StartFeuilletonUnter Strom - Sommerpause

Unter Strom – Sommerpause

Eine Satire

Kupplung („weiblich“), Stecker („männlich“) und Buchse („weiblich“) am Beispiel von DIN-Steckverbindern. Ich frage Sie, liebe Leser und Innen, wo bleibt da die Geschlechtervielfalt? (Bild: gemeinfrei, Wikipedia)

Liebe Leser und Innen,

wir machen eine Pause bis zum 15.08.2023. Es passiert soviel in der Welt und in der Politik, dass mein armes kleines Frauenhirn mit 2 klappernden, getrockneten Erbsen gar nicht mehr mit der Bearbeitung hinterherkommt. Man nehme nur einmal “Putins fiesen Angriffskrieg in der Ukraine”, den er bereits seit Monaten täglich schmählich verlieren soll. Oder die wachsende Zahl an traumatisierten Männern aus Süd und Nahost. Auch für diese Jungs lege ich eine Pause ein, denn schon lange will ich sie tröstend an meinen enormen mütterlichen Busen drücken, der Platz für jeden Schutzsuchenden hat.

Dann fehlt da noch mein kleines Windrad, das ich auf meinem Balkon installieren möchte. Leider benötige ich dazu einen alten, weißen, deutschen Handwerker, da ich die “Feministische Fortbildung für Elektras” auf Grund von Differenzen zwischen der Kursgebenden und den Teilnehmenden unter lautem Protest verlassen habe. Die Steckverbindung des Anstoßes? Die Kursgebende hatte sich trotz einiger wohltemperierter Stromstöße in die Weichteile beharrlich geweigert, KontaktSTIFTE in KontaktLIGAMS und KontaktÖFFNUNGEN in KontaktYONIS umzubennnen. Meine tantrischen Schwestern und ich wollten damit die elektrische Anziehung zwischen ALLEN Geschlechtern verdeutlichen und auf ein spirituelles Niveau heben. Wie erwähnt, scheiterte dieses Unterfangen jedoch am massiven ohmschen Widerstand der rechts gepolten Elektromeisterin.

Noch ärgerlicher ist, dass ich den Elektriker auch für die Einrichtung meines steuersubventionierten solaren Balkonkraftwerks beauftragen muss. Wenn ich nur an den schlicht verdrahteten Elektriker denke, der von Tantra, Polygamie und 70 Geschlechtern so wenig Ahnung hat wie ein Magnetpol, könnte ich mir vor Frust meine letzten, spröden, hennaroten Haare ausreißen!

Bevor ich mich also all diesen Spannungen aussetzen muss, werde ich mich erst einmal mit selbst angerührter Sonnencreme an den Strand legen, in der Sonne fläzen und die stetig voranschreitende Wüstenbildung in Deutschland beobachten. Schon während ich diesen Text schreibe, knirscht der Sand zwischen meinen Zähnen.

Sie meinen, ich halluziniere und sehe lediglich eine Wüsten-Fata-Morgana? Heißt das etwa, Sie nehmen mich und meine zwei Knallerbsen in meinem Frauenköpfchen nicht ernst?
Obacht! Noch heute werde ich eine Anzeige wegen Beleidigung meiner Persönlichkeitsrechte und Diskriminierung wegen cerebralen Erbsengehalts unter dem Bevölkerungsdurchschnitt aufgeben!

Außerdem: Schauen Sie denn kein Fernsehen mit all den jungen, hübschen Menschen, die Ihnen die Welt erkären? Es pfeifen doch Tag und Nacht die Spatzen und Spätzinnen von den Dächern, dass wir alle binnen Jahresfrist verdursten werden! Wer das Gegenteil behauptet, ist ein unsolidarischer Schuft und Wüstenleugner!

Statt hier rumzunölen und Zweifel an den Aussagen unserer von Marxens Geist gesalbten Politikern und Innen zu säen, fangen Sie besser einmal mit dem Graben eines Brunnens an. Schließlich wissen wir doch alle, welches Motto wir uns hinter unsere schmutzigen, ungeduschten Ohren zu schreiben haben: “Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.”

In diesem Sinne: Jammern Sie nicht über das auferlegte Joch, sondern richten Sie sich schon mal auf Ihre Runden um den neuen Trinkwasserbrunnen ein. Die Internationale wird es Ihnen danken!

Kommentarregeln: Bitte keine beleidigenden oder strafbaren Äußerungen. Seid nett zueinander. Das Leben ist hart genug.

14 Kommentare

  1. Ich arbeite nun seit mehr als 50 Jahren und bin immer noch dran. Ich beneide die Urlaubsmacher natuerlich, aber auf der anderen Seite, die Arbeit haelt mich fit und kreuzfidel.
    Ich wuensche Dir, Maria, einen schoenen geruhsamen Urlaub, Du hast ihn sicher mehr verdient als ich, da ich ja nur fuer meinen eigenen Bedarf arbeite.
    Mast- und Schotbruch, sagten mal die Seefahrer, als das noch mit Windkraft und Segeln lief.

  2. Denn einen traumhaften Kurzurlaub – ob mit oder ohne Wüstenbildung – und energiereiche Erholung für die kommenden schweren Zeiten.

    Gruß Rolf 🙂

  3. Obwohl ich seit Jahrzehnten im Dauerurlaub bin bleibe ich derzeit auf Balkonien. Ein Sommersturm jagt den naechsten und ich muss darauf achten, dass die selbstgezogenen Papaya nicht vom Stengel geweht werden, bevor sie reif sind. Ausserdem sind 29 Grad und 96% Luftfeuchtigkeit auch nicht so angenehm, weshalb die Klimaanlage 24/7 auf Entfeuchtung laufen muss. Das erhoeht meine monatlichen Stromkosten schon auf BRD Niveau.

    Ich wuensche Dir einen schoenen Urlaub, Maria.

  4. Urlaub ist eine gute Idee. Den braucht man einfach, um in diesem Irrenhaus nicht irgendwann total am Rad zu drehen. Also : Abschalten und entspannen, jeden Tag (mindestens) einen Cocktail genießen und jede Menge L.m.A.-Stimmung. Das hilft garantiert. Liebe Grüße …………

  5. Meine Wenigkeit wünscht ebenfalls einen angenehmen und selbstgecremten Aufenthalt in der Karli`schen Wüstensonne und – hoffentlich – kurze Wege zur nächsten rettenden Erfrischungsoase…

    Hier noch ein GUTE LAUNE – Strandlektüre…

    Wie es der Zufall will, hatte der hochgeschätzte und verehrte Till Eulenspiegel zu seiner Zeit schon die Gedanken zum – damals – aktuellen SCHILDA, wie sie auch mich 24/7 zum heutigen Schilda umtreiben:

    https://journalistenwatch.com/2023/08/02/im-reich-der-multikulti-besoffenheit/

  6. Ich wünsche Dir einen phantastischen Urlaub. Wir werden die Durststrecke hoffentlich unbeschadet überstehen.

Kommentarfunktion ist geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: