Dienstag, 29. November 2022
StartBuchrezensionDie untreue Lady

Die untreue Lady

Fasanenküken – eine Stunde nach dem Schlüpfen. CiaranG via Wikipedia.

In meiner heutigen kleinen Buchbesprechung möchte ich mich einigen Damen der Weltliteratur widmen, die es mit der ehelichen Treue nicht so genau nahmen. Die Berühmteste von allen ist wohl Tolstois „Anna Karenina“, die in ihrer Ehe mit einem hohen Beamten ein trauriges und liebloses Dasein fristet. Sie verliebt sich leidenschaftlich in den Grafen Wronsky. Dieser Liebe opfert sie alles, letztlich auch ihr Leben. Unter den Rädern eines Zuges stirbt sie einen grausamen Tod. Nach einer französischen Novelle entstand der unvergessliche Film „Madame de …….“, mit der schönen Danielle Darrieux in der Hauptrolle. Sie verfällt in hoffnungsloser Liebe zu dem italienischen Diplomaten Donati. Zu guter Letzt wird dieser vom Ehemann erschossen, worauf Madame de …….. auf der Stelle vor lauter Kummer stirbt. Auch Gustave Flaubert nahm sich des Themas der treulosen Ehefrauen an und erschuf die Arztfrau „Emma Bovary“, die von Lebenslust und Liebeshunger getrieben der ehelichen Langeweile entkommen wollte. Sie verwickelte sich in Liebesaffären und endete schließlich im Freitod. Nicht zu vergessen Arthur Schnitzler`s Schauspiel „Liebelei“ von 1895, in dem die Untreue und Frivolität einer verheirateten Baronin den gewaltsamen, tragischen Tod ihres Liebhabers und dessen junger Freundin verursacht.  Theodor Fontane  ließ seine Heldin „Effi Briest“ wenigstens eines natürlichen Todes sterben. Als blutjunges Mädchen mit 17 Jahren heiratet Effi den viel älteren Baron Instetten und zieht mit ihm nach Hinterpommern, also dahin, wo die Welt mit Brettern vernagelt ist. Effi ist unglücklich und stürzt sich in einer kopflose Affäre mit dem Frauenhelden Major Crampas. Ach, hätte sie doch nur seine Briefe vernichtet, dann wäre vielleicht alles ganz anders gekommen ……………..

Viel mehr aber interessiert mich eine untreue Lady in der englischen Literatur, nämlich Constance Chatterley, auch „Connie“ genannt. Der Roman „Lady Chatterley“ von D.H.Lawrence war in der Thematik seiner Zeit voraus und sollte erst vier Jahrzehnte später in ganz Großbritannien eine sexuelle Revolution auslösen. Die private Erstveröffentlichung fand 1928 in Italien statt, 1929 erschienen auch einige Exemplare in Frankreich. Das Buch galt sofort als vulgär, obszön und skandalös. In England wurde es verboten. Die deutliche Schilderung der körperlichen Liebe zwischen Mann und Frau, die menschliche Sinnlichkeit und Natürlichkeit sowie die scharfe Kritik an der britischen Gesellschaft lösten auf der Insel große Empörung aus. Erst 1960, und dreißig Jahre nach dem Tod des Autors, wurde die Veröffentlichung durch den englischen Penguin-Verlag per Gerichtsbeschluß erzwungen. Die erste Auflage war binnen weniger Stunden im ganzen Land vergriffen. Wer aber nun eine billige, pornografische Story erwartet hatte, der wurde enttäuscht. „Lady Chatterley“ ist viel mehr, als nur eine erotisch angehauchte Geschichte. Werfen wir mal einen Blick hinein:

Im Kriegsjahr 1917 heiratet die junge, hübsche Constance Reid den englischen Aristokraten Sir Clifford Chatterley. Nach den Flitterwochen geht Clifford sofort zurück an die Front, von wo er einige Monate später total zerschossen und schwer verletzt per Schiff zurück nach England gebracht wird. Trotz seines mehr oder weniger zerstückelten Körpers ist sein Überlebenswille ungebrochen und so unterzieht er sich zwei Jahre lang allen erdenklichen ärztlichen Behandlungen und Kuren und wird schließlich als „geheilt“ entlassen. Er ist von den Hüften abwärts gelähmt.

Clifford beschließt, mit Constance in die rauchigen, vom Kohlebergbau gezeichneten Midlands zurückzukehren, um dort auf Wragby-Hall, dem Familienanwesen der Chatterleys, zu leben und eine Karriere als Schriftsteller zu beginnen. Das Haus macht sofort einen ungeselligen Eindruck auf Connie, gleicht eher einem Kaninchenstall. Völlig an die gesellschaftlichen Konventionen angepasst, funktioniert sie zunächst wie die perfekte Ehefrau und genau so, wie alle es von ihr erwarten. Lange Zeit will sie sich nicht eingestehen, was sie so sehr vermisst und was in ihrem Leben fehlt. Generell und völlig unabhängig von seiner körperlichen Behinderung ist Baronet Sir Clifford ein Mann von großer Leere und Inhaltslosigkeit. Er ist und war schon immer ein in sich zutiefst unsicherer Mensch ohne den geringsten Selbstwert. Er kennt keine Leidenschaft, ist zu keinem echten Gefühl fähig, was er mit ständigem intellektuellem und hochtrabendem Geschwafel zu kompensieren sucht. „Der Beischlaf ist nur für das niederste Volk. Die Oberen ergötzen sich am Intellekt”, wiederholt er gebetsmühlenartig. Connie hasst ihn dafür, kann ihn kaum noch ertragen. Sie engagiert eine Krankenschwester, die sich fortan um Cliffords Pflege kümmern soll.

Die Kälte ihres Mannes und das eintönige, ländliche Milieu rauben Connie im Laufe der Zeit jede Lebenskraft. Zuweilen hat sie das Empfinden, als müsse sie sterben, als würde sie zerschmettert von gespenstischen Lügen und der überwältigenden Grausamkeit des Schwachsinns. So oft sie kann, flieht sie in den Wald. In diesem Zustand begegnet sie dem Wildhüter Oliver Mellors, der einsam und zurückgezogen in einer Waldhütte lebt. Oliver Mellors ist ein verbitterter, vom Leben und von den Menschen zutiefst enttäuschter Mann. Er hasst die Dummheit und Arroganz der englischen Aristokratie, die ungerechte Klassengesellschaft, die Ausbeutung und Geringschätzung der Arbeiterklasse, die Industrialisierung und Zerstörung der Natur. Er verachtet die „Welt des Geldes“ und was sie aus den Menschen macht. Für Herrschaften wie die Chatterleys hat er nur Verachtung und Unnahbarkeit. Er ist ruppig und wortkarg. Dennoch bemüht er sich Connie gegenüber um Höflichkeit, bietet ihr sogar einen Stuhl und eine Tasse Tee an. Immer öfter kommt sie zur Waldhütte und eines Tages sieht sie, wie er nackt an einem Zuber steht und sich wäscht. Sein Anblick fasziniert sie. Ein Mann aus Fleisch und Blut! Ein Mann, der fähig ist, eine Frau zu lieben! Sie sehnt sich unendlich nach männlicher Wärme und Nähe.

Abends betrachtet Connie ihren nackten Körper im Spiegel. Mit 27 Jahren fühlt sie sich alt, müde und nutzlos. Der Anblick ihres Körpers läßt sie schier verzweifeln. Er wurde um seine Weiblichkeit betrogen, würde welken, schlaff und alt werden ohne je gelebt zu haben. Selbst in ihren Flitterwochen hatte Clifford keine körperliche Nähe und Wärme zu ihr gesucht. Das waren für ihn Geschmacklosigkeiten. „Er ist nur ein kalter Geist, nur ein arroganter Hanswurst, überzeugt von seinen grauenhaften Halbwahrheiten, die das menschliche Dasein vergiften“, denkt Connie. Sie beginnt, bitterlich zu weinen und geht zu Bett. Als sie wieder einmal zur Waldhütte geht und die bezaubernden, neu geschlüpften Fasanenküken sieht, kommen ihr die Tränen und sie beginnt erneut, hemmungslos zu weinen. Mellors wendet sich Connie zu und plötzlich nimmt er ihre große Einsamkeit wahr. Er streichelt sie, versucht sie zu trösten. Sein Herz ist voller Mitleid mit dieser unglücklichen jungen Lady. „Sie dürfen nicht weinen“, sagt er. Dann nimmt er sehr sanft ihren Arm und führt sie in seine Hütte.

Was nun folgt ist der Beginn einer zunächst rein sexuellen Beziehung. Mellors ist ein erfahrener Mann, Connie eine blutige Anfängerin in Sachen Liebe. Was beide zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, ja nicht einmal ansatzweise in Erwägung ziehen, ist, daß aus der anfänglichen Liebelei mit der Zeit eine echte, tiefe Liebe entsteht. Zu groß scheinen zunächst all die Hindernisse der gesellschaftlichen Konventionen zu sein. Doch während Connie eine ganz natürliche Selbstsicherheit besitzt und über eigenes Vermögen verfügt, hat Mellors große Angst vor Problemen und Komplikationen, so wie dem allgegenwärtigen Standesunterschied. Außerdem ist er arm.

Am Ende ist das alles unwichtig. Als Connie von einer Urlaubsreise zurückkehrt, teilt sie ihrem Mann mit, daß sie von Mellors schwanger ist und die Scheidung will. Clifford ist angeekelt. „Frauen wie dich müßte man erschießen”, schleudert er ihr wutentbrannt entgegen. Connie bleibt gelassen. „Also lass dich scheiden“, antwortet sie, aber vor lauter Hass weigert Clifford sich,  in die Scheidung einzuwilligen. Er verlangt, daß sie bei ihm auf Wragby-Hall bleibt, was aber für Connie undenkbar ist. Unterdessen betreibt Mellors die Scheidung von seiner unerträglichen und fürchterlichen Frau. Er möchte eine eigene Farm aufbauen und dort mit Connie und dem Kind leben. Die beiden beschließen, sich eine Weile nicht zu sehen, um das Gerichtsverfahren nicht zu gefährden. Sie schreiben sich Briefe und warten geduldig, daß ihr gemeinsames Leben beginnen kann. Ende.

***
„Lady Chatterley“ ist ein Roman, der zu Herzen geht. Er ist ein kleines Meisterwerk und  mitnichten vulgär und skandalös, eher gesellschaftskritisch und ein bißchen romantisch/erotisch. Aber man sollte nicht den Fehler machen, ihn nur auf das Erotische zu reduzieren.  D.H. Lawrence zeichnet hier eine Charakterstudie, die ihresgleichen sucht. Hier prallen Armut und Reichtum aufeinander. Hier stehen sich grundverschiedene Charaktere gegenüber. Hier geht es um Menschen, die das Schicksal verändert und gebeutelt hat, die einen neuen Lebensweg suchen und ihn schließlich nach vielen Irrungen und Wirrungen auch finden.

D.H. Lawrence stellt die Schönheit der Natur dem Moloch der Maschine, der Industrialisierung und der Geldgier gegenüber. Er stellt die Reinheit der Liebe und der körperlichen Vereinigung einer vereinsamten, seelen- und gefühllosen Gesellschaft entgegen. Durch Constances bedingungslose Liebe gelingt es Mellors schließlich, sich von seiner tiefen Verbitterung zu befreien, während sie endlich lernt, alle falschen Moralvorstellungen und Konventionen abzustreifen und Liebe und Sexualität zu leben. Sie erkennt, was wirklich wichtig ist im Leben und verläßt ihren gefühlskalten, zur Liebe unfähigen Mann. Es ist ein guter Tausch, denn die Worte von Mellors würde ein Sir Clifford Chatterley nie verstehen: „Ich stehe ein für das Band körperlicher Bewußtheit zwischen den Menschen und das Band der Zärtlichkeit. Und sie ist meine Gefährtin im Kampf gegen die Maschine, gegen Gier und die gefühllose Affigkeit der Welt. Dem Himmel sei Dank, daß sie eine zärtliche, bewußte Frau ist.“

Wenn ich mir die kaputte, kranke Gesellschaft von heute betrachte, so könnte man meinen, D. H. Lawrence hätte 100 Jahre weiter sehen können als er den Roman „Lady Chatterley“ schrieb. Gespenstische Lügen und die überwältigende Grausamkeit des Schwachsinns sind aktueller denn je. Niemand hat uns je versprochen, daß ein gemeinsames Leben immer einfach und der Himmel auf Erden ist. Aber was könnte trauriger und sinnloser sein, als wenn man eines Tages auf die Leere eines Lebens ohne Liebe zurückblicken müßte??

Kommentarregeln: Bitte keine beleidigenden oder strafbaren Äußerungen. Seid nett zueinander. Das Leben ist hart genug.

16 Kommentare

  1. Danke liebe Doris für diesen gute Beschreibung.
    Es ist sehr schlimm in Deutschland geworden, denn an unseren Universitäten ist Goethe und Schiller verschwunden.
    Wir Deutschen scheinen keine Kultur mehr zu haben, man will uns den Schuldkult der Nazizeit in den Vordergrund stellen, alles was die Deutschen vorher und nachher geschaffen haben wird einfach unter den Tisch gekehrt.
    .Man will uns unterwürfig und duckmäuserisch machen, lassen wir es nicht zu das ihnen das gelingt!!

    • @Liebe Ingrid, Du hast völlig recht. Schon das Monster Winston Churchill sagte :” Wir müssen den Deutschen den Geist von Goethe und Schiller nehmen.”
      Ich bin gespannt auf die Wahlen in Niedersachsen am kommenden Sonntag. Dann werden wir sehen, ob man dort immer noch an den fürchterlichen rot/grünen Deutschhassern festhält oder ob auch die Menschen im Westen endlich begreifen, daß wir hier zugrunde gerichtet werden sollen. Ich stimme Dir zu. Wir sollten niemals zulassen, daß ihnen das gelingt. Unsere Generation ist immer noch da und wir kämpfen weiter !! Liebe Grüße ……..

  2. @Elisa

    Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie den Roman nicht einmal ansatzweise verstanden haben, ihn vermutlich auch nicht kennen. Die Geschichte geht über eine erotische Beziehung weit hinaus. Das muß man aber verstehen und das tuen Sie eben nicht. Das ist völlig o.k. und überhaupt kein Problem für mich.

    Was D.H.Lawrence hier scharf kritisiert, ist die zutiefst verkrustete, prüde, puritanische Klassengesellschaft, die ja fast noch aus der Zeit der Königin Victoria stammen könnte und die das Leben der Menschen vergiftet. Lawrence wollte sagen, daß diese Klassen aufbrechen und sich vermischen sollten. Das ist ja inzwischen auch geschehen. Außerdem zeigt der Roman die abartige, kranke Doppelmoral von Sir Clifford. Wäre Connie mit einem Aristokraten ins Bett gestiegen und schwanger geworden, hätte er sich darüber gefreut. Es sollte nur nicht Mellors sein und da sind wir wieder bei den Klassenunterschieden. Dann sollte man die chaotische Situation in England nach dem 1. Weltkrieg verstehen, als ohnehin viele Dinge in Auflösung begriffen waren. Das Leben ist auch Wandel und Veränderung. Das war immer so und wird immer so sein. Daß manche Dinge sich im Laufe der Zeit verändern, ist gut und richtig. Es muß ja nicht so pervers und abartig sein, wie wir das heute erleben.

    Und dann, liebe Elisa, hätte ich Ihnen als Frau doch etwas mehr “”Verstehen”” zugetraut. Der Roman ist keinesfalls ein Aufruf zum Ehebruch, das ist ja totaler Quatsch. Hier geht es nicht um Geschwisterliebe, Tierliebe, Nächstenliebe, Gottesliebe oder was auch immer. Hier geht es um die Liebe zwischen Mann und Frau und allem, was dazu gehört. Hier geht es ganz einfach um eine junge Frau, die sich einen liebevollen Mann, Kinder und ein ganz normales Leben wünscht. Statt dessen lebt sie an der Seite eines gefühlskalten, arroganten Idioten, der zudem noch eine völlig psychopathische, kranke Beziehung zu seiner Pflegerin aufbaut. Constance geht fast zugrunde in dieser Umgebung, sie wird krank. Gott sei Dank erscheint dann ihre Schwester und bringt sie sofort nach London zu einem Arzt. Haben Sie den Roman überhaupt gelesen ???? Wenn ja, haben Sie nichts begriffen.

    Kurz und gut : Als Constance Mellors begegnet, erfährt sie zum ersten Mal in ihrem Leben, was Zärtlichkeit, Liebe und emotionale Zuwendung bedeuten. Als sie schwanger wird, ist sie sehr glücklich. Sie trifft eine Entscheidung. Sie ergreift die Chance, ein neues Leben zu beginnen an der Seite eines Mannes, der sie liebt und wertschätzt. Und das, liebe Elisa, hätte ich auch getan !

    • @ Frau Mahlberg

      ich liesen den roman sogar zweimal: einmal verschämt als er zu noch sehr prüden zeiten unter der schulbank herumgereicht wurde und später – als die verfilmungen kamen (welche ich mir ersparte) – noch einmal.

      ich habe sehr wohl verstanden: hätte lawrence nicht die zu dieser zeit schockierenden sexszenen eingebaut, wäre die schwarte, die zäher ist (zig auflagen bis heute und es werden mit sicherheit weitere folgen*) als die sprichwörtliche katze mit den neun leben, längst vergessen.

      bleiben wir in good old britain:
      wenn sie echte sozial- /gesellschaftskritik, schicksale des frühen 20. Jahrhunderts, lesen wollen, empfehle ich z.b. “A. J. Cronin, Die Sterne blicken herab”. ausschweifende sexszenen (die auch bei lawrence zum verständnis nicht nötig gewesen wären) werden sie dort allerdings nicht finden. deshalb wohl auch nur noch antiquarisch zu haben.

      wer es milder mag, sollte sich “Richard Llewellyn, So grün war mein Tal” vornehmen. das lässt bei aller traurigkeit raum für hoffnung. leider aus den oben genannten gründen auch nur noch antiquarisch.

      auch John Galsworthy hat einiges zum thema geschrieben.

      das ärgerlichste war aber für mich, verehrerin von Fontane, diesen bzw. Effi Briest im gleichen kontext wie “connie” zu finden. diese geschichte ist wohl um meilen dezenter, aber auch realistischer als die der englischen rose und ihres kernigen wildhüters.

      was sie, Frau Mahlberg, getan oder nicht getan hätten, habe ich nicht zu beurteilen. ich nehme ihre ansicht zur kenntnis und stelle fest: das sind zwei welten. alles andere wäre auch langweilig und eine diskussion käme nicht zustande. und damit auch kein erkenntnisgewinn.

      mein leben war reich an erfahrungen – auf viele davon hätte ich leichten herzens verzichten können. sentimentale regungen wird man daher bei mir vergeblich suchen. insofern hat sich die harte schule doch noch ausgezahlt.

      dabei will ich es belassen …

      *amazon:
      Diese Geschichte einer alle Fesseln der Konvention sprengenden Leidenschaft ist ein klassisches erotisches Meisterwerk und einer der grossartigsten Romane des 20. Jahrhunderts.

      genau das brauche ich hier nicht. egal, mit welchem etikett es verkauft wird. wie andere dazu stehen, ist deren sache. meine meinung dazu kann man im strang lesen.

      • Liebe Elisa,
        hier kann jeder schreiben, was er will und ich veröffentliche auch, was ich will. Dazu ist mein Forum da. Es muss natürlich nicht jedem gefallen. Wenn Du das “genau hier nicht brauchst”, dann überlies es einfach.

      • liebe Frau Schneider,

        ich muss in diesem fall um entschuldigung bitten:
        das “HIER” sollte gerade hier nicht stehen, ist überflüssig. das kommt davon, wenn man nicht gut sieht, sätze neu zusammensetzt und hin und her kopiert.

      • @Elisa
        Und noch einmal : “So grün war mein Tal” oder “Die Sterne blicken herab” wie auch viele andere Romane kann man überhaupt nicht mit Lady Chatterley vergleichen und das sollte man auch nicht. Lawrence hat den Roman in voller Absicht so geschrieben wie er ist, eben um etwas zu bewegen, um etwas aufzubrechen ! Irgendeine sanft-lullige Geschichte hätte nichts bewegt, davon gab es ja schon genug. Jeder Mensch hat auch eine Verantwortung sich selbst gegenüber und dazu gehört es, sich aus einer ungesunden, vergifteten Verbindung zu befreien, die einen fast umbringt.Auch das wollte Lawrence zum Ausdruck bringen.
        Wenn Sie einen Beitrag nicht mögen, dann lesen Sie ihn doch nicht. Das mache ich auch so.

  3. “Aber was könnte trauriger und sinnloser sein, als wenn man eines Tages auf die Leere eines Lebens ohne Liebe zurückblicken müßte??”
    Das genau wird mit denen passieren, die sich in den Gender-Strudel begeben – zwangsläufig!
    Denn diese so genannte Gesellschaft (Gemeinschaft = Null) ist auf tönernen Füßen errichtet: Ideologie …
    Ideologie hat nichts mit Herz und Verstand zu tun, mit Zuneigung und Zärtlichkeit, einander verstehen und respektieren.
    Ideologien sind grundsätzlich seelenlos und nur für diejenigen von Vorteil, die sie aushecken …
    Ideologien machen die Menschen kalt und gefühllos …

    Gruß Rolf

    • “Aber was könnte trauriger und sinnloser sein, als wenn man eines Tages auf die Leere eines Lebens ohne Liebe zurückblicken müßte??”

      man sollte sexuelle anziehung (“liebe”) nicht mit wirklicher liebe verwechseln. es gibt viele arten von liebe, dies scheint aber in unserer übersexualsierten zeit in vergessenheit geraten zu sein:

      gottesliebe
      liebe der ehegatten, lebensgefährten (auch platonische soll es geben)
      elternliebe, liebe der kinder
      geschwisterliebe
      nächstenliebe, allgemein, (wie in der bibel gefordert)
      tierliebe
      auch die sorge und das kümmern um schwache und kranke jeden alters ist eine form von liebe.
      liste kann gerne vervollständigt werden.

      wer also um himmels willen, muss – wenn er nicht will (und der vermisst nichts) – ein ganzes leben ohne liebe leben?

      gruß!

  4. “… D.H. Lawrence stellt die Schönheit der Natur dem Moloch der Maschine, der Industrialisierung und der Geldgier gegenüber. Er stellt die Reinheit der Liebe und der körperlichen Vereinigung einer vereinsamten, seelen- und gefühllosen Gesellschaft entgegen …”

    man kann sich wirklich alles schönreden. ich war auf den sonntagsbeitrag sehr gespannt, habe mich darauf gefreut. ein zum gesellschaftsroman verklärtes angestaubtes werk, das schwüle phantasien bedient/e, habe ich allerdings nicht erwartet.

    eines ist sicher: der run auf das buch hatte sicher ganz handfeste gründe. gleichgültig was “uns der dichter damit sagen wollte”, einen tieferen sinn suchte darin damals gewiss niemand.

    es erstaunt mich andererseits sehr, dass hier kompromisslose lebensschützer schreiben und gleichzeitig (durch vorstellung/empfehlung eines buches) der ehebruch verharmlost wird. an scheidung dachte die gefühlvolle lady ja vor der schicksalhaften begegnung nicht wirklich. sie hatte soviel realitätssinn, dass sie sich denken konnte, dass gesellschaftliche ächtung folgen würde. interessant wäre die fortsetzung gewesen: mylady als bauersfrau an der seite dieses finanziell schwach ausgestatteten edlen wilden …

    es gibt/gab im netz schöne videos wie so ein durchschnitts-farmerleben anfang des 20. jahrhunderts aussah, besonders nach den häufiger vorkommenden missernten, körperlich schwerer arbeit ohne ende, krankem vieh, jährlichem kindersegen und anderen unwägbarkeiten: die passenden voraussetzungen für eine liebe wie im roman.

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