Sonntag, 5. Februar 2023
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Über die Schönheit des Leibes

person's bird tattoo
Foto von Isra CGu, Unsplash

Warum alle diese Tattoos (#tatouages), die auf den Körpern erblühen? Sie sind schließlich keine Reklameschilder, um das Auge von Kunden zu locken. Es ist wichtig, seinen Leib immer mehr lieben zu lernen, trotz der Unbilden des Alters. Sie (unsere Körper) sind zur Auferstehung gerufen (mit oder ohne Tattoos?).

Mgr Michel Aupetit, Tweet vom 29.August (https://twitter.com/michelaupetit?lang=de)

Übersetzung und Kommentar: Dr. Juliana Bauer

Tattoos? Verschönerungen des Leibes? Oder Verhunzung des Leibes?

Tattoos – eine Modeerscheinung? Ein Tick? Oder die Hervorhebung bestimmter Aspekte der Persönlichkeit, der Vorlieben, der Erinnerungen? „Wie Kleidung sind auch Tattoos immer mehr zum Ausdruck der eigenen Individualität geworden.“ So die Erklärung eines Textes im Internet. Es sind also nicht nur die Unbilden des Alters, die die Menschen überdecken möchten. Vor allem huldigen auch junge Menschen den Tattoos.

Ich höre Mgr Aupetit geradezu. Wie er mit den Sätzen seines Tweets seine Predigt beginnt und diese den Gläubigen zuruft. Er versah übrigens seinen Tweet mit einem Link…

„Dieser Leib ist wunderbar“

Michel Aupetit widmete dem Leib in mehreren Predigten, die ich übersetzte, seine besondere Aufmerksamkeit. Und drückte ihm seine große Zuneigung aus – eine Zuneigung, die nichts mehr mit den negativ behafteten, ablehnenden Erscheinungen zu tun hat, die in einer oft fehlgeleiteten Kirche Jahrhunderte lang die Beziehung zum menschlichen Leib prägte – die heute allerdings auch bei Christen in neue Fehlentwicklungen abzudriften beginnt.

Michel Aupetit rückt den Leib immer als von Gottes Schöpfung vorgesehen, als schön gewollt und geheiligt in den Blickpunkt. So in der Predigt zu Mariä Himmelfahrt 2019 (Mariä Aufnahme in den Himmel), in einer Predigt in der Osterzeit 2021 (Aupetit: Christus ist wahrhaft auferstanden…, kath net 27. April 2021) oder an Mariä Himmelfahrt 2021 (Erzbischof Aupetit in Lourdes…, kath net 27. August 2021). Aus letztgenannter Predigt zitiere ich eine ausdrucks- wie eindrucksvolle Passage:

Wir haben es oft schwer mit unserem Körper, diesem fleischlichen Körper, und doch … Dieser Leib ist wunderbar. Er ist aber nicht wunderbar, weil wir wie Hengste durchskulptiert wären… weil wir vielleicht tolle Brustmuskeln haben oder stählerne Bauchmuskeln, schokoladenbraun (im Deutschen würde man eher von kaffeebraun sprechen), oder weil wir herrliche Mannequins wären, plastisch einwandfrei geformt, wie wir sie auf Hochglanzpapier unserer Magazine dargestellt finden… Nein, nein, unser Leib ist wundervoll, weil das Wort Fleisch wurde, weil in Jesus Gott selbst in unserem menschlichen Leib wohnte. Deshalb ist unser Körper großartig, wunderbar. Jesus kam, um diesen Leib anzunehmen, er wurde ganz Mensch. Er nahm diesen Leib mit seinen Grenzen an, mit seinen Schwächen, seinen Leiden, und selbst mit seinem Tod, um ihn in der Herrlichkeit seiner Auferstehung zu verklären.

Wir glauben daher auch, dass unser Leib, der uns ermöglicht, in Beziehung zueinander zu treten, auferstehen wird… Wir sahen in der letzten Zeit auch…, dass die virtuelle Präsenz nicht genügt…“

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1 Kommentar

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