wirklich ein Ort der brüderlichen und schwesterlichen Aufnahme aller? Wie sieht es denn in Deutschland aus? Wie würden viele Bischöfe und viele Laienchristen handeln, wenn der Dom zu Köln, das Münster zu Freiburg, die Liebfrauenkirche zu Dresden nach einer solchen Trägödie heute wiedereingeweiht würden? HEUTE! Wie würden sie heute handeln? Sie, die glauben, die Botschaft Jesu zu verkünden und zu leben?

Indem sie politisch nicht Überzeugende oder für sie selbst Untragbare ausschließen aus ihren Kreisen… Aus dem Kirchengemeinderat, aus kirchlichen Verbänden, aus der Pfadfinderschaft… Anstatt mit den Menschen im Gespräch zu bleiben, sie von den christlichen Werten zu überzeugen.

Die durchaus auch, z.B. bei der Asylfrage, differieren können. Denn ist es ein christlicher Wert, radikalen, frauenverachtenden und gewaltbereiten Jungmännern aus einem völlig anderen Kulturkreis nicht zu wehren und ihnen unsere Frauen und Mädchen mehr oder weniger auszuliefern? Wie der jämmerliche Erzbischof von Hamburg, für den die „Aufnahmekapazität“ unseres Landes „noch lange nicht ausgereizt ist…“

Ein Vorspiel für den Ausschluss nicht-konformer Mitbürger lieferten die neudeutschen Christen ja bereits während der Corona-Zeit. Als man z.B. in einer Pfarrei der Diözese Fulda den nicht-geimpften Kranken die Krankenkommunion verweigerte und dies als mitmenschliche Vorsichtsmaßnahme deklarierte. Was den verantwortlichen Geistlichen und MitarbeitEN-DEN nicht nur Herzenshärte und völlig unchristliches Verhalten bescheinigte, sondern auch ein himmelschreiendes Unwissen über das Handeln der frühen Christen um die Apostel, denen die Fürsorge jeglicher Kranker sehr am Herzen lag.

Würden vor unseren Domen katholische, evangelische Demonstranten, die in ihrer Arroganz und Besserwisserei glauben, die besseren Christen zu sein, mit Plakaten stehen, auf denen zu lesen wäre: „AfD-Wähler, AfD-Mitglieder unerwünscht. AfD-Mitgliedern Zutritt verboten!“ Vorstellbar ist dieses Szenario! Doch völlig undenkbar vor Notre Dame.

Demonstranten, die Transparente tragen würden mit der Aufschrift: „Wählern und Mitgliedern des RN ist der Zutritt verwehrt“ wären ein Horrorszenario in Frankreich. Wo die Mehrheit der Katholiken am vergangenen 16. Juni den RN, d.h. den Rassemblement National (den einstigen Front National) wählte!!!

Da würde sich der Ort des Gebetes und der brüderlichen Aufnahme zu einem Ort des Bürgerkriegs wandeln. Denn er würde mittels eines solchen Szenarios dem Haus Gottes und der Botschaft Jesu Hohn sprechen. Und nicht nur aus der Sicht der Christen. Da Gott der „Gastgeber“ seines Hauses ist mit einer Einladung, die an alle Menschen ergeht.

„Seit Jahrhunderten feiern wir jedes Jahr voll Freude die Weihe dieser Kathedrale, … Notre-Dame. Unserer geliebten Kathedrale. Die Weihe bedeutet, wie ihr wisst, dass es sich um einen geheiligten Ort handelt, einen Ort, dessen HAUPTGASTGEBER GOTT selbst ist. Sie ist das Haus Gottes, also ist sie das Haus aller. Denn der Herr macht für niemanden eine Ausnahme“ (Mgr Michel Aupetit am 16.Juni 2021). In deutschen Kirchen aber schon… … …

Ja, Mgr Ulrich! Eigentlich aber müssten Sie Ihren deutschen „Brüdern im priesterlichen Dienst“ eine Lektion erteilen… donner une leçon à vos frères allemands au service sacerdotal…!

Notre-Dame de Paris: Homélie pour la fête de la Dédicace

(Predigt zum Weihetag 2021)

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1 Kommentar

  1. Notre Dame, für mich ein Baudenkmal und Beweis für das Können und die Hingabe der alten Meister! In Jahrhunderten erschaffen.
    Romanik und beginnende Gotik in seiner klassizistischen Form.
    Mitinspirator, neben der Salisbury-Kathedrale, für Ken Follets Roman/Verfilmung: Die Säulen der Erde. Tja die Franzosen….

    Parlamentswahl in Frankreich: Macrons Wagnis, Bardellas Chance
    von gestern

    *ttps://jungefreiheit.de/politik/ausland/2024/parlamentswahl-in-frankreich-macrons-wagnis-bardellas-chance/

    ::::::

    Christliche kath. Religion hierzulande:
    Was sich ändern muß, wenn die Kirche überleben will, ist der religiös-geistige Impetus.

    Kurz gesagt: Den Pfaffen laufen die Mitglieder davon weil die die Nase voll haben von interreligiösen und politischem Geseire. Von salbungsvollen Gerede aber konträren Taten der Kuttentäger.
    ::::
    Deutsche katholische Amtskirche verlor 2023 mehr als 400.000 Mitglieder

    Der deutschen katholischen Amtskirche laufen die Schäfchen in Scharen davon. Laut Angaben der Deutschen Bischofskonferenz, höchste Institution der katholischen Amtskirche in Deutschland, traten 2023 fast 403.000 Menschen aus der katholischen Amtskirche aus. Die verloren nicht den Glauben an Gott, aber das Vertrauen in die Kirchenfürsten. ….

    https://www.freiewelt.net/nachricht/deutsche-katholische-amtskirche-verlor-2023-mehr-als-400000-mitglieder-10097055/

    …!!

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