Dienstag, 29. November 2022
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Putin-Versteher und Covid-Leugner

Von Hermes

Veteran und Strategieberater Sebastian Gorka zu „Verschwörungstheorien“ um das Ukraine-Drama:

https://rumble.com/vzv8p8-debunking-the-ukraine-conspiracies.-sebastian-gorka-on-america-first.html?mref=7ju1&mrefc=5

In zehn Minütchen wirft er die moralischen und strategischen Fragen auf, die fast unmöglich zu beantworten sind. Daneben geht er auf all die unsinnigen Theorien ein, die in US wie in Deutschland auf allen Seiten kursieren. Wer mag, bilde sich seine Meinung.

Mir geht es aber gar nicht um die Fürchterlichkeiten in der Ukraine, sondern um den Umgang mit der Wahrheit. Wahrheit? Was ist das denn? Zuerst einmal etwas, was wir kaum wissen können. Wie wollen wir „die Wahrheit“ der komplexen Realität verstehen? Optisch und philosophisch wissen wir, daß wir nicht einmal 1% der Realität sehen, wenn wir aus unseren Augen schauen. Wir fokussieren sofort auf das, was uns wichtig erscheint. Mehr können Augen und Hirn von unserer Biologie her nicht leisten.

Wie könnten wir da „die Wahrheit“ verstehen? Wie beim Sehvorgang reduzieren wir alle Vorgänge auf das, was uns wichtig erscheint. Primär geht es um Instinkte bzw. Reflexe im Hypothalamus: Flucht oder Angriff? Erforschen oder abwenden?

Ukraine und Rußland sind weit weg, die meisten waren wie ich nie da. Was wir wissen oder glauben, ist vielfach gefiltert. Teils filtern wir selber durch Auswahl unserer Informationsquellen. Aber selbst die sind bereits vielfach gefiltert wie Russia Today oder ARD.  Eigentlich scheint es ein völlig hoffnungsloses Unterfangen, „die Wahrheit“ wissen zu wollen, insbesondere zu weit entfernten und hochkomplexen Vorgängen.

Was tun wir also? Wir sind gezwungen, zu reduzieren, zu filtern, Verbindungen und Analogien zu allem möglichen vorzunehmen, etc. „Tatsachen“ spielen bei unserer „Meinungsbildung“ eine recht geringe Rolle. Tiefenpsychologisch ist es viel wichtiger für uns, „kognitive Dissonanz“ zu vermeiden: Was nicht sein darf, das kann nicht sein. Allzu große Widersprüche ertragen wir nicht. Manche schaffen es allerdings, so einiges Widersprüchliches gleichzeitig anzunehmen – aber nur solange, bis es ihnen auffällt.

Ohne dies jetzt weiter auszuführen: Es ist kein leichtes Unterfangen, die Wahrheit, die Realität zu erkennen. Zudem haben wir bewußt oder unbewußt eine „moralische Grundausstattung“, die eine weit größere Rolle spielt als Tatsachen, diese werden jener untergeordnet.

Es ist eine der ganz großen kulturellen Leistungen sowohl der jüdischen als auch der griechischen Traditionen, den Mensch in die Lage zu versetzen, mit solch existentiellen Zweifeln umgehen zu können. Jacob wird umbenannt in Israel, weil er mit Menschen und Gott ringt. Außer dem Glauben an Gott und seine Gebote gibt es keine Gewißheiten im Diesseits, der Mensch ist verankert im und bezogen auf das Jenseits und findet darin seine Gewißheiten. Sokrates war vielleicht „fishing for compliments“, als er sagte, er wisse, daß er nichts wisse. Obwohl Athen lange gehofft hatte, er würde fliehen, beschloß er seinen Schierlings-Tod in der Mut verleihenden Gewißheit, es sei wichtiger, für das Streben des Menschen nach Wahrheit sein Leben zu opfern, das Diesseits dem Jenseits zu opfern. So stehen zwei Märtyrer am Beginn unserer Zivilisation.

Das ewige Streben nach Wahrheit ist also ein existentielles Abenteuer, das nie durch das Wissen um die Wahrheit gekrönt wird. Hier ist der Weg das Ziel. Im menschlichen Leben und in der Natur gibt es keine Perfektion. Die gibt es lediglich in der Abstraktion: In der platonischen Form, in Punkt oder Linie der Mathematik, etc. Es gibt viele Äpfel, aber nur eine einzige Idee „des Apfels“. Unbewußt hantieren wir ständig mit solchen Abstraktionen.

Mit dieser Vorrede möchte ich einmal auf das aktuelle Thema Ukraine eingehen. Wir haben gerade die Putin-Versteher, wie wir sonst die Klima-Leugner und Klima-Paniker, die Aluhüte und anderes haben. Was steckt da immer dahinter?

Handelt es sich nicht immer um eine Herabsetzung abweichender Meinungen? Und: Ist das schlimm? Ich bin z.B. keiner von diesen Toleranzpredigern. Ich kann schimpfen wie ein Rohrspatz, persönlich beleidigen, Schimpfwörter benutzen, abfällig über Manche reden, etc. und stehe sogar dazu. Ich bin ein ganz Schlimmer. Mir scheint wichtig, wann und warum man solches tut.

Beispiel Covid-Politik: Im Januar 2020 besuchte uns ein Freund, der seit Jahren in China lebt und arbeitet. Kurz danach hatten meine Frau und ich eine ungewöhnliche „Grippe“, nichts Schlimmes, aber einige Symptome, die wir so noch nie hatten. Ich war also ein bißchen sensibilisiert für das Thema und interessierte mich, verfolgte es. Im März bei einem Spaziergang entwickelte ich mit meiner Frau 4 einfache Regeln, mit denen man die kommende Corona-Variante weltweit in völliger Eigenverantwortung aller Menschen ohne eine einzige staatliche Maßnahme hätte bewältigen können.

Dann sah ich, was kam: Der Mensch im Westen will mehrheitlich keine Eigenverantwortung, der überbordende Staat wurde von ihm speichelnd eingeladen, die Grundrechte wegen einer besseren Grippe einzuschränken.

Wie immer verfolgte ich das Thema international. Die Fakten in USA, Schweden, Israel, Taiwan und vielen anderen Ländern waren bekannt. Die Daten des Statistischen Bundesamtes und des CDC habe ich als Excel-Datei heruntergeladen und meine eigenen Analysen gemacht (praktisch in den USA, wo sie ja detailliertest für 50 Staaten nebeneinander verfügbar sind). Es war supereinfach, sowohl die Daten wichtiger Länder als auch die Maßnahmen dort zu verstehen und vergleichen.

Seitdem verfolge ich weltweit die unglaublichen Lügengeflechte. Lügen haben kurze Beine. Diese waren so lächerlich, daß Regierungen uns heute als Tatsachen verkauften, was sie letzte Woche verleugnet hatten. Man brauchte keinen Schulabschluß, um dies ständig zu sehen. Auch die Fälschung von Fakten war völlig offensichtlich.

Das hat praktisch niemanden gestört! Bei den Montagsspaziergängen diesen Winter waren, so schätze ich, niemals mehr als 5 Millionen Deutsche beteiligt.

Solche Lügen sind das Gegenteil faktischer Wahrheit. Und moralisch gesehen ist eine Gesellschaft, die es ablehnt, „in der Wahrheit zu leben“ (Vaclav Havel), zu Totalitarismus und Untergang in dieser Reihenfolge verurteilt. Es war und ist grauenhaft.

Was hat also Covid mit faktischer und moralischer Wahrheit zu tun? Mir scheint, daß weder ich noch andere „die Wahrheit“ kennen können. Vielleicht eine moralische wie „Du sollst nicht morden“ oder „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg´ auch keinem anderen zu“.

Ich bin aber überzeugt, daß man sich der Wahrheit gut annähern kann, indem man verschiedenste Quellen vergleicht über längere Zeit, diese auf Kongruenz mit Tatsachen überprüft wie auf Widerspruchsfreiheit und innere Schlüssigkeit der Beiträge, etc. Also das tut, was man ca. ab der 11. Klasse gelernt haben sollte. Wenn immer mehr verschiedene Quellen und Fakten zusammenkommen und keine von ihnen mich zwingt, meine Argumentation zu ändern, diese aber die These stützen, dann scheint mir das eine gute Approximation an „die Wahrheit“.

Meist ist eine solche „Wahrheit“ ein Geflecht aus unglaublich vielen Fakten, und sie läßt sich doch einfach zusammenfassen (was bereits wieder eine Reduktion ist, aber irgendwann wollen die anderen ja auch mal reden).

Damit nun zum „Covid-Leugner“. Ist das eine gute Reduktion? Ist das ein hilfreiches Wort? Niemand dürfte leugnen, daß es die aktuelle Covid-Erkrankung gibt, eine Variante des Corona-Virus, der ein Vielfaches älter ist als Menschen und wohl auch Primaten. Dann ist das Wort nicht gut, weil es nichts sinnvoll benennt.

Versteht man es so, daß der „Covid-Leugner“ meint: Diese Variante ist so gefährlich wie eine mittlere Grippe und rechtfertigt nicht die Maßnahmen, die wir Covid-Politik nennen, dann hat der Covid-Leugner recht. Ist es dann sinnvoll, ein negativ besetztes Wort wie „…-Leugner“ zu verwenden? Sprachlich gesehen macht das wenig Sinn.

(Um Mißverständnissen vorzubeugen: Es gibt ca. 165 bekannte Grippe-Varianten von Schnupfen-ähnlich bis sehr tödlich. Das, was wir als normale Grippe bezeichnen, hat in Deutschland 2018 bis Juni mehr Menschen sterben lassen als Covid bis September 2020 laut Statistischem Bundesamt. Und beide Zahlen sind natürlich wilde Schätzungen, zählen können wir nur die Toten und stimmen kann ja nur die totale Mortalität. Ich bin auch kein großer Fan des Sterbens und nicht herzlos, aber Menschen sterben nun einmal, ob alt oder jung, an Grippe wie an Covid und vielem anderem.)

Aus diesen Gründen verwende zumindest ich nicht das Wort Covid-Leugner, bin aber nach der zweiten Definition oben für viele ein solcher.

Nun zum aktuellen „Putin-Versteher“, einem ähnlichen Fall. Sprachlich gesehen kann das ja nur heißen, Putin zu verstehen. Ich bin zutiefst überzeugt, daß jeder Mensch sich bemühen sollte, Putin zu verstehen. Die größten Werke der Weltliteratur lassen uns das Böse verstehen. Ob Bibel, Shakespeare, Dostojewski, Nietzsche oder Orwell, Dante oder auch Faust I. Das Böse steckt im Menschen. Ich teile sogar die Meinung vieler, daß wir mehr Böses als Gutes in uns tragen und uns ständig in uns selbst um das Gute wie um die Wahrheit bemühen müssen, wie Israel um es ringen müssen.

Um das Böse in Staat und Politik zu verstehen, haben wir Archipel GULAG, Orwell und vieles über Nazi-Deutschland. Und ich zumindest habe mich bemüht, Auschwitz, GULAG und 1984 zu verstehen wie auch den Great Reset. Kenne den Feind – in Dir selbst.

Vermutlich ist aber nicht diese Dimension mit dem „Putin-Versteher“ gemeint, sondern jemand, der sich eher auf Putins Seite stellt als auf die der Ukraine. Der das zynische Morden an Zivilisten entschuldigt, übersieht, relativiert oder vielleicht sogar gutheißt. Bei so etwas bekomme ich physische Bauchschmerzen und empfehle, sich ein paar Stündchen an den PC zu setzen und Originalvideos aus der Ukraine anzuschauen. Vielleicht auch, selber hinzufahren und mit den russischen Soldaten und Offizieren zu reden wie auch ukrainischen Soldaten und Zivilisten. Das könnte Ihre Meinung ändern. Wenn nicht: … Dann haben Sie bereits aufgehört, diesen Beitrag zu lesen.

Was aber auch gemeint sein könnte: Dieser Konflikt in der Ukraine ist wirklich ungewöhnlich vielschichtig. Korea- und Vietnamkrieg wie auch die in Irak und Afghanistan waren viel simpler.

Kein Mensch kann auch nur all das lesen und verstehen, was da zu lesen ist seit Warägern, Kiewer Rus. Also ist es so schwer, eine „ausgewogene Meinung“ zu entwickeln. Umso größer ist die Verführung, das Wenige, das wir wissen können, in vorgefertigte Schemata zu pressen.

Die Deutschen sind historisch eher russophil und Amerika-feindlich. Es sind zwar Millionen in die USA ausgewandert, kaum welche nach Rußland, aber das tut dem keinen Abbruch. Alle schätzen die „russische Seele“, aber niemand will sie in ihrem Land erforschen. Die Bemühungen Rußlands heute, mit Youtube-Videos um deutsche Einwanderer zu bitten, bleiben fruchtlos. Ein Bekannter von mir war Anwalt und sprach fließend russisch, er machte phantastische Geschäfte mit Russen in den wilden Jelzin-Jahren. Es wäre einfacher für ihn gewesen, gleich nach Moskau zu ziehen. Aber er zog es vor, für seine Geschäfte einzufliegen und schnell wieder zurück nach Deutschland zu kommen.

Brechen wir also eine Lanze für den „Putin-Versteher“: Kiewer Rus, Historische Demütigung von Sowjetunion und Rußland, Vordringen der NATO, praktisch russische Bevölkerung kleinen Teilen der Ukraine, ukrainische „Neonazi“-Milizen, etc. Diese Demütigung von Obama, Rußland sei eine Regionalmacht. Nicht zuletzt: Gegenüber den USA ist Rußland ein David. Und sind wir nicht alle ein bißchen Robin Hood?

Ein solcher Putin-Versteher müßte also konsequenterweise die Sowjetunion zurückwünschen und am besten auch dorthin emigrieren. Er müßte eine Verkleinerung oder Beendigung der NATO begrüßen, und viel historisches „Unrecht“ wiedergutmachen wollen.

Eine Kostprobe: Frankreich wieder den Kelten wie vor dem Bello Gallico, Franken zurück hinter die Rheinlinie wie vor 800 AD, Kanaaniter wieder nach Kanaan und Verschiebung Polens vielleicht in die Zeit des riesigen litauisch-polnischen Reiches. Spanische, portugiesische Abkömmlinge aus Südamerika, etc. Noch besser: Abkömmlinge aller Sklaven Amerikas zurück nach Westafrika.

Wir sehen, das wird absurd. Da war Mandelas und Tutus Truth Commission eine bessere Idee, auch wenn Südafrika nun – aus anderen Gründen – ein „failed state“ wurde.

Nun möchte ich noch eine Lanze für Putin selber brechen. Ich halte den Mann für ein Genie.

Das muß ich qualifizieren: Wenn ich von den Großen der Geschichte spreche, meine ich natürlich Aristoteles, Jesus in seiner Inkarnation, Dante und Shakespeare, etc.

Große Herrscher haben immer etwas Ambivalentes. Auch wer große Reiche errichtet, hat immer Blut an seinen Händen. Die umfassende Bewertung von Männern wie Alexander, Caesar und Antonius, Karl dem Großen und Napoleon, etc. vermischt zivilisatorische Leistung, menschliche Größe und moralische Kategorien. Caesar beschreibt im bello gallico einen fast zur Hälfte durchgeführten Genozid an Millionen Kelten, und trotzdem sehen wir ihn als einen Großen.

Daneben gibt es die völlig amoralische Kategorie des Genies. Jemand vollbringt etwas, das so kein anderer vollbracht hätte und das ohne ihn wohl nicht getan worden wäre. Um meinen Punkt ganz klar zu machen: Adolf Hitler halte ich für solch ein Genie. Hätte Elsner nur ein bißchen mehr Glück gehabt, wäre Weltgeschichte anders verlaufen. Himmler, Goebbels, Speer hätten ihn nicht „ersetzen können“.

Rußland betrachte ich altersbedingt nun aus dem Augenwinkel seit Breschnew, Gorbatschow, Jelzin. Der kometenhafte Aufstieg Putins aus St. Petersburg ist eine Sensation. Manche meinen, er sitze halt da mit seinen Funktionären, Oligarchen, Medien und der Staatsmacht und regiere fröhlich dahin.

Obwohl ich „die Wahrheit“ nicht wissen kann und kein Rußland-Experte bin, scheint mir, daß er ein Riesenreich im freien Fall irgendwie strukturiert hat. Ich stelle mir konzentrische Kreise vor von Hunderttausenden Profiteuren, zigtausend Führungspositionen in allen Bereichen der Gesellschaft, tausend Wichtigen, hundert bekannteren Gesichtern, Regierung und Militär und FSB und … einigen Dutzend Beratern und nur ganz wenigen Vertrauten.

Putin spielt ein großes Spiel. Und er spielt es so gut, daß alle zufrieden sind, daß er den Job macht. Denn natürlich gibt es überall widerstreitende Interessen, ideologische Konflikte, Machtspiele, Konkurrenz, Lügen, etc. Dies in einem riesigen Land, in dem ein Großteil der Bevölkerung bitterarm ist.

Ein ehemaliger Wirtschaftsberater von Putin beschreibt, wie unheimlich intelligent der Mann ist. Er hört sich alles an, versteht genau, will wissen.

Ich schrieb es bereits: Ich halte auch dieses Grauen in der Ukraine für eine strategische Meisterleistung nach exzellenter Kalkulation und internationaler Vorbereitung mit China, Iran, etc. Die Zeit wird zeigen, ob diese Einschätzung richtig war. Maßstab ist natürlich, ob er die Teile der Ukraine bekommt, die er wollte, die Ukraine langfristig in Neutralität zwingt und vor allem anderen: Ob „der Westen“ international geschwächt wird, als Papiertiger und Plaudertasche gesehen wird, wie China, Taiwan, Iran, etc. sich weiter entwickeln.

Im beschriebenen Sinne bin ich also ein „Covid-Leugner“. Weil ich meine, die wesentlichen Fakten zu Covid zu kennen. Ein „Putin-Versteher“ kann ich nicht sein, weil ich zu wenig über ihn weiß. Überhaupt scheint mir, daß man über Putin und Rußland wenig wissen kann, weil das Land zu abgeschlossen ist und zu wenig nach außen dringt. Besitzt er 10 oder 100 Mrd.? Da wissen wir mehr über die chinesische Führung. Spielt Dugin eine Rolle für Putin? Wir wissen mehr über Xi Jinping und Wang Huning.

Wechseln wir von der amoralischen Kategorie des Genies zurück in moralische und praktische Kategorien, wird das Wissen einfacher, scheint mir.

Ich lebe lieber als freier Mensch in einer freien Wirtschaft denn als unfreier Mensch in einer völlig kaputten Staatswirtschaft. Ich lebe lieber mit Bibel und Aristoteles als mit Gogol und Dostojewski. Ich lebe lieber als Huck Finn denn als Starker Wanja. Lieber reich denn arm, lieber Arm dran als Arm ab.

Jedenfalls scheint mir, daß wir zur Ukraine immerhin einiges wissen und auch werten können, wie es Sebastion Gorka sagt, dessen Vater von den Sowjets in Ungarn gefoltert wurde.

Wir wissen, wer wen überfällt. Wir wissen, wer Zivilisten, Frauen, Kinder massakriert, foltert, vergewaltigt. Wir wissen, wer ein Land systematisch zerstört und wer nicht. Das sind einfache Wahrheiten zumindest für mich. Und mein einfacher moralischer Kompaß sagt mir, wo ich da stehe, auch wenn ich nicht alle Fakten kennen kann und manche meiner „Fakten“ vielleicht fabriziert waren.

„Im Krieg stirbt immer die Wahrheit zuerst,“ und das gilt für alle Seiten. Trotzdem kann man sich alle Positionen intensiv anschauen und findet fast immer eine gute Approximation an die Wahrheit.

Verstehen heißt nicht billigen oder gutheißen.

Kommentarregeln: Bitte keine beleidigenden oder strafbaren Äußerungen. Seid nett zueinander. Das Leben ist hart genug.

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