Samstag, 1. Oktober 2022
StartAllgemeinLohnt es sich noch, Gentleman, ein Kavalier, ein „echter Mann“ zu sein?

Lohnt es sich noch, Gentleman, ein Kavalier, ein „echter Mann“ zu sein?

Willst du genau erfahren, was sich ziemt,
So frage nur bei edlen Frauen an.
Johann Wolfgang von Goethe

von altmod

Wir erinnern uns an die Silvesternacht 2015 in Köln: „In der Nacht vom 31. Dezember 2015 auf den 1. Januar 2016 kam es in Köln im Bereich von Hauptbahnhof und Dom zu zahlreichen sexuellen Übergriffen auf Frauen durch Gruppen junger Männer vornehmlich aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum. In vielen Fällen wurden sowohl Sexual- als auch Eigentums- und Körperverletzungsdelikte verübt.“ (So Wikipedia)

07.01.2022 in Mailand. Arabischer Grapschangriff (Taharrush) auf westliche Frauen.

Wer hat sich damals schützend vor die Frauen gestellt? Die Polizei hat versagt, war man sich einig. Nur wenig ins Gespräch kam, wie sich denn die doch sicher vorhandenen männlichen Begleiter verhalten haben. Warum haben sich die nicht schützend vor ihre Freundinnen, Frauen, Herzensdamen gestellt? In ätzenden Kommentaren war zu lesen, dass es hierzulande keine „Männer“ mehr gäbe, nur noch Weicheier und Feiglinge – nichts mehr vorhanden von Ritterlichkeit und Schutzgeist für das andere, das „schwache Geschlecht“?
Oder waren da vielleicht die Frauen nur allein unterwegs, emanzipiert und stark, wie sie sind?

Dann Mailand, Silvester 2021/22 Identisches: „Horden von Männern haben dort junge Frauen angegriffen. Es kam zu schweren sexuellen Belästigungen. Erinnerungen an Silvester in Köln werden wach.“ – schrieb die Journaille.

In den Berichten über das Vorkommnis las ich u.a. dann auch folgenden Kommentar:

Warum sollten die Männer eingreifen?

Zum Ersten, das wäre ja „Rassismus“, die Verteidiger würden da eher rechtliche Nachteile haben als die Aggressoren.

Zum Zweiten, sind es nicht gerade Frauen, die als PolitikerInnen, AktivistInnen oder WählerInnen den massenhaften Nachschub an Antänzern am nachdrücklichsten fordern/befördern?

Zum dritten, sind Frauen heutzutage nicht alle wahnsinnig tough, den Männern in allen Punkten gleichgestellt, wie uns Medien, Politik und Kulturbetrieb im Stundentakt einhämmern?

Zum vierten, in einer Zeit, in dem das Tür-Aufhalten, Komplimente-Machen oder eine simple Erklärung („Mansplaining“) bereits als Sexismus eingeordnet werden, wäre ein solches eigenmächtiges Eingreifen der (bösen, weißen, alten) Männer doch nur übergriffig.

Nein, die Damen dürfen die Regeln des Zusammenlebens gerne täglich (oder nächtlich…) mit den Herrschaften selbst ausdiskutieren….“

Das stelle ich mal in den Mittelpunkt meiner Überlegungen.

Das Goethe-Zitat von den „edlen Frauen“ stammt aus einer Zeit, als Ritterlichkeit, Rücksichtnahme und Achtung gegenüber Frauen noch großgeschrieben wurde. Auch wir, die erste Nachkriegsgeneration, ist noch damit aufgewachsen, wurde dahingehend erzogen, dass Frauen etwas Schützenswertes, Respekt Verdienendes sind. Bei der Rettung aus (See-) Not hieß es selbstverständlich: Kinder und Frauen zuerst! Man lernte, wo man den Frauen den Vortritt läßt, wo es aber auch unschicklich sein könnte. Dass der Mann der Beschützer der Frau ist und die Frau die Hüterin des Heimes. Klingt sehr altbacken, nicht wahr? Dass Frauen rechtlich benachteiligt werden, dass sie nicht wählen oder etwa öffentliche Ämter bekleiden dürften, in Chefpositionen aufsteigen, das erschien uns jedoch nicht nachvollziehbar – uns Männern damals.

Dann kam eine Zeit, in der Jede und Jeder Tag für Tag in der Zeitung lesen und im Fernsehen hören durften: „Männer sind eine Gefahr für Frauen, belästigen, schlagen und vergewaltigen sie systematisch, sie behindern ihren beruflichen Aufstieg, betrügen sie um ihren Unterhalt und drücken sich vor der Hausarbeit, um in der eingesparten Zeit ihre Kinder zu missbrauchen. Männer sind triebhaft, gefühlskalt und aggressiv, Frauen warmherzig, einfühlsam und haben ein tiefsitzendes moralisches Empfinden. Männer sind Täter, Frauen sind Opfer.“

Der SPIEGEL fragte 1998 deutsche Jugendliche, ob „Die Ärzte“ mit ihrem Superhit »Männer sind Schweine« Recht hätten. Gerade einmal 28 Prozent der Mädchen antworteten mit »nein«. »Everything I do I do for you«, schwören Sänger wie Bryan Adams. »Ich find dich scheiße«, ist die Antwort, die sie von Girlie-Bands wie Tic Tac Toe erhalten. Das alles ist aber nur harmlos gegenüber dem, was aggressive Feministinnen – und im Gefolge „willfährige“ Männer – dann inszenierten. Wieder war Amerika die „führende“ Nation für die Gesellschaften, die sich westlich definierten. Judith Butler, Betty Friedan, Kimberlé Crenshaw wären hier zu nennen. In Deutschland tat sich besonders Alice Schwarzer hervor, die in ihre Postille „Emma“ denn auch eine amerikanische Kriminelle feierte, die ihrem angeblich vergewaltigenden Mann den Penis abgeschnitten hatte.
Mann hat jetzt zu akzeptieren, dass es sich mit allem, was dann sonst noch auf ihn zukam, nur um einen Akt der Befreiung von jahrtausendelanger Unterdrückung handelte.

Die Meinungshoheit liegt bei den Frauen

„Das sicherste Kriterium, um zu beurteilen, wer in einer Gesellschaft über die Macht verfügt, ist zu fragen, wer in dieser Gesellschaft die Diskurse bestimmt. Diskurse produzieren Macht, sie verstärken Macht und sie zeigen Macht. Es kann also wohl kaum ein Zufall sein, wenn die momentanen gesellschaftlichen Diskurse von den Feministinnen geprägt sind. Die Weise, wie z. B. über »Vergewaltigung« oder »sexuellen Missbrauch« gesprochen werden darf, ist von der Frauenbewegung so gut wie festgelegt. Schon die Thematisierung von Falschbeschuldigungen oder weiblicher Täterschaft unterliegt einem gesellschaftlichen Tabu.

Feministische Diskurse hätten sich niemals so weit durchsetzen lassen, dass es sogar zu Sprachregelungen kam und Kritiker Angst um ihre berufliche Laufbahn haben müssen, wenn die Frauenbewegung nicht von Anfang an eine starke Unterstützung durch die Presse gehabt hätte.“ (Arne Hoffmann in „Sind Frauen die besseren Menschen?“)
Ist dem zu widersprechen?

Der Mann ist inzwischen tunlichst angehalten, sich für seine Geschlechtszugehörigkeit zu entschuldigen. Vor allem als alter und weißer Mann, der sich einbildet, sowas wie Bildung, Wissen und Manieren zu besitzen, die er natürlich nur für zur Verfestigung seiner Machtposition reklamieren mag.

Frauen haben dank der femininen Diskurshoheit die Spitzen der medialen und politischen Macht erklommen. Aber, obschon mehr (unfähige) Frauen mehr Schlüsselpositionen im neuen Bundeskabinett besetzen, als jemals zuvor, wird beklagt, dass angeblich mehr Männer dort sitzen. 8 von 16 Bundesministern sind weiblich! Also „Fake-News“, wie so alles, was sich um die Benachteiligung von Frauen dreht.

In der bundesdeutschen Medien- und Unterhaltungsbranche dominieren auch inzwischen die Frauen. Frauen beherrschen nahezu das gesamte Moderatorengeschäft. Sie sind Intendanten und politische Aufseher der GEZ-Medien.

Keine Krimiserie ohne weiblichen „Kommissar“ bis hin zu einer durchaus sexistisch aufgestylten Schwarzen aus Uganda, welche die deutsche Krimiszene realistisch  darstellen soll.
Die Polizei nimmt ja schon länger – wie auch die bunte Wehr – Frauen in den exekutiven Dienst auf. Da sieht man jetzt blondbezopfte Gestalten mit Helm und Knarre, die sich gegen den natürlich überwiegend männlichen Pöbel stemmen.

Da tut es dem weiblichen Image keinen Abbruch, dass zwei Polizistinnen, ihre beiden in einer Verkehrskontrolle plötzlich unter Beschuss geratene Kollegen feige im Stich gelassen haben. Man wundert sich fast, das die beiden Damen wegen „gefährlicher Körperverletzung im Amt durch Unterlassen“ dennoch verurteilt wurden.
Wir erinnern uns an eine Geschichte aus dem Jahr 1995, die durch die Presse ging:

„An einem Wochenende im September 1995 radelte ein Mann über eine normalerweise von Gewaltverbrechen freie Straße in der Innenstadt von Oklahoma. Plötzlich wurde auf ihn geschossen. Er stürzte, schwerverletzt, von seinem Rad und torkelte zu einem Wagen, der nicht weit entfernt an einer Kreuzung stand. Drinnen saßen zwei Frauen und unterhielten sich. Der Angeschossene klopfte gegen das Seitenfenster und bat die beiden, ihn zu einem Krankenhaus zu fahren. Stattdessen gaben sie Gas und brausten davon. Schließlich hielten sie doch an und wählten den Notruf. Inzwischen hatte der Mann versucht, sich auf seinem Fahrrad selbst zur nächsten Klinik zu schleppen. Einen Häuserblock weiter glitt er herunter, brach zusammen und starb, kurz nachdem er von Sanitätern aufgegriffen worden war.

Die Frauen gaben zu Protokoll, sie hätten dem Verletzten deshalb nicht auf der Stelle geholfen, weil sie Angst gehabt hatten: Es war ein Mann.“

Es waren ja auch Männer, welche von den beiden „Gesetzeshüterinnen“ – s.o. – im Bergischen Land in Stich gelassen wurden.
Dabei wird in Filmen und den Medien doch durchaus einanderes Bild von (wehrhaften) Frauen gezeichnet.
Kein Agenten-Thriller, der noch ohne eine in ostasiatischen Kampftechniken geschulte kampfstarke, verteidigungsbereite und obendrein aufreizende Gestalt auskommt. Man besuche mal Formate wie Netflix oder Amazon-Prime etc. Es gibt demnach auch nachvollziehbare Bestrebungen, den nächsten James Bond mit einer Frau – und natürlich schwarz – in der Titelfigur zu besetzen. Taffe, hartgesottene und trainierte Frauen, die sich für ihre Ambitionen einsetzen und so manche Kerle nach Strich und Faden vermöbeln oder „eliminieren“.

Lara Croft. Märchenfigur – keine Realität, auch wenn es manche Frauen noch so gerne hätten.

Kommen wir zum Eingangsmotiv zurück: die belästigten Frauen in Köln, Mailand und anderswo. Die konnten weder ihre physische Kraft, noch ihre, die den Frauen doch innewohnende, psychologisch-rhetorische Überlegenheit ausspielen, um sich zu schützen oder selbst anzugreifen. Sie waren mit einer aggressiven und aufdringlichen Männlichkeit konfrontiert, der sie mit der häufigen weiblichen „Willkommensbereitschaft“ den Zugang hierher mit bereitet haben. Da gebe ich dem oben zitierten Kommentator in Vielem durchaus recht. Aber auch, dass wir es in der Mehrzahl nur noch mit einer überwiegend verweichlichten, schlappschwänzigen, ins Dumm-Doofe manipulierten Männergeneration – vor allem in den Großstädten und sofern nicht Migrant – zu tun haben. Symbolfiguren sind für mich Typen und Maulhelden wie Anton Hofreiter, Jan Böhmermann, Johannes B. Kerner, „Influenzer“ wie Rezo, der „Irokese“ Sascha Lobo und viele andere Kneipenkaiser und schwule „Hipster“ in der Öffentlichkeit. Vor solchen Typen hat Mann früher schon – und heute noch mehr – ausgespuckt.

Ich würde heute noch – das hört sich jetzt in meinem Alter präpotent an – einem Belästiger meines Weibes oder einer Begleiterin – einem aufs Maul geben, auch auf die Gefahr hin, selbst zu Boden zu gehen. Aber da liegen wir ja ohnehin schon in der Mehrzahl. Die Frauen, die ich kenne, haben keine Ausbildung a la Lara Croft. Und immer noch halte ich einer Frau die Türe auf, helfe ihr in den Mantel (wenn sie denn noch einen trägt und es zuläßt), gehe die Treppe aufwärts neben und abwärts vor ihr, zahle die Rechnung im Restaurant, halte oder gebe ihr den Regenschirm, gehe neben ihr auf der der Straße zugewandten Seite des Trottoires, versuche alles von ihr abzuhalten, was gefährlich ist und werden könnte.

?dle Frauen?

Zum Schluß nochmals zum Goethe-Zitat: „Edle Frauen“? Gibt es die noch?
Goethe konnte sie noch finden, gebildet und gewinnend: z.B. eine Rachel von Varnhagen, Karoline von Günderrode, Bettina von Arnim, Königin Luise von Preußen. Heute sind sie vielleicht auch nur noch in der Monarchie zu finden, wie eine Queen Elizabeth II. aus dem United Kingdom oder Königin Margrethe von Dänemark. Aber das ist ja weit hergeholt, da Monarchie und ihre Repräsentanten ja etwa Fossiles darstellen. Und vielleicht vermutet auch nur meine romantische Seele dort noch „edle Frauen“.
Aber betrachten wir doch die „edlen Frauen“, die unsere Demokratie und Gesellschaft repräsentieren. „Alt-Kanzlerin“ Angela Merkel, die Zerstörerin ihres Landes, degoutant im Aussehen wie der Gesinnung. Die „Präsidentin der Europäischen Kommission“ Ursula von der Leyen: eitel, korrupt und inkompetent. Die „Staatsministerin“ Claudia Roth – vollgefressen und emotionsgeladen dumm wie Brot. Die „Außenministerin“ Annalena Baerbock – ungebildet und infantil mit peinlicher Sprachstörung.

Kavalier und Dame

Bei denen würde keiner anfragen, „was sich ziemt“.

Aber ich kenne noch Frauen und habe solche kennengelernt, die mir sagen durften, was sich ziemt und die den „Kavalier“ – nicht nur in mir – weckten und wecken. Aber ich bin halt schon ein alter (weißer) Mann mit senil eingeschränkter Wahrnehmung …

Kommentarregeln: Bitte keine beleidigenden oder strafbaren Äußerungen. Seid nett zueinander. Das Leben ist hart genug.

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