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Flugchaos: Die Airlines trifft nur wenig Schuld

Bild: Pixabay

Die Abfertigung an den Flughäfen leidet unter Personalmangel und die Warteschlangen sind so lang wie noch nie. Passagiere kommen zu spät zu ihrem Flug und das bringt noch mehr Chaos. Leider hatte ich mit meiner Vorhersage vor zwei Jahren Recht behalten, denn für den Flugverkehr gelten eigene Regeln. 

Hier finden Sie meine Analyse zum Luftverkehr aus dem Jahr 2020: 
https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20202/der-corona-wahnsinn-ruiniert-die-gesamte-luftfahrtindustrie-fuer-viele-jahre/ 

Zur Zeit gilt besonders: Wer eine Reise macht, der hat etwas zu erzählen – allerdings zur Zeit nichts Gutes. Kaum jemand kommt an Verspätungen von einigen Stunden bis zu einigen Tagen vorbei. Die alarmierendsten Nachrichten kommen vom Düsseldorfer und Kölner Flughafen, aber auch auf den anderen sieht es nicht viel besser aus. Einzig vom Münchner oder Hamburger Flughafen gibt es kaum Meldungen vom Chaos am Boden. Warum ist das so? Darauf komme ich noch. Jedenfalls kann man sagen, dieses Chaos beruht auf Systemfehlern.

Wenn diktatorische Maßnahmen befohlen werden, wie es unter dem Deckmantel des Corona-Virus geschehen ist, dann kann das nur in einem durchgängig diktatorischen System halbwegs funktionieren. Will man aber Verbote aussprechen und gleichzeitig die marktwirtschaftlichen Prinzipien unangetastet lassen, dann wird es Spätfolgen geben und die erleben wir gerade. All die Arbeitnehmer, die im Bereich des Luftverkehrs entlassen wurden, mussten sich anderweitig orientieren. Sie sind in andere Branchen abgewandert und haben entdeckt, wie fein man leben kann, ohne Schicht- und Nachtdienste. Das gilt im Übrigen auch für die Gastronomie. Jetzt werden sie gebraucht, wollen aber nicht wieder zurück. Die Passagiere müssen leiden.

Das aktuelle Chaos im Reiseverkehr ist einem Systemfehler geschuldet

Zwei Jahre lang haben Fluggesellschaften und Flughäfen Personal entlassen, reduziert. Jetzt aber, nachdem „völlig unerwartet“ der Reiseverkehr wieder auf nahezu vollen Touren laufen soll, kneift es beim Personal an allen Ecken und Enden. Auch bei den Fluggesellschaften. Im Luftverkehr gibt es viele Bereiche, wo das Personal Lizenzen innehaben muss und die müssen zyklisch erneuert werden. Das kostet Geld und so sind viele Lizenzen verfallen, weil man Kosten einsparen wollte und nicht an die Zukunft gedacht hat. Der große Fehler liegt aber in der Art, wie das Personal an den Flughäfen angestellt ist. Gerade im Bereich „Sicherheitskontrollen“ ist Personalverantwortung „ausgelagert“ worden auf Sub-Sub-Unternehmen, um Kosten zu sparen. Die haben natürlich skrupellos ihre Leute einfach entlassen und….siehe oben.

Am Münchner Flughafen sieht das anders aus. Dort ist alles Personal für die Abfertigung am Boden direkt von der FMG (Flughafen Gesellschaft München) angestellt. Ähnlich in Hamburg. Die wurden teilweise auf Kurzarbeit gesetzt, aber nicht entlassen. So stehen sie jetzt zur Verfügung und die Abfertigung als solche funktioniert. Dennoch müssen auch in München Passagiere unter Verspätungen leiden. Das ist aber nicht hausgemacht, sondern liegt an Umläufen für die Flugzeuge, die die Verspätungen an anderen Flughäfen auch nach München mitbringen. Kilometerlange Warteschlangen bei der Abfertigung sieht man aber nicht in München. Hier wird deutlich, dass das Ausbeutungssystem mit den Subunternehmen gerade im Luftverkehr untauglich ist. Dasselbe war auch schon sichtbar beim Berliner Flughafen, der nicht fertig werden will, eben weil auch dort mit Sub-Sub-Sub-Unternehmen gearbeitet wurde und wird. Wir müssen erkennen, dass das aktuelle Chaos einem Systemfehler geschuldet ist, für den unsere Politiker und die Gier nach Profit verantwortlich sind.

16 Stunden Dienstzeit sind keine Seltenheit

Natürlich sind auch die Airlines nach zwei Jahren Plandemie mit einer sehr dünnen Personaldecke gestraft. Sie könnten aber einigermaßen störungsfrei operieren, wenn die Abfertigung am Boden reibungslos abliefe. Die ewigen Verspätungen belasten sowohl Planungsabteilungen und Personal in einer Weise, die sie an ihre Grenzen bringen. Das wirkt sich auch auf die Flugsicherheit aus, weil das fliegende Personal an seine Leistungsgrenzen gebracht wird. Ich führe ein Beispiel vor:

Die normal zulässige maximale Dienstzeit für Besatzungen beträgt 14 Stunden. Obwohl das schon lang genug ist, kann der Kapitän in Ausnahmesituationen diese Dienstzeit um zwei Stunden verlängern, also auf 16 Stunden. Was bedeutet das für die Belastung der Crews? Der erste Flug soll morgens um sechs Uhr starten. Die Crew muss also mindestens um fünf Uhr am Einsatzort parat stehen. Das heißt, man muss etwa um halb-vier aufstehen, sich „uniformfein“ machen, frühstücken, – das ist Vorschrift vor dem Einsatz – und dann die Fahrt zum Flughafen absolvieren, um rechtzeitig antreten zu können.

Der erste Flug morgens hat den Vorteil, dass er zumeist pünktlich operieren kann. Wenn, ja wenn genügend Personal für die Abfertigung und das geplante Flugzeug zur Verfügung stehen. Aber nehmen wir an, er fliegt pünktlich ab. Zum Beispiel nach „Malle“. Dort aber fallen die Flieger im Minutentakt ein und schon sind die Verspätungen für den nächsten Abflug programmiert, weil auch in Malle nicht genügend Personal arbeitet. Das setzt sich fort bei jedem Streckenabschnitt und addiert sich. So streckt sich die geplante Einsatzzeit von zehn bis elf Stunden für vier Streckenabschnitte an die Grenze von 14 Stunden. Steht man aber nach zwölf Stunden Dienstzeit in Malle mit 200 Passagieren an Bord und es ist absehbar, dass man nicht innerhalb der normalen 14 Stunden Dienstzeit zuhause ankommen wird, wird es kaum einen Kapitän geben, der die Dienstzeit nicht verlängert.

Ferry-Flüge“ kosten die Airlines unnötig Geld

So wird man nach 15 bis 16 Stunden Dienstzeit ankommen. Aber jetzt geht der Ärger erst richtig los. Es ist nämlich schon spät am Abend und die Personalknappheit am Bestimmungsflughafen verhindert ein sofortiges Aussteigen und Entladen. Ich selbst habe am späten Abend schon erleben müssen, dass es zwei Stunden gedauert hat, bis ein Bus, eine Treppe oder der „Finger“ ans Flugzeug gebracht werden konnte. Und das unter „normalen“ Bedingungen ohne Corona. Das heißt, die Crew hat dann einen Dienstschluss kurz vor Mitternacht, muss dann noch die Arbeiten nach dem Flug erledigen und dann nach Hause fahren. Dass das nicht zuträglich für die Flugsicherheit und die der Crews auf der Heimfahrt ist, versteht sich von selbst. Der Witz daran ist aber auch, dass die Besatzungen für die Wartezeiten am Boden nicht bezahlt werden. Das wiederum heißt, dass die Besatzungen für diesen anstrengenden Arbeitstag nur fünf bis sieben Stunden bezahlt bekommen. Für einen Arbeitstag, der 20 Stunden in Anspruch genommen hat. So viel zu den „hohen“ Gehältern der Luftfahrer.

Aber das ist noch nicht alles. Weil es strenge Nachtflugverbote an den meisten Flughäfen gibt, passiert es oft, dass ein verspäteter Flug nicht mehr dort landen darf, wohin er eigentlich sollte. Die Folge ist, dass nach all diesen Unbilden nicht nur die Passagiere nicht da sind, wo sie eigentlich sein wollten, sondern auch dieses Flugzeug am nächsten Morgen nicht dort ist, wo es gebraucht wird. So braucht man extra Personal, das dieses Flugzeug so früh wie möglich „ferry“, also ohne Passagiere, zum nächsten Flughafen bringt, um dort den geplanten Umlauf antreten zu können. „Ferry-Flüge“, auch Positionierungsflüge genannt, kosten die Airlines unnötig Geld. Ohne das weiter auszuführen sieht man schon, welchen extremen und unnötigen Belastungen Crews und Planungsabteilungen ausgesetzt sind, nur weil man aus Gewinnsucht zur falschen Zeit am Bodenpersonal „gespart“ hat. Es ist ein Systemfehler, der auch den Fluggesellschaften unnötige und hohe Kosten aufbürdet und nicht nur die Fluggäste zur Verzweiflung bringt.

Das Chaos an den Flughäfen ist hausgemacht

Zu allererst tragen die Politiker die Schuld dafür, denn sie waren es, die die Gesetze gemacht haben, die den Wahnsinn mit den Subunternehmen erst ermöglicht haben. Sie waren es, die unter dem Deckmantel einer erfundenen Pandemie diktatorisch den Stillstand der Reiseindustrie angeordnet haben. Sie waren es, die nicht gleichzeitig dafür gesorgt haben, dass genügend Personal zur Verfügung stehen muss, sobald die Diktate beendet sind. Betrachtet man dazu aber die vorherrschende Ideologie in Regierungskreisen, dann drängt sich der Verdacht auf, dass das jetzige Chaos durchaus erwünscht sein könnte. Ebenso, wie jedem einsichtig sein müsste, dass die Habeck´sche Gasknappheit auch selbstgemacht ist. Schließlich steht eine nagelneue Gasleitung aus Russland zur Verfügung, Nord-Stream 2, die befüllt und unter Druck ist. Man müsste nur den Hahn aufdrehen und der Käse wäre gegessen.

Ohne Sanktionen gegen Russland gäbe es auch keinen Grund für explodierende Energiepreise, die auch die Kosten für die Füge befeuern. Schon die alten Römer wussten: Ein System im Niedergang tut alles, um den Niedergang zu beschleunigen. Genau das wird uns gerade vorgeführt. Dazu kommt noch die Inflation. Noch in diesem Jahr werden alle, ja alle Tarifverträge Makulatur, ebenso wie Mietverträge und alles andere, was an der Inflation hängt. Die IG-Metall fordert deswegen konsequent acht Prozent Lohnsteigerung und alle anderen müssen folgen, um wenigstens halbwegs die Inflation auszugleichen. Da ist das Chaos an den Flughäfen noch das kleinste Übel. Und das alles nur, weil Baerbock & Co. Russlands Wirtschaft vernichten wollen. Ob man diesen Hasardeuren mal erklären kann, aus welchem Ende des Gewehrs die Kugel raus kommt, wenn man den Abzug betätigt?

Das folgende Bild zeigt ein internes Telex der Lufthansa an eine Crew. Es belegt, welche Probleme für die LH aufkommen, weil die Flughäfen nicht genügend Personal haben. Und bei all dem bin ich noch nicht eingegangen auf die Krankheitsausfälle, die durch die Genspritzen verursacht werden. Am Boden und bei den Crews.

Der umfassende Systemfehler liegt in unserem Wirtschafts- und Finanzsystem. Das bedarf einer vollkommenden Neuaufstellung. Wie sollte diese aussahen? Dazu haben wir uns Gedanken gemacht und mit unserem Werk „Die Humane Marktwirtschaft“ ein Modell vorgestellt, das komplett durchkonstruiert ist und die grundlegenden Fehler des alten nicht hat. Machen Sie sich Ihr eigenes Bild und bestellen Sie Ihr persönliches Exemplar direkt beim Verlag hier oder erwerben Sie es in Ihrem Buchhandel.

Erstveröffentlichung bei anderweltonline

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