Samstag, 26. November 2022
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Putins Rede: „Schwindendes kreatives Potenzial des Westens

Vladimir Putin, Kremlin.ru, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Eine Vorbemerkung: Wladimir Putin hielt am Donnerstag, 27. Oktober 2022, während eines viertägigen Treffens in Moskau eine vielbeachtete Rede – die sog. Valdai-Rede –, in der er sich vor allem kritisch mit der unipolaren Weltordnung befaßte. An dem „Forum“ nahmen 111 Experten, Politiker, Diplomaten und Wirtschaftswissenschaftler aus Russland und 40 anderen Ländern teil.

conservo wird seit Bestehen des Blogs immer wieder wegen seiner transatlantischen Orientierung kritisiert – was auch nach Übernahme der Herausgeberschaft durch Michael van Laack so geblieben ist. Das ist für mich weder überraschend noch irritierend; denn ich habe mich als Gründer von conservo immer wieder und stets deutlich zur westlichen Gemeinschaft und zu einem geeinten (aber nicht Einheits-)Europa bekannt, das im westlichen Bündnis Schutz und Vertrauen genießt.

Allerdings habe ich stets darauf geachtet, daß andere Meinungen nicht unterdrückt werden. Und so ist es für mich auch selbstverständlich, die Valdai-Rede Putins hier wiederzugeben. Da jeder aufmerksame Leser meine Einstellung zum Russland-Feldzug gegen die Ukraine kennt, habe ich darauf verzichtet, Putins in der Tat beachtenswerte Rede zu kommentieren. Die Leser jedoch sind herzlich eingeladen, ihre Meinung im Kommentarbereich zu äußern.

Mit besten Grüßen

Peter Helmes

Hier nun in deutscher Übersetzung der ungekürzte und unkommentierte Text der Rede Putins:

***

„Die Errichtung der bedingungslosen Dominanz des Westens über die Weltwirtschaft und Weltpolitik“

„Meine Damen und Herren, liebe Freunde,

ich hatte die Gelegenheit, mir ein Bild von dem zu machen, was Sie hier in den letzten Tagen diskutiert haben. Es war eine interessante und gehaltvolle Diskussion. Ich hoffe, daß Sie es nicht bereuen, nach Russland gekommen zu sein, um sich untereinander auszutauschen.

Ich freue mich, Sie alle zu sehen. Wir haben die Plattform des Valdai-Clubs mehr als einmal genutzt, um die großen und schwerwiegenden Veränderungen zu erörtern, die in der Welt bereits stattgefunden haben und noch stattfinden, sowie die Risiken, die sich aus der Schwächung der globalen Institutionen, Aushöhlung der Grundsätze der kollektiven Sicherheit und Substituierung des Völkerrechts durch „Regeln“ ergeben. Ich war versucht zu sagen: „Wir sind uns darüber im Klaren, wer sich diese Regeln ausgedacht hat, aber das wäre vielleicht nicht die richtige Aussage. Wir haben keinerlei Ahnung, wer sich diese Regeln ausgedacht hat, worauf diese Regeln beruhen oder was in diesen Regeln enthalten ist.

Das Leben ist der objektivste Lehrmeister

Es sieht so aus, als ob wir Zeugen eines Versuchs sind, nur eine einzige Regel durchzusetzen, nach der die Mächtigen – wir sprachen von Macht, und ich spreche jetzt von globaler Macht – leben könnten, ohne sich an irgendwelche Regeln zu halten, und mit allem davonzukommen. Das sind die Regeln, auf die sie, wie man sagt, ständig pochen, d.h. unaufhörlich darüber sprechen.

Die Valdai-Diskussionen sind wichtig, weil man hier eine Vielzahl von Einschätzungen und Prognosen zu hören bekommt. Das Leben zeigt immer, wie richtig sie lagen, denn das Leben ist der strengste und objektivste Lehrmeister. So zeigt das Leben, wie genau die Prognosen der vergangenen Jahre zutrafen.

Leider folgen die Ereignisse weiterhin einem negativen Trend, wie wir bei unseren früheren Treffen mehr als einmal erörtert hatten. Darüber hinaus haben sie sich zu einer größeren systemweiten Krise ausgeweitet, die sich nicht nur auf den militärisch-politischen, sondern auch auf den wirtschaftlichen und humanitären Bereich erstreckt.

Der Westen suchte die Eskalation

Der sogenannte Westen, der natürlich ein theoretisches Konstrukt darstellt, weil er nicht geeint ist und es sich eindeutig um ein hochkomplexes Konglomerat handelt, hat in den letzten Jahren und vor allem in den letzten Monaten eine Reihe von Schritten unternommen, die auf eine Eskalation der Situation abzielen. Sie versuchen eigentlich immer, die Dinge zu verschärfen, was auch nichts Neues ist.

Dazu gehören das Schüren des Krieges in der Ukraine, die Provokationen rund um Taiwan und die Destabilisierung der globalen Lebensmittel- und Energiemärkte. Letzteres geschah natürlich nicht mit Absicht, das steht außer Zweifel. Die Destabilisierung des Energiemarktes war das Ergebnis einer Reihe systemischer Fehlleistungen westlicher Behörden, wie ich eingangs erwähnt hatte. Wie wir jetzt sehen, wurde die Situation durch die Zerstörung der paneuropäischen Gaspipelines noch verschärft. Das alles klingt jenseitig, aber wir wurden dennoch Zeugen dieser traurigen Entwicklungen.

Die globale Macht ist genau das, um was es dem sogenannten Westen bei seinem Spiel geht. Aber dieses Spiel ist ganz sicher gefährlich, blutig und, ich würde sagen, schmutzig. Es setzt sich über die Souveränität der Länder und Völker, deren Identität und Einzigartigkeit hinweg und tritt die Interessen anderer Staaten mit Füßen. Auch wenn das Wort „Aberkennung“ nicht verwendet wird, tun sie es stets im realen Leben. Niemand außer denen, welche die erwähnten Regeln aufstellten, sind berechtigt, ihre Identität zu bewahren: Alle anderen haben sich diesen Regeln zu fügen.

Krise hat globale Dimensionen erreicht

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie an die Vorschläge Russlands an unsere westlichen Partner erinnern, um Vertrauen und ein kollektives Sicherheitssystem aufzubauen. Sie wurden im Dezember 2021 einmal mehr nur verworfen.

Doch Aussitzen kann in der modernen Welt kaum noch funktionieren. Wer den Wind sät, wird den Sturm ernten, so ein Sprichwort. Die Krise hat in der Tat globale Dimensionen erreicht und jeden getroffen. Darüber darf man sich keine Illusionen hingeben.

Die Menschheit steht an einer Wegkreuzung: Entweder sie läßt die Probleme weiter akkumulieren und wird schließlich unter ihrer Last zerbrechen, oder sie arbeitet gemeinsam an Lösungen – auch an unvollkommenen, solange sie funktionieren –, die unsere Welt stabiler und sicherer machen.

Ich habe immer an die Kraft des gesunden Menschenverstands geglaubt

Wissen Sie, ich habe immer an die Kraft des gesunden Menschenverstands geglaubt. Deshalb bin ich davon überzeugt, daß früher oder später sowohl die neuen Zentren der multipolaren Weltordnung als auch der Westen einen Dialog auf Augenhöhe über eine gemeinsame Zukunft für uns alle aufnehmen müssen – je früher, desto besser natürlich. In diesem Zusammenhang möchte ich einige der wichtigsten Aspekte für uns alle herausstreichen.

Die aktuellen Entwicklungen haben Umweltfragen in den Hintergrund gedrängt. So seltsam es klingen mag, aber genau darüber möchte ich heute zuerst sprechen. Der Klimawandel steht nicht mehr ganz oben auf der Tagesordnung. Aber diese grundlegende Herausforderung ist nicht verschwunden, sie ist immer noch da, und sie nimmt zu.

Der Verlust biologischer Artenvielfalt ist eine der gefährlichsten Folgen der Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts. Damit komme ich zu dem zentralen Punkt, wegen dem wir alle hier zusammengekommen sind. Ist es nicht ebenso wichtig, die kulturelle, soziale -, politische – und zivilisatorische Vielfalt beizubehalten?

Die Blindheit des Westens

Gleichzeitig bedeutet Nivellierung und Auslöschung aller Unterschiede im Wesentlichen das, was den modernen Westen ausmacht. Was steht dahinter? In erster Linie das schwindende kreative Potenzial des Westens und sein Wunsch, die freie Entwicklung anderer Zivilisationen zu hemmen und zu blockieren.

Natürlich gibt es auch ein offen geschäftliches Interesse. Indem sie anderen ihre Werte, Konsumgewohnheiten und Standardisierung aufzwingen, versuchen unsere Gegner – ich werde meine Worte mit Vorsicht wählen – die Märkte für ihre Produkte zu erweitern. Das damit verfolgte Ziel ist letztlich sehr primitiv. Es ist bemerkenswert, daß der Westen den universellen Wert seiner Kultur und Weltanschauung verkündet. Auch wenn sie dies nicht so offen ansprechen und oft so tun, handeln sie so, als ob es Bestandteil des Lebens wäre, indem die von ihnen betriebene Politik zeigen soll, daß diese Werte von allen anderen Mitgliedern der internationalen Gemeinschaft bedingungslos akzeptieren werden müßten.

Ich möchte aus der berühmten Harvard-Abschlußansprache von Alexander Solschenizyn aus dem Jahr 1978 zitieren. Er sagte, typisch für den Westen sei, „eine notorische Blindheit an Überlegenheit“ – und sie hält bis heute an –, die „den Glauben hochhält, daß weite Landstriche überall auf unserem Planeten sich nach dem heutigen westlichen System zu entwickeln und reifen hätten“. Das sagte er 1978. Daran hat sich nichts verändert.

Vernichtung durch Cancel Culture

In den fast 50 Jahren, die seither vergangen sind, hat die Blindheit, von der Solschenizyn sprach und die offen rassistisch und neokolonialistisch ist, besonders deformierte Formen angenommen, insbesondere nach dem Entstehen der so genannten unipolaren Welt (Ordnung). Worauf beziehe ich mich? Der Glaube an die eigene Unfehlbarkeit ist sehr gefährlich; er ist nur einen Schritt entfernt von dem Wunsch der Unfehlbaren, diejenigen zu vernichten, die ihnen nicht gefallen, oder, wie sie sagen, ihrem Wunsch sie zu annullieren („cancel culture“). Denken Sie einmal über die Bedeutung dieses Wortes nach.

Selbst auf dem absoluten Höhepunkt des Kalten Krieges, dem Höhepunkt der Konfrontation der beiden Systeme, ihrer Ideologien und militärischen Rivalität, kam es niemandem in den Sinn, die Existenz der Kultur, der Kunst und der Wissenschaft anderer Völker oder ihrer Gegner, abzuerkennen. Es kam auch niemandem in den Sinn. Ja, es gab gewisse Einschränkungen bei den Kontakten in Bildung, Wissenschaft, Kultur und leider auch im Sport. Doch, gleichwohl verstanden sowohl die sowjetische als auch die amerikanische Führung, daß es notwendig war, den humanitären Bereich taktvoll zu behandeln, ihren Rivalen zu erforschen und zu respektieren und manchmal sogar von ihm zu lernen, um zumindest eine Grundlage für solide, produktive Beziehungen in der Zukunft zu sicherzustellen.

Der totalitäre Liberalismus

Und was geschieht heute? Einst gingen die Nazis so weit, Bücher zu verbrennen, und jetzt sind die westlichen „Hüter des Liberalismus und des Fortschritts“ so weit, Dostojewski und Tschaikowski zu verbieten. Die sogenannte „Annullierung der Kultur“ (Cancel Culture) und in Wirklichkeit – wie wir schon oft gesagt haben – die wirkliche Abschaffung der Kultur besteht darin, alles Lebendige und Kreative auszurotten und das freie Denken in allen Bereichen, sei es in der Wirtschaft, der Politik oder Kultur, zu ersticken.

Heute hat sich die liberale Ideologie selbst bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Verstand man unter klassischem Liberalismus zunächst die Freiheit eines jeden Menschen, zu tun und zu sagen, was er will, so begannen die Liberalen im 20. Jahrhundert, Feinde der sogenannten offenen Gesellschaft zu benennen, deren Freiheit zu limitieren, wenn nicht zu beseitigen. Es hat den absurden Punkt erreicht, an dem jede alternative Meinung zu subversiver Propaganda und einer Bedrohung der Demokratie erklärt wird.

Alles, was aus Russland kommt, wird als „Kreml-Intrigen“ gebrandmarkt. Aber sehen Sie sich es selbst an. Sind wir wirklich so allmächtig? Jede Kritik an unseren Gegnern – jede – wird als „Kreml-Intrige“ oder als „die Hand des Kremls“ wahrgenommen. Das ist wahnwitzig. Wie tief sind sie gesunken? Sie sollten hingegen Ihren Verstand benutzen, etwas Interessanteres zu artikulieren oder ihren Standpunkt konzeptionell darzulegen. Man kann nicht alles auf Intrigen des Kremls schieben.

Von grenzenloser Freiheit zu grenzenloser Willkür

Fjodor Dostojewski hat das alles schon im 19. Jahrhundert prophetisch vorausgesagt. Eine der Figuren seines Romans „Dämonen“, der Nihilist Schigalew, beschrieb die strahlende Zukunft, die er sich vorstellte, folgendermaßen: „Von der grenzenlosen Freiheit ausgehend, ende ich mit grenzenloser Willkür.“ Das ist es, wo unsere westlichen Gegner angekommen sind. Eine andere Figur des Romans, Pjotr Werchowenskj, spricht von der Notwendigkeit des allgemeinen Verrats, Meldeerstattung und Spionage und behauptet, daß die Gesellschaft keine Talente oder größeren Fähigkeiten benötigt: „Ciceros Zunge wird herausgeschnitten, Kopernikus werden die Augen ausgestochen und Shakespeare wird gesteinigt. Das ist es, worauf unsere westlichen Gegner hinauswollen. Was ist das, wenn nicht westliche Annullierungskultur?

Das waren große Denker, und ich bin, offen gesagt, meinen Helfern gegenüber dankbar, daß sie diese Zitate ausfindig machten. Was soll man dazu sagen? Die Geschichte wird mit Sicherheit alles an seinen Platz weisen und wissen, wen sie zu annullieren hat, und das werden mit Sicherheit nicht die größten Werke universal anerkannter Genies der Weltkultur sein, sondern diejenigen, die aus irgendeinem Grund sich das Recht zuerkannten, Weltkultur nach ihrem Belieben zu verwenden. Ihr Selbstwertgefühl kennt wirklich keine Grenzen. In ein paar Jahren wird sich niemand mehr an ihre Namen erinnern. Aber Dostojewski wird weiterleben, ebenso wie Tschaikowsky und Puschkin, so sehr sie sich auch das Gegenteil wünschten.

Das neokoloniale Modell der Globalisierung

Standardisierung, finanzielle und technologische Monopolisierung, die Auslöschung aller Unterschiede – das ist es, was dem westlichen Modell der Globalisierung zugrunde liegt, das von Natur aus neokolonial ist. Ihr Ziel war klar: Die Errichtung der bedingungslosen Dominanz des Westens über die Weltwirtschaft und Weltpolitik. Zu diesem Zweck stellte der Westen die natürlichen und finanziellen Ressourcen des gesamten Planeten sowie alle intellektuellen, menschlichen und wirtschaftlichen Fähigkeiten in seinen Dienst, während er behauptet, dies sei ein natürliches Merkmal der sogenannten neuen globalen Interdependenzen.

An dieser Stelle möchte ich an einen anderen russischen Philosophen erinnern, Alexander Sinowjew, dessen hundertsten Geburtstag wir am 29. Oktober begehen. Vor mehr als 20 Jahren sagte er, daß die westliche Zivilisation als Mittel zur Existenz den gesamten Planeten und alle Ressourcen der Menschheit benötigt, um auf dem erreichten Niveau zu überleben. Das ist es, was sie wollen, das ist exakt das, was es ist.

Darüber hat sich der Westen von Beginn an einen riesigen Vorsprung in diesem System gesichert, weil er die Prinzipien und Mechanismen aufstellte – so wie die Regeln heute, von denen sie andauernd sprechen, die jedoch ein unverständliches schwarzes Loch bleiben, weil niemand wirklich weiß, wie sie lauten. Doch, sobald Nicht-Westliche-Länder begannen, von der Globalisierung zu profitieren, vor allem die großen Nationen in Asien, hat der Westen viele dieser Regeln sofort geändert oder ganz abgeschafft. Und die so genannten heiligen Prinzipien des Freihandels, der wirtschaftlichen Offenheit, des gleichen Wettbewerbs und sogar der Eigentumsrechte waren plötzlich völlig vergessen. Sie ändern die Regeln im Vorbeigehen, auf der Stelle, wenn immer sie eine Gelegenheit für sich erkennen.

Hier ein weiteres Beispiel für den Austausch von Begriffen und Bedeutungen. Viele Jahre lang haben westliche Ideologen und Politiker der Welt erzählt, es gäbe keine Alternative zur Demokratie. Damit meinten sie freilich das westliche, das so genannte liberale Demokratiemodell. Alle anderen Varianten und Formen der Volksherrschaft lehnten sie arrogant ab, und zwar, das möchte ich betonen, mit Verachtung und Geringschätzung. Dieses Verhalten hat sich seit Kolonialzeiten herausgebildet, als ob alle Menschen zweitklassig wären, während nur sie selbst eine Ausnahme bildeten. Das geht schon seit Jahrhunderten so und hält bis heute an.

Demokratische Grundsätze in internationalen Beziehungen

Gegenwärtig fordert eine überwältigende Mehrheit der internationalen Gemeinschaft Demokratie in internationalen Angelegenheiten und lehnt jede Form von autoritärem Diktat durch einzelne Länder oder Ländergruppen ab. Was ist das, wenn nicht die direkte Anwendung demokratischer Grundsätze in internationalen Beziehungen?

Welche Haltung nimmt der „zivilisierte“ Westen dazu ein? Falls sie Demokraten wären, sollten Sie den natürlichen Freiheitsdrang der Milliarden an Menschen begrüßen, aber nein: Der Westen nennt es Untergrabung der liberalen, auf Regeln basierten Ordnung. Er greift auf Wirtschafts- und Handelskriege, Sanktionen, Boykotte und farbige Revolutionen zurück und bereitet alle Arten von Umstürzen vor und führt sie auch durch.

Einer davon führte 2014 in der Ukraine zu tragischen Folgen. Sie haben den Putsch unterstützt und sogar angegeben, wie viel Geld sie dafür ausgegeben hatten. Sie haben die Dreistigkeit zu handeln, wie es ihnen gefällt, und zeigen keinerlei Skrupel bei all ihrem Tun. Sie töteten (Qasem) Soleimani, einen iranischen General. Man kann über Soleimani denken, wie man will, aber er war ein ausländischer Staatsoffizieller. Sie haben ihn in einem Drittland getötet und die Verantwortung dafür übernommen. Was soll das heißen, um Himmels willen? In was für einer Welt leben wir eigentlich?

US-Repressionen und Sanktionen sogar gegen Verbündete

Wie üblich bezeichnet Washington die derzeitige internationale Ordnung als liberal-amerikanisch, aber in Wirklichkeit vervielfacht diese berüchtigte „Ordnung“ täglich das Chaos und wird sogar gegenüber den westlichen Ländern und ihren Versuchen, unabhängig zu handeln, immer intoleranter. Alles wird im Keim erstickt, und sie zögern nicht einmal, Sanktionen gegen ihre eigenen Verbündeten zu verhängen, die mit gesenkten Köpfen solchem Treiben einwilligen.

So wurden beispielsweise die Vorschläge der ungarischen Abgeordneten im Juli (dieses Jahres), das Bekenntnis zu den europäischen christlichen Werten und zur europäischen Kultur im Vertrag zur Europäischen Union zu verankern, nicht einmal als Affront, sondern als offener und feindseliger Sabotageakt aufgefaßt. Was bedeutet das? Was soll das bedeuten? Manchen mag es gefallen, anderen nicht.

Im Laufe von tausend Jahren hat Russland eine einzigartige Kultur der Wechselbeziehung zwischen allen Weltreligionen entwickelt. Es gibt keinen Grund, irgendetwas zu streichen, seien es christliche Werte, islamische Werte oder jüdische Werte. Wir haben auch andere Weltreligionen. Alles, was man tun muß, ist, sich gegenseitig zu respektieren. In einigen unserer Regionen – das weiß ich aus erster Hand – feiern die Menschen christliche, islamische, buddhistische und jüdische Feiertage gemeinsam, und sie tun das gerne, weil sie sich gegenseitig gratulieren und sich füreinander freuen.

Aber hier nicht. Warum eigentlich nicht? Zumindest könnten sie darüber diskutieren. Erstaunlich!

Über die doktrinäre Systemkrise des neoliberalen Modells

Ohne Übertreibung handelt es sich hier nicht einmal um eine systemische, sondern um eine doktrinäre Krise des neoliberalen Modells der internationalen Ordnung amerikanischer Prägung. Sie haben keine Ideen für Fortschritt und positive Entwicklung. Sie haben der Welt einfach nichts zu bieten, außer die Weiterführung ihrer Vorherrschaft.

Ich bin davon überzeugt, daß echte Demokratie in einer multipolaren Welt in erster Linie von der Fähigkeit jeder Nation – ich betone – jeder Gesellschaft oder Zivilisation abhängt, ihren eigenen Weg zu beschreiten und ihr eigenes sozio-politisches System zu organisieren. Wenn die Vereinigten Staaten oder die EU-Länder dieses Recht beanspruchen, dann haben die Länder Asiens, die islamischen Staaten, die Monarchien am Persischen Golf und die Länder auf anderen Kontinenten sicherlich auch dieses Recht. Natürlich hat auch unser Land, Russland, dieses Recht, und niemand wird unserem Volk jemals vorschreiben können, welche Art von Gesellschaft wir aufbauen und auf welchen Prinzipien sie beruhen soll.

Eine unmittelbare Bedrohung für das politische, wirtschaftliche und ideologische Monopol des Westens besteht darin, daß die Welt alternative Gesellschaftsmodelle hervorbringen kann, die wirksamer – ich möchte betonen: wirksamer, intelligenter und attraktiver sind als die gegenwärtigen. Diese Modelle werden mit Sicherheit zustande kommen. Das ist unvermeidlich. Übrigens schreiben auch amerikanische Politikwissenschaftler und Analysten darüber. Ehrlich gesagt, hört ihre Regierung nicht auf das, was sie sagen, obwohl sie nicht umhinkönnen, diese Konzepte in politikwissenschaftlichen Zeitschriften und Diskussionen wahrzunehmen.

Gemeinsames Fundament für die Zukunft der Menschheit

Die Entwicklung sollte sich auf einen Dialog zwischen den Zivilisationen und geistigen und moralischen Werten stützen. In der Tat können sich Auffassungen von Zivilisationen dahin gehend unterscheiden, was den Menschen und sein Wesen ausmacht, aber diese Unterschiede sind oft nur oberflächlich, doch alle erkennen letztendlich die Würde und das spirituelle Wesen des Menschen an. Ein gemeinsames Fundament, auf dem wir unsere Zukunft aufbauen können und müssen, ist von entscheidender Bedeutung.

Hier möchte ich etwas betonen. Traditionelle Werte sind kein starres Postulat, an das sich jeder halten muß, natürlich nicht. Der Unterschied zu den so genannten neoliberalen Werten besteht darin, daß sie in jedem einzelnen Fall einzigartig sind, weil sie auf den Traditionen einer bestimmten Gesellschaft, ihrer Kultur und ihrem historischen Hintergrund beruhen. Deshalb kann man traditionelle Werte niemandem aufzwingen. Sie müssen einfach respektiert werden, und alles, was jede Nation im Laufe der Jahrhunderte für sich selbst gewählt hat, muß mit Sorgfalt behandelt werden.

So verstehen wir die traditionellen Werte, und die Mehrheit der Menschheit teilt und akzeptiert unseren Ansatz. Das ist verständlich, denn die traditionellen Gesellschaften des Ostens, Lateinamerikas, Afrikas und Eurasiens bilden die Grundlage der Weltzivilisation.

Die Achtung der Sitten und Gebräuche von Völkern und Zivilisationen liegt im Interesse aller. Dies liegt auch im Interesse des „Westens“, der auf der internationalen Bühne schnell zu einer Minderheit wird, da er seine Vormachtstellung verliert. Natürlich muß das Recht der westlichen Minderheit auf eine eigene kulturelle Identität – das möchte ich betonen – gewährleistet und respektiert werden, aber vor allem gleichberechtigt mit den Rechten aller anderen Nationen.

Über die Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer

Wenn die westlichen Eliten glauben, daß sie ihre Menschen und ihre Gesellschaften dazu bringen können, die meiner Meinung nach seltsamen und trendigen Ideen wie Dutzende von Geschlechtern oder Schwulenparaden anzunehmen, dann soll es so sein. Sollen sie doch machen, was sie wollen. Aber sie haben sicherlich nicht das Recht, anderen vorzuschreiben, in ihre Fußstapfen zu treten.

Wir sehen die komplizierten demografischen, politischen und sozialen Prozesse, die in den westlichen Ländern stattfinden. Das ist natürlich ihre eigene Angelegenheit. Russland mischt sich nicht in solche Angelegenheiten ein und hat auch nicht die Absicht, dies zu tun. Anders als der Westen kümmern wir uns um unsere eigenen Angelegenheiten. Aber wir hoffen, daß der Pragmatismus siegen wird und der Dialog Russlands mit dem echten, traditionellen Westen sowie mit anderen ebenbürtigen Entwicklungszentren einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer multipolaren Weltordnung leisten wird.

Multipolarität der Welt – die echte und einzige Chance

Ich füge hinzu, daß die Multipolarität eine echte und eigentlich die einzige Chance für Europa ist, seine politische und wirtschaftliche Identität wiederherzustellen. Um die Wahrheit zu sagen – und dieser Gedanke wird heute in Europa ausdrücklich geäußert – ist die Rechtsfähigkeit Europas sehr begrenzt. Ich habe versucht, es milde auszudrücken, um niemanden zu beleidigen.

Die Welt ist von Natur aus vielfältig, und die Versuche des Westens, alle in das gleiche Schema zu pressen, sind eindeutig zum Scheitern verurteilt. Es wird nichts dabei herauskommen.

Das eitle Streben nach globaler Vorherrschaft und im Wesentlichen nach Diktat bzw. dem Erhalt der Führungsrolle durch Diktat schmälert in der Tat das internationale Ansehen der führenden Politiker der westlichen Welt, einschließlich der Vereinigten Staaten, und verstärkt generell das Mißtrauen gegenüber ihrer Verhandlungsfähigkeit. Sie sagen heute das eine und morgen das andere; sie unterzeichnen Dokumente und widerrufen sie, sie machen, was sie wollen. Es gibt keine Stabilität in irgendetwas. Wie Dokumente unterzeichnet werden, was besprochen wurde, worauf wir hoffen können – all das ist völlig unklar.

Früher haben es nur wenige Länder gewagt, mit Amerika zu streiten, und es sah fast sensationell aus, während es jetzt zur Routine geworden ist, daß alle möglichen Staaten die unbegründeten Forderungen Washingtons zurückweisen, obwohl Washington weiterhin versucht, Druck auf alle auszuüben. Das ist eine verfehlte Politik, die zu nichts führt. Aber lassen Sie sie – auch das bleibt ihre Wahl.

Ich bin überzeugt, daß die Völker der Welt ihre Augen vor einer Politik des Zwangs nicht verschließen werden, die sich selbst diskreditiert hat. Jedes Mal wird der Westen einen höheren Preis für seine Versuche zahlen müssen, seine Hegemonie zu bewahren. Wäre ich eine westliche Elite, würde ich diesen Aspekt ernsthaft abwägen. Wie ich bereits sagte, denken einige Politikwissenschaftler und Politiker in den Vereinigten Staaten bereits darüber nach.

Unter den gegenwärtigen Bedingungen des intensiven Konflikts werde ich bestimmte Dinge direkt ansprechen. Als unabhängige und eigenständige Zivilisation hat sich Russland nie als Feind des Westens gesehen und sieht sich auch nicht als solcher. Amerikafeindlichkeit, Anglophobie, Frankophobie und Germanophobie sind die gleichen Formen von Rassismus wie Russophobie oder Antisemitismus und im Übrigen auch Fremdenfeindlichkeit in all ihren Erscheinungen.

Es gibt mindestens zwei Formen des Westens

Man muß sich einfach darüber im Klaren sein, daß es, wie ich bereits erwähnte, zwei Westen gibt – mindestens zwei, vielleicht auch mehr, aber mindestens zwei –, den Westen der traditionellen, vor allem christlichen Werte, der Freiheit, des Patriotismus, der großen Kultur und jetzt auch der islamischen Werte – ein wesentlicher Teil der Bevölkerung in vielen westlichen Ländern folgt dem Islam. Dieser Westen ist uns in gewisser Weise nahe. Wir teilen mit ihm gemeinsame, sogar uralte Wurzeln. Aber es gibt auch einen anderen Westen – aggressiv, kosmopolitisch und neokolonial. Er agiert als Werkzeug der neoliberalen Eliten. Natürlich wird Russland niemals mit den Diktaten eines solchen Westens übereinstimmen.

Nachdem ich im Jahr 2000 zum Präsidenten gewählt wurde, werde ich mich immer daran erinnern, was mich erwartete: Ich werde mich an den Preis erinnern, den wir für die Zerschlagung der Höhlen des Terrorismus im Nordkaukasus gezahlt haben, die der Westen zu jener Zeit beinahe offen unterstützte. Wir alle hier sind Erwachsene; die meisten von Ihnen in diesem Saal verstehen, wovon ich spreche. Wir wissen, daß genau das in der Praxis geschah: finanzielle, politische und informationelle Unterstützung. Wir alle haben es durchgemacht.

Der Westen hat Terrorismus nicht nur unterstützt

Mehr noch, der Westen hat Terroristen auf russischem Territorium nicht nur aktiv unterstützt, sondern diese Bedrohung in vielerlei Hinsicht großgezogen. Das wissen wir. Dennoch haben wir, nachdem sich die Lage stabilisiert hatte und die wichtigsten Terrorbanden auch dank der Tapferkeit des tschetschenischen Volkes besiegt worden waren, beschlossen, nicht umzukehren, nicht die Beleidigten zu spielen, sondern vorwärts zu gehen, Beziehungen auch zu denjenigen aufzubauen, die tatsächlich gegen uns vorgingen, Beziehungen zu allen zu knüpfen und zu entwickeln, die dies wollten, auf der Grundlage des gegenseitigen Nutzens und gegenseitiger Achtung.

Wir dachten, das sei im Interesse aller. Russland hatte, Gott sei Dank, alle Schwierigkeiten dieser Zeit überstanden, war standhaft, wurde stärker, konnte mit dem Terrorismus von innen und außen fertig werden, seine Wirtschaft blieb erhalten, es begann sich zu entwickeln und seine Verteidigungsfähigkeit wurde immer besser. Wir haben versucht, Beziehungen zu den führenden Ländern des Westens und zur NATO aufzubauen. Die Botschaft war dieselbe: Laßt uns aufhören, Feinde zu sein, laßt uns als Freunde zusammenleben, laßt uns den Dialog aufnehmen, laßt uns Vertrauen und damit Frieden schaffen. Wir waren absolut aufrichtig, das möchte ich betonen. Wir waren uns über die Komplexität dieser Annäherung im Klaren, aber wir haben ihr zugestimmt.

Das Ziel des Westens hieß Vernichtung – nicht Kooperation

Was haben wir als Antwort erhalten? Kurz gesagt, wir erhielten ein „Nein“ in allen wichtigen Bereichen der möglichen Zusammenarbeit. Wir erfuhren einen immer stärkeren Druck gegen uns mit Spannungsherden in der Nähe unserer Grenzen. Und was, wenn ich fragen darf, ist der Zweck dieses Drucks? Worin besteht er? Ist er nur zur Übung da? Nein, natürlich nicht. Das Ziel war es, Russland verwundbarer zu machen. Das Ziel besteht darin, Russland zu einem Werkzeug zu machen, um die eigenen geopolitischen Ziele zu erreichen.

Tatsächlich ist dies eine universelle Regel: Sie versuchen, jeden zu einem Werkzeug zu machen, um diese Werkzeuge für ihre eigenen Zwecke zu nutzen. Und diejenigen, die sich diesem Druck nicht beugen, die kein solches Werkzeug abgeben wollen, werden sanktioniert: Es werden alle möglichen wirtschaftlichen Restriktionen gegen sie und in Bezug auf sie durchgeführt, Putsche werden vorbereitet oder wenn möglich durchgeführt und so weiter. Und am Ende, wenn gar nichts getan werden kann, ist das Ziel dasselbe: sie zu vernichten, sie von der politischen Landkarte zu tilgen. Aber es ist nicht möglich und wird auch nie möglich sein, ein solches Szenario in Bezug auf Russland zu konzipieren und auszuführen.

Was kann ich noch hinzufügen? Russland fordert die westlichen Eliten nicht heraus. Russland hält lediglich sein Recht auf Existenz und freie Entwicklung hoch. Wesentlich ist, daß wir selbst kein neuer Hegemon werden. Russland versucht nicht, eine unipolare Welt durch eine bipolare, tripolare oder andere dominierende Ordnung oder die westliche Vorherrschaft durch eine Vorherrschaft aus dem Osten, Norden oder Süden ersetzen zu wollen. Dies würde unweigerlich in eine weitere Sackgasse führen.

Es gilt, Fortschritt in alle Richtungen zu betreiben

An dieser Stelle möchte ich die Worte des großen russischen Philosophen Nikolai Danilewski zitieren. Er war der Meinung, der Fortschritt bestehe nicht darin, daß alle in die gleiche Richtung gehen, wie es einige unserer Gegner zu wollen scheinen. Dies würde nur dazu führen, daß der Fortschritt zum Stillstand kommt, so Danilewski. Der Fortschritt, sagte er, bestehe darin, „das Feld, das die historische Aktivität der Menschheit darstellt, in alle Richtungen zu durchschreiten“, und fügte hinzu, daß sich keine Zivilisation anmaßen sollte, den Höhepunkt der Entwicklung darzustellen.

Ich bin überzeugt, daß Diktatur nur durch die freie Entwicklung der Länder und Völker begegnet werden kann; die Entwürdigung des Individuums kann durch die Liebe des Menschen als Schöpfer überwunden werden; primitive Vereinfachung und Verbote können durch die florierende Komplexität von Kultur und Tradition ersetzt werden.

Die Bedeutung des heutigen historischen Moments liegt in den Möglichkeiten eines demokratischen und eigenständigen Entwicklungsweges eines jeden, der sich gegenüber allen Zivilisationen, Staaten und Vereinigung der Integration auftut. Wir glauben vor allem, daß die neue Weltordnung auf Recht und Gesetz beruhen und frei, unverwechselbar und fair sein muß.

Mißbrauch globaler Finanzstrukturen unterbinden!

Auch die Weltwirtschaft und der Handel müssen fairer und offener werden. Russland hält die Schaffung neuer internationaler Finanzplattformen für unumgänglich; dies schließt internationale Transaktionen ein. Diese Plattformen sollten über den nationalen Gerichtsbarkeiten stehen. Sie sollten sicher, entpolitisiert und automatisiert sein und nicht von einem einzigen Kontrollzentrum abhängen. Ist dies nun möglich oder nicht? Natürlich ist es möglich. Es wird jedoch große Anstrengungen erfordern. Viele Länder werden ihre Anstrengungen bündeln müssen, aber es ist möglich.

Dies schließt die Möglichkeit des Mißbrauchs in einer neuen globalen Finanzinfrastruktur aus. Sie würde es ermöglichen, effektive, vorteilhafte und sichere internationale Transaktionen ohne den Dollar oder eine der sogenannten Reservewährungen durchzuführen. Dies ist umso wichtiger, als der Dollar jetzt als Waffe eingesetzt wird; die Vereinigten Staaten und der Westen im Allgemeinen haben die Institution der internationalen Finanzreserven diskreditiert. Zuerst haben sie diese durch Inflation in der Dollar- und Eurozone entwertet und dann unsere Gold- und Währungsreserven genommen.

Über die Notwendigkeit einer neuen Finanzpolitik

Der Übergang zu Transaktionen in nationalen Währungen wird schnell an Dynamik gewinnen. Das ist unvermeidlich. Natürlich hängt es vom Status der Emittenten dieser Währungen und dem Zustand ihrer Volkswirtschaften ab, aber sie werden stärker werden, und diese Transaktionen werden sich zwangsläufig allmählich gegenüber den anderen durchsetzen. Dies ist die Logik einer souveränen Wirtschafts- und Finanzpolitik in einer multipolaren Welt.

Darüber hinaus verfügen die neuen globalen Entwicklungszentren bereits über unübertroffene Technologie und Forschung in verschiedenen Bereichen und können in vielen Bereichen erfolgreich mit westlichen transnationalen Unternehmen konkurrieren.

Es liegt auf der Hand, daß wir ein gemeinsames und sehr pragmatisches Interesse an einem freien und offenen wissenschaftlichen und technologischen Austausch haben. Wenn wir uns zusammentun, können wir mehr gewinnen, als wenn wir getrennt handeln. Die Mehrheit sollte von diesem Austausch profitieren, nicht einzelne superreiche Konzerne.

Wie sieht es heute aus? Wenn der Westen Medikamente oder Saatgut an andere Länder verkauft, sagt er ihnen, sie sollen ihre nationalen Pharmaindustrien und Auswahl vernichten. Im Grunde läuft es darauf hinaus, daß seine Lieferungen an Werkzeugmaschinen und Ausrüstungen die einheimische Maschinenbauindustrie zerstören. Das habe ich schon zu meiner Zeit als Premierminister erkannt. Sobald man seinen Markt für eine bestimmte Produktgruppe öffnet, geht der lokale Hersteller sofort unter, und es ist fast unmöglich für ihn, wieder hoch zu kommen. Auf diese Weise bauen sie Beziehungen auf. Auf diese Weise übernehmen sie Märkte und Ressourcen, und die Länder verlieren ihr technologisches und wissenschaftliches Potenzial. Das ist kein Fortschritt, sondern Versklavung und Rückführung der Volkswirtschaften auf primitive Niveaus.

Fortschritt soll Ungleichheit verringern – nicht verstärken

Die technologische Entwicklung sollte die globale Ungleichheit nicht verstärken, sondern eher verringern. Auf diese Weise hat Russland traditionell seine technologische Außenpolitik betrieben. Wenn wir zum Beispiel Kernkraftwerke in anderen Ländern bauen, schaffen wir Kompetenzzentren und bilden lokales Personal aus. Wir schaffen eine Industrie. Wir bauen nicht nur eine Anlage, sondern eine ganze Industrie. Wir geben anderen Ländern die Möglichkeit, in ihrer wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung neue Wege zu beschreiten, Ungleichheit zu verringern und ihren Energiesektor auf ein neues Niveau von Effizienz und Umweltfreundlichkeit zu bringen.

Ich möchte noch einmal betonen, daß Souveränität und ein eigener Entwicklungsweg keineswegs Isolation oder Autarkie bedeuten. Im Gegenteil, es geht um eine tatkräftige und für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit, die auf den Grundsätzen der Fairness und Gleichheit beruht.

Wenn es bei der liberalen Globalisierung darum geht, die ganze Welt zu entpersönlichen und ihr das westliche Modell aufzuzwingen, dann geht es bei der Integration im Gegensatz dazu darum, das Potenzial jeder Zivilisation zum Nutzen aller zu erschließen. Wenn Globalisierung ein Diktat ist – worauf sie letztlich hinausläuft –, dann ist Integration eine gemeinsame Anstrengung zur Entwicklung gemeinsamer Strategien, von denen alle profitieren können.

Über die großen Räume und multipolare Weltordnung

In dieser Hinsicht ist Russland der Ansicht, daß die Mechanismen zur Schaffung großer Räume, die auf der Wechselwirkung zwischen benachbarten Ländern beruhen, deren Volkswirtschaften und Sozialsysteme sowie deren Ressourcen und Infrastrukturen sich gegenseitig ergänzen, stärker genutzt werden müssen. Diese großen Räume bilden in der Tat die wirtschaftliche Grundlage einer multipolaren Weltordnung. Ihr Dialog führt zu einer echten Einheit der Menschheit, die viel komplexer, einzigartiger und mehrdimensionaler ist als die vereinfachenden Vorstellungen einiger westlicher Vordenker.

Die Einheit der Menschheit läßt sich nicht durch Befehle wie „mach es wie ich“ oder „sei wie wir“ herstellen. Sie entsteht durch die Berücksichtigung der Meinung aller und durch eine sorgfältige Auseinandersetzung mit der Identität jeder Gesellschaft und jeder Nation. Dies ist das Prinzip, das einer langfristigen Zusammenarbeit in einer multipolaren Welt zugrunde liegen kann.

Überarbeitung der Struktur der Vereinten Nationen

In dieser Hinsicht könnte es sich lohnen, die Struktur der Vereinten Nationen, einschließlich ihres Sicherheitsrates, zu überarbeiten, um die Vielfalt der Welt besser widerzuspiegeln. Schließlich wird in der Welt von morgen viel mehr von Asien, Afrika und Lateinamerika abhängen, als heute allgemein angenommen wird, und diese Zunahme ihres Einflusses ist zweifelsohne eine positive Entwicklung.

Ich möchte daran erinnern, daß die westliche Zivilisation auch in unserem gemeinsamen eurasischen Raum nicht die einzige ist. Außerdem konzentriert sich die Mehrheit der Bevölkerung im Osten Eurasiens, wo die Zentren der ältesten menschlichen Zivilisationen entstanden sind.

Der Wert und die Bedeutung Eurasiens liegen in der Tatsache, daß es einen autarken Komplex darstellt, der über enorme Ressourcen aller Art und enorme Möglichkeiten verfügt. Je mehr wir daran arbeiten, die Konnektivität Eurasiens zu erhöhen und neue Wege und Formen der Zusammenarbeit zu schaffen, desto beeindruckendere Ergebnisse werden wir erzielen.

Die erfolgreiche Arbeit der Eurasischen Wirtschaftsunion, die rasche Zunahme der Autorität und des Ansehens der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, die groß angelegten „One Belt, One Road“-Initiativen, die Pläne für eine multilaterale Zusammenarbeit beim Bau des Nord-Süd-Transportkorridors und viele andere Projekte sind der Beginn einer neuen Ära, einer neuen Etappe in der Entwicklung Eurasiens. Dessen bin ich mir sicher. Die dortigen Integrationsprojekte stehen nicht im Widerspruch zueinander, sondern ergänzen sich – natürlich nur, wenn sie von den Nachbarländern in ihrem eigenen Interesse durchgeführt und nicht von äußeren Kräften mit dem Ziel eingeführt werden, den eurasischen Raum zu spalten und in eine Zone der Blockkonfrontation zu verwandeln.

Viele Führer Europas haben sich zu Vasallen gemacht

Europa, das westliche Ende von Groß-Eurasien, könnte auch zu seinem natürlichen Teil werden. Doch viele seiner Führer sind von der Überzeugung beseelt, daß die Europäer den anderen überlegen sind und daß es ihnen nicht zusteht, sich als Gleichberechtigte an Unternehmungen mit anderen zu beteiligen. Diese Arroganz hindert sie daran zu erkennen, daß sie selbst zu einer fremden Peripherie geworden sind und sich faktisch in Vasallen verwandelt haben, ohne ihr Recht zu bestimmen.

Kollegen, der Zusammenbruch der Sowjetunion hat das Gleichgewicht der geopolitischen Kräfte gestört. Der Westen fühlte sich als Sieger und rief eine unipolare Weltordnung aus, in der nur sein Wille, seine Kultur und seine Interessen die Existenzberechtigung fanden.

Die Menschheit steht vor einer Wende des Weltgeschehens

Nun geht diese historische Periode der grenzenlosen Vorherrschaft des Westens im Weltgeschehen zu Ende. Die unipolare Welt ist dabei, der Vergangenheit anzugehören. Wir befinden uns an einem historischen Scheideweg. Wir stehen vor dem wahrscheinlich gefährlichsten, unvorhersehbarsten und gleichzeitig wichtigsten Jahrzehnt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Westen ist nicht in der Lage, die Menschheit im Alleingang zu regieren, und die Mehrheit der Nationen will sich das nicht länger gefallen lassen. Dies ist der Hauptwiderspruch der neuen Ära. Um einen Klassiker zu zitieren, handelt es sich zu gewissen Maß um eine revolutionäre Situation – die Eliten können und die Bevölkerung will so nicht länger leben.

Dieser Zustand ist mit globalen Konflikten oder einer ganzen Kette davon verbunden, die eine Bedrohung für die Menschheit darstellen, auch für den Westen selbst. Die Hauptaufgabe der Geschichte besteht heute darin, diesen Widerspruch konstruktiv und positiv aufzulösen.

Es gilt die Symphonie menschlicher Zivilisation zu schaffen

Der Wechsel der Epochen ist ein schmerzhafter, wenn auch natürlicher und unvermeidlicher Prozeß. Eine zukünftige Weltordnung nimmt vor unseren Augen Gestalt an. In dieser Weltordnung müssen wir jedem zuhören, jede Meinung, jede Nation, Gesellschaft, Kultur und jedes System von Weltanschauungen, Ideen und religiösen Konzepten berücksichtigen, ohne jemandem eine einzige Wahrheit aufzuzwingen. Nur auf dieser Grundlage und im Bewußtsein unserer Verantwortung für die Geschicke der Nationen und unseres Planeten werden wir eine Symphonie der menschlichen Zivilisation schaffen.

An dieser Stelle möchte ich meine Ausführungen mit einem Dank für Ihre Geduld, die Sie beim Zuhören aufgebracht haben, schließen. Ich danke Ihnen vielmals!“

Kommentarregeln: Bitte keine beleidigenden oder strafbaren Äußerungen. Seid nett zueinander. Das Leben ist hart genug.

46 Kommentare

  1. Bin ich hier jetzt bei Conservo gelandet ,oder was?
    Seitenweise diese Ergüsse und Selbstbeweihräucherungen!
    Ich glaube ich gebe auf!!
    Es reicht, danke Maria, du wolltest doch deinen Blog ändern, es wird Zeit, das zu tun!
    Danke für Alles!
    Ingrid

    • Mädel, steck nicht auf.
      Das geziemt sich für UNS nicht. Man muß andere Meinungen aushalten können und gegebenenfalls dagegen halten …
      Also, LOS 😉

      Gruß Rolf

    • Liebe Ingrid,

      nimm es doch bitte nicht so tragisch.

      Ich hatte ja bereits zuvor auf andere Fundstellen, bei Anti-Spiegel v. Th. Röper, ‘Unser Mitteleuropa’ und auch bei ‘PI’ hingewiesen.

      Nun gut, wenn Maria sich entschieden hat, die Version von Peter zu bringen, sei’s drum.
      Immerhin finde ich es auch bemerkenswert, daß Peter auf dem sonst mittlerweile VOLLVERLA(A)CKTEN, Conservo diese Rede in der Gänze zu bringen geschafft hat.

      Nun ja, der Vorspruch, wir kennen Peters Einstellung, auch wie ich hier gesagt habe, die eigene Meinung steht ihm zu, auch wenn ich sie in dem Punkt nicht teile, aber er läßt auch immer die andere Meinung gelten und respektiert sie, wie eben in diesem Beitrag mit der Rede.

      Und ich denke, auch mit diesem Beitrag und ‘Vorspruch’ , wird unser ‘Marias Blog’ eben nicht zum verla(a)ckten ‘Conservo’.
      So sehe ich es, und möchte Dich ermuntern, doch dabei zu bleiben.

      • Lieber CC, vielen Dank für Dein Verständnis, bitte schick mir gern die Rede Putins per Mail.

        Liebe Grüße von Maria

      • Und hier nochmals die anderen Fundstellen:

        Es gibt sie übersetzt mittlerweile bereits bei:

        – Anti-Spiegel, übersetzt von Th. Röper
        *ttps://www.anti-spiegel.ru/2022/putin-ueber-die-neue-weltordnung-russland-reicht-allen-staaten-die-hand/?doing_wp_cron=1667227889.4104590415954589843750

        Unser Mitteleuropa:
        Sensationelle Rede Putins am Valdai-Treffen: Die Abrechnung mit unipolarer Weltherrschaft
        *ttps://unser-mitteleuropa.com/sensationelle-rede-putins-am-valdai-treffen-die-abrechnung-mit-unipolarer-weltherrschaft/
        und bei ‘PI’: Putins fulminante Abrechnung mit dem Wertewesten in voller Länge

        *ttps://www.pi-news.net/2022/10/putins-fulminante-abrechnung-mit-dem-wertewesten-in-voller-laenge/

        ( … )
        I

    • Liebe Ingrid, Ihr habt es vielleicht schon alle gemerkt. Die letze Zeit kamen weniger Beiträge, ich hatte auch keine Zeit, die Version von CCs Putinrede im Kommentar zu übernehmen. Ich fände es schade, wenn Du uns verließest.

      Die letzten Wochen war ich mit meiner eigentlichen Berufstätigkeit so beschäftigt, dass ich nicht mehr wußte, wo mir der Kopf stand. Jetzt ist alles wieder etwas ruhiger.

      Ihr alle könntet mir einen Riesengefallen tun, wenn Ihr Texte, die Ihr veröffentlichen wollte, mir als Word-Datei schickt. Das spart mir sehr viel Zeit.

      Auch die Putinrede von CC übernehme ich sehr gern, wenn sie mir jemand nochmals per Mail als Word schickt – oder als Word-kompatible Datei. Texte, die in der Mail geschrieben sind, machen viel mehr Arbeit.

      Keine Angst, mein Blog bleibt mein Blog und wird sich auch weiterentwickeln. Da ich nicht in der Lage bin, jeden Tag Kommentare zum flüchtigen, politischen Geschehen zu schreiben, das auch sehr schnellebig ist, werde ich den Fokus dieses Blog ohnehin noch stärker auf Eure interessanten Debatten im Kommentarbereich lenken und versuchen, mich noch stärker mit Tiefenanlysen zu befassen. Auch die Philosophie, Christliches und Erhebendes in diesen dunklen Zeiten sollen nicht zu kurz kommen.

      Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag wünscht Euch allen Maria

      • Liebe Maria,

        ich finde das Konzept so richtig.
        M.E. mußt Du keineswegs immer ‘tagesaktuell’ berichten, dafür gibt es andere Seiten. Aber wichtige, wenn auch aktuelle, Themen tiefergehend zu beleuchten und auch zu diskutieren, ist m.E.ein sehr guter Ansatz.

        Lb. Grüße

  2. James (Jim) Rickards ist ein US-amerikanischer Jurist, Investment-Banker, Regierungsberater und New-York-Times-Bestseller-Autor. Er ist sich sicher, dass Großbritannien und die USA hinter den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines stecken.

    Auf Twitter schrieb er:

    »Russland hat die technischen und forensischen Beweise gesammelt, die zeigen, dass das Vereinigte Königreich die Nord Stream-Pipelines mit Zustimmung der USA sabotiert hat. Es wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. Es kommt einer Kriegshandlung Großbritanniens und der USA gegen Deutschland gleich. Das hat die Dynamik eines neuen Weltkrieges.«

    https://www.freiewelt.net/nachricht/james-rickards-britische-regierung-liess-mit-us-unterstuetzung-die-pipelines-sprengen-10091302/

    Stell dir vor es ist WELTKRIEG und du wirst von ANAL-ena und Robääääääärt reGIERt….

    • Ja lieber Patriot, obige Daestellung bezweifele ich keinen Augenblick. CUI BONO?

      Ansonsten, die allergrößten Schlafschaf – Kälber wählen ihre Metzger selber …..

      Mit der Fachqualifikation diverser Bundesminister liegt es ja ohnehin schon lange Zeit, nicht erst zu ‘HAmpel – Zeiten, BÖSE im Argen.

      Wenn ich da an vergangene Zeiten mit etwa einem Ludwig Erhard oder auch einem Prof. Karl Schiller, denke ….
      Ich habe schon in Vorahnung der letzten BunTestags wahl mit großer Besorgnis entgegengeblickt mit übler Vorahnung, und als sich das Ergebnis und die Folgen herauskristallisierte, wurde mir noch übler.

      Man stelle sich ein Land in der Weit vor, in dem ein voll durchideologisierter, dilettierender Kinderbuchautor, der von Wirtschaft (Stichwort: Was ist eine Insolvenz?) weniger als NULL Ahnung hat, zum Wirtschaftsminister Deutschlands gemacht wird;
      zum zweiten eine feministruierende, voll am ‘Völkerrecht’ vorbeigelaufene, trampolingeschädigte ‘Koblöd’, pardon, ‘Kobold’, – Fabulisterin zur Außenministerin gemacht wird, —– dann. ja dann ist der Status einer BANANENREPUBLIK vollständig erreicht.

      Und mit solchen Kreaturen wie dann auch noch kriegsgeilen Doppelnamens – Gorgonen ist dann auch der Weltkrieg bald erreicht.

      • Macht Euch keine Sorgen, es gibt eine Menge vernunftbegabter Menschen auf der “anderen Seite”
        Dagegen hat die diesseitige Dunmmheit nicht den Hauch einer Chance 🙂

        Gruß Rolf

  3. Ich schrieb bereits vor Wochen:
    Der global agierende Westen will kein Handel mit Ressourcen – sie will diese besitzen !
    Die Bulgaren und Rumänen können ein Lied davon singen.
    Andere Länder die den Ausverkauf ihrer Ländereien verbieten – werden boykottiert.

    Da kann Putin noch so viele Hände reichen. Diese kranken Milliardäre müssen von der Erdoberfläche – zwei Meter
    in die Erde verfrachtet werden. Warum machen wir uns nicht Amis-Todesstrafe zu eigen?

    Allerdings mit den ganzen Helfershelfer würde sogar die Erde sauer, Feuer hat eine reinigende Wirkung.

    • Die UN zeigt nun ihr wahres Gesicht.
      Sie hat nicht von ungefähr den “Lucis Trust” (Lucifer) als ihre PR-Abteilung

      Gruß Rolf

  4. Seit Conservo in Punkto Rußland Bashing die gleiche Sprache redet wie Baerbock und Scholz, hat sich dieser Block endgültig von mir verabschiedet. Der Antispiegel veröffentlichte die kurze Rede Sergej Lawrow’s vom September 2022 vor der UNO. Diese Rede ist kurz und zutreffend. Danach ging Lawrow aus dem Gremium um keine blöden Fragen beantworten zu müssen. Damit hatte er recht. Denn alles in seiner Rede hatte er damit gesagt. Hier nachzulesen:
    https://www.google.com/url?q=https://www.anti-spiegel.ru/2022/09/%3Fdps_paged%3D4%26doing_wp_cron%3D1662004875.2135910987854003906250&sa=U&ved=2ahUKEwj7tc_K9ZL7AhWKHOwKHdwOBX0QFnoECAMQAg&usg=AOvVaw2JppIR1z9rXjIlIq2NmkSl

      • Beispielsweise
        ::::::::::::::::::::::::::
        3.11.2022
        LIVE: Außenminister Lawrow und sein jordanischer Amtskollege geben gemeinsame Pressekonferenz

        Russlands Außenminister Sergei Lawrow ist zu Gesprächen im Königreich Jordanien eingetroffen. Auf der Tagesordnung stehen die Lage an der Grenze zwischen Jordanien und Syrien, der Nahost-Friedensprozess sowie die Bekämpfung des Drogenschmuggels. Anschließend geben Außenminister Lawrow und sein Amtskollege Ayman Safadi eine gemeinsame Pressekonferenz. RT DE überträgt die Veranstaltung live auf Deutsch.

        ca 14 min

        https://rtde.site/live/video/153298-live-aussenminister-lawrow-und-sein/

  5. Putins Rede kenne ich durch RT Deutsch und “Antispiegel” von Thomas Röper. Auf Conservo gab es bislang nur Fakten- befreites Rußland- Bashing. Jetzt plötzlich diese Kehrtwende? Liest sich fast wie der “Spiegel” im Fall Uwe Barschel. Spiegel, Conservo, Bild, ARD, ZDF, Deutsche Konservative und anderen System Medien vertraue ich nicht. Die haben permanent gg. Rußland und damit gg meine Interessen geschossen. Erinnert mich an die Schlange im “Dschungelbuch”…

  6. Ich kann der Rede Putins insgesamt nur zustimmen . Hier in Deutschland werden Menschen verfolgt und geächtet wenn sie nicht dem transatlantischen Systhem ihre Stimme geben . Das heißt den Ganoven in den USA . Europa wird zerfallen und die USA wird Profit daraus schlagen . Die Demokratie hat in Deutschland und Europa mächtig gelitten
    Die sogenannte westliche politische Wertegemeinschaft , ist eine neokolonalistische Clique welche weiterhin Länder erpresst , unterdrückt und überfällt wenn diese ihnen nicht zu Kreuze kriechen . Dem muß ein Ende gesetzt werden .
    Danach müßen die Völker aufpassen , dass sie nicht einem neuen Imperialismus auf dem Leim gehen . Systeme haben in der Menschheitsgeschichte keinen Frieden , keine friedliche Koexistenz gebracht . Eine lange Blutspur zieht sich deswegen durch die Menschheitsgeschichte . Es ist schwer in der materiellen und auf Konkurrenz basierende Politik Frieden zu installieren . Ich hoffe , dass es doch irgendwie gelingt . Die Hoffnung stirbt immer zuletzt .
    Aber die Gottlosen , spricht Jesus, haben keinen Frieden (Jesaja 48:22) . In den Psalmen 43:14 wird gesagt : Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen ,dass sie nicht falsch reden . Wir haben ausreichend Falschredner in Fernsehen , Rundfunk , und Zeitungen sowie in den Parlamenten . Frieden ist ein unbekanntes Fremdwort in den Medien . Es wird ganz aggressiv Kriegshetze , Volksverhetzung betrieben und obendrein Waffen geliefert, mit denen sich die Kriegsparteien Leid zufügen . Ein brutaler Stellvertreter-Krieg spielt sich auf dem Rücken der Russen und Ukrainer ab . Weit weg von den USA , welche um ihre Weltherrschaft bangt und diesen Krieg mit den NATO -Vasallen initiiert hat . Gott möge sein Angesicht über die bösen Mächte erheben und Sie zur Umkehr , zum Frieden bewegen .

  7. Hier die Rede von 27igsten noch als Video, (ich höre lieber zu als seitenlange Texte zu lesen)

    Rede von Wladimir Putin beim jährlichen Treffen des “Waldai-Klubs” am 27.10.22

    ca 11 min.

    • Zu Begin:

      Fehlt bei dem Phoenixvideo
      :::::::::

      „Meine Damen und Herren, liebe Freunde,

      ich hatte die Gelegenheit, mir ein Bild von dem zu machen, was Sie hier in den letzten Tagen diskutiert haben. Es war eine interessante und gehaltvolle Diskussion. Ich hoffe, daß Sie es nicht bereuen, nach Russland gekommen zu sein, um sich untereinander auszutauschen.

      Ich freue mich, Sie alle zu sehen. Wir haben die Plattform des Valdai-Clubs mehr als einmal genutzt, um die großen und schwerwiegenden Veränderungen zu erörtern, die in der Welt bereits stattgefunden haben und noch stattfinden, sowie die Risiken, die sich aus der Schwächung der globalen Institutionen, Aushöhlung der Grundsätze der kollektiven Sicherheit und Substituierung des Völkerrechts durch „Regeln“ ergeben. Ich war versucht zu sagen: „Wir sind uns darüber im Klaren, wer sich diese Regeln ausgedacht hat, aber das wäre vielleicht nicht die richtige Aussage. Wir haben keinerlei Ahnung, wer sich diese Regeln ausgedacht hat, worauf diese Regeln beruhen oder was in diesen Regeln enthalten ist.
      Das Leben ist der objektivste Lehrmeister

      Es sieht so aus, als ob wir Zeugen eines Versuchs sind, nur eine einzige Regel durchzusetzen, nach der die Mächtigen – wir sprachen von Macht, und ich spreche jetzt von globaler Macht – leben könnten, ohne sich an irgendwelche Regeln zu halten, und mit allem davonzukommen. Das sind die Regeln, auf die sie, wie man sagt, ständig pochen, d.h. unaufhörlich darüber sprechen.

      Die Valdai-Diskussionen sind wichtig, weil man hier eine Vielzahl von Einschätzungen und Prognosen zu hören bekommt. Das Leben zeigt immer, wie richtig sie lagen, denn das Leben ist der strengste und objektivste Lehrmeister. So zeigt das Leben, wie genau die Prognosen der vergangenen Jahre zutrafen.

      Leider folgen die Ereignisse weiterhin einem negativen Trend, wie wir bei unseren früheren Treffen mehr als einmal erörtert hatten. Darüber hinaus haben sie sich zu einer größeren systemweiten Krise ausgeweitet, die sich nicht nur auf den militärisch-politischen, sondern auch auf den wirtschaftlichen und humanitären Bereich erstreckt. ….

      “Verschweigepresse” ……

      …habe nicht alles gesehen eventuell wurde noch mehr gecuttet (rausgeschnitten)

    • Hierhabe ich noch for beachtenswerte und warnende Rede Putin bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2007:

      “Das unipolare Modell ist für die heutige Welt unannehmbar” / “The unipolar model is unacceptable in today’s world”
      Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf der 43. Münchner “Sicherheitskonferenz”

      Im Folgenden dokumentieren wir im Rahmen unserer Berichterstattung über die 43. Münchener “Sicherheitskonferenz” (früher “Wehrkundetagung”) die Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er sprach am Samstag, 10. Februar, im Hotel “Bayerischer Hof”.
      Das Manuskript liegt in englischer Sprache vor. Wir bringen zuvor kurze deutsche Zusammenfassungen wichtiger Teile der Rede, die wir der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti entnommen haben.
      Die Zwischenüberschriften in Putins Rede haben wir der besseren Lesbarkeit Willen selbst eingefügt.

      Inzwischen gibt es eine deutsche Übersetzung der Rede. Wir haben Sie hier dokumentiert:
      “Ich denke, dass für die heutige Welt das monopolare Modell nicht nur ungeeignet, sondern überhaupt unmöglich ist”.

      Russlands Präsident Wladimir Putin ist der Ansicht, dass die monopolare Weltordnung die Demokratie zerstört. “Die monopolare Welt hat mit der Demokratie nichts zu tun”, erklärte er in seiner Rede in der Sicherheitskonferenz in München. “Russland wird dauernd in Sachen Demokratie belehrt”, stellte er fest. Demokratie sei aber eine Macht der Mehrheit bei einer Berücksichtigung der Meinung der Minderheit. “Diejenigen, die uns belehren, wollen selbst nicht lernen.” Das monopolare Modell sei für die heutige Welt unannehmbar, sagte Putin. Die Versuche, die Konzeption der multipolaren Welt durchzusetzen, führen zu neuen Konflikten. “Heute beobachten wir eine kaum kontrollierte übertriebene Gewaltanwendung in den internationalen Angelegenheiten, die zu immer neuen Konflikten führt. Als Folge gibt es keine Kräfte, nicht einmal einen einzigen davon umfassend zu regeln.”

      Die Dominanz des Gewaltfaktors in der internationalen Praxis führt zum Wettrüsten, betonte Russlands Staatschef. “Niemand fühlt sich mehr in Sicherheit, niemand mehr kann sich mit dem Völkerrecht schützen. Diese Politik spornt das Wettrüsten an. Die Dominanz des Gewaltfaktors nährt zwangsläufig das Trachten einiger Länder nach Massenvernichtungswaffen”, sagte Putin in der Münchener Sicherheitskonferenz.
      Nur die UNO-Charta darf das einzige Argument für eine Gewaltanwendung sein, erklärte er. “Dies ist nach meiner Überzeugung der einzige Mechanismus für die Beschlussfassung über eine Anwendung der militärischen Gewalt als des letzten Arguments.”

      Russland-NATO-Terrorismus

      Das Heranrücken der Nato-Militärstruktur an die russischen Grenzen hat mit dem Widerstand gegen die globalen Bedrohungen und u. a. mit dem Anti-Terror-Kampf nichts zu tun. Das erklärte Wladimir Putin am Sonnabend in der Sicherheitskonferenz in München. “Warum muss die Militärinfrastruktur unbedingt an unsere Grenzen herangerückt werden? Ist das heute etwa mit der Überwindung der globalen Bedrohungen verbunden?”
      Die größte Bedrohung für Russland, die USA und Europa ist heute der internationale Terrorismus, sagte Putin.

      Auf eine Stationierung von Teilen des amerikanischen Raketenabwehrsystems in Europa werde Russland eine asymmetrische Antwort geben. “Dieses Raketenabwehrsystem wird es zwar geben, in Bezug auf Russland wird es aber sinnlos sein, weil wir Waffen haben, die dieses System überwinden können”, sagte Putin. Dies sei allerdings keinesfalls gegen die Vereinigten Staaten gerichtet. “Wenn Sie sagen, dass das Raketenabwehrsystem nicht gegen uns gerichtet ist, so sind auch unsere neuen Waffen nicht gegen Sie gerichtet”, sagte Putin.

      Russlands Staatschef verwies auf eine Äußerung von US-Präsident George Bush, der laut diesen Worten davon ausgehe, dass Russland und die USA nie mehr Gegner oder Feinde werden. “Ich bin mit ihm einverstanden”, sagte Putin. Bei allen Meinungsunterschieden mit Bush halte er ihn für seinen Freund. “Er ist ein anständiger Mensch. Ich weiß, dass er nun in den USA für alles verantwortlich gemacht werden kann, was in der internationalen Arena und innerhalb des Landes unternommen wird”, räumte er ein. “Ich weiß aber, dass er ein anständiger Mensch ist, mit dem man sprechen und auch sich einigen kann.”

      Iran

      Die militärtechnische Zusammenarbeit Russlands mit Iran ist minimal. Wie Wladimir Putin auf der Sicherheitskonferenz in München erklärt hat, habe Russland „unvergleichlich weniger Waffen dorthin entsandt als die USA und andere Länder“. Nach seinen Worten hat Russland Luftabwehrsysteme mit einer Reichweite von 30 bis 50 Kilometer an Iran geliefert. „Wir haben das getan, damit sich Iran nicht in die Enge getrieben fühlt und damit es sieht, dass es einen Kanal für Kontakte sowie dass es Freunde hat, denen man vertrauen kann“, so Putin.

      Putin versicherte, Russland habe niemals Raketentechnologien an Iran übergeben. Das hätten andere Länder gemacht, u. a. aus Europa. „Wir haben dafür Beweise, die ich seinerzeit dem USA-Präsidenten übergeben habe“, fügte er hinzu. „Diese Technologien kommen aus Europa und aus asiatischen Ländern. Russland hat aber damit nichts zu tun.“ Seit den 90er Jahren werden in Russland auf USA-Bitte keine iranischen Fachleute mehr im Bereich der Raketentechnologien ausgebildet. Eine ähnliche Reaktion ausländischer Partner, u. a. in Europa, darauf kam aber nicht. „Mehr noch: Aus den Vereinigten Staaten kommen immer noch Militärtechnik und Sonderausrüstungen nach Iran, wie etwa Ersatzteile für die F-14-Kampfflugzeuge.“

      Putin betonte zugleich, dass Iran über keine Raketen verfügt, die Europa bedrohen könnten. „Heute hat Iran lediglich Raketen mit einer Reichweite von 1 600 bis 1 700 Kilometer. Die Iraner haben erst vor, eine Rakete mit einer Reichweite von 2 400 Kilometer zu entwickeln. Weiterhin unklar ist aber, ob sie das technologisch schaffen können.“
      Putin teilte die Besorgnis der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) über das Nuklearprogramm Irans. Nach seiner Ansicht sollte der iranischen Führung nahegelegt werden, dass eine Kooperation mit der internationalen Völkergemeinschaft viel besser ist als ein Konflikt.

      Auf russische Panzerabwehrsysteme angesprochen, die im Libanon eingesetzt wurden, erklärte Putin: „Wir haben eine gründliche Untersuchung durchgeführt und festgestellt, dass diese Systeme dort von der syrischen Armee hinterlassen wurden. Wir haben unseren syrischen Partnern erklärt, dass eine Voraussetzung unserer weiteren militärtechnischen Kooperation darin besteht, dass die Waffen nur denen in die Hände kommen dürfen, für die sie bestimmt sind.“

      Kosovo

      Russland würde nur eine solche Kosovo-Lösung unterstützen, die alle Seiten zufrieden stellen würde. Das erklärte Wladimir Putin am Sonnabend in der Sicherheitskonferenz in München. „Was mit der Provinz Kosovo geschehen wird, können nur die Kosovo-Albaner und -Serben wissen“, sagte er. „Wir können lediglich helfen, Bedingungen zu schaffen und den Menschen zu helfen, mit ihren Problemen klarzukommen.“ Den Seiten sollten keine Vereinbarungen aufgedrängt werden, „sonst werden wir die Situation in eine Sackgasse treiben“, meinte er. „Sollte sich einer der Teilnehmer beleidigt oder erniedrigt fühlen, kann das jahrhundertelang dauern.“ „Sollten wir sehen, dass eine der Seiten mit den vorgeschlagenen Prinzipien der Regelung der Situation nicht einverstanden ist, werden wir einen solchen Beschluss nicht unterstützen“, betonte Putin.

      Die Rede von Wladimir Putin (englisch *)
      * Die Rede wurde in russischer Sprache gehalten. Die englische Version haben wir der Websaite des russischen Präsidenten entnommen. *

      Thank you very much dear Madam Federal Chancellor, Mr Teltschik, ladies and gentlemen!

      I am truly grateful to be invited to such a representative conference that has assembled politicians, military officials, entrepreneurs and experts from more than 40 nations.

      This conference’s structure allows me to avoid excessive politeness and the need to speak in roundabout, pleasant but empty diplomatic terms. This conference’s format will allow me to say what I really think about international security problems. And if my comments seem unduly polemical, pointed or inexact to our colleagues, then I would ask you not to get angry with me. After all, this is only a conference. And I hope that after the first two or three minutes of my speech Mr Teltschik will not turn on the red light over there.

      Therefore. It is well known that international security comprises much more than issues relating to military and political stability. It involves the stability of the global economy, overcoming poverty, economic security and developing a dialogue between civilisations.

      This universal, indivisible character of security is expressed as the basic principle that “security for one is security for all”. As Franklin D. Roosevelt said during the first few days that the Second World War was breaking out: “When peace has been broken anywhere, the peace of all countries everywhere is in danger.”

      These words remain topical today. Incidentally, the theme of our conference – global crises, global responsibility – exemplifies this.

      The unipolar world

      Only two decades ago the world was ideologically and economically divided and it was the huge strategic potential of two superpowers that ensured global security.

      This global stand-off pushed the sharpest economic and social problems to the margins of the international community’s and the world’s agenda. And, just like any war, the Cold War left us with live ammunition, figuratively speaking. I am referring to ideological stereotypes, double standards and other typical aspects of Cold War bloc thinking.

      The unipolar world that had been proposed after the Cold War did not take place either.

      The history of humanity certainly has gone through unipolar periods and seen aspirations to world supremacy. And what hasn’t happened in world history?

      However, what is a unipolar world? However one might embellish this term, at the end of the day it refers to one type of situation, namely one centre of authority, one centre of force, one centre of decision-making.

      It is a world in which there is one master, one sovereign. And at the end of the day this is pernicious not only for all those within this system, but also for the sovereign itself because it destroys itself from within.

      And this certainly has nothing in common with democracy. Because, as you know, democracy is the power of the majority in light of the interests and opinions of the minority.

      Incidentally, Russia – we – are constantly being taught about democracy. But for some reason those who teach us do not want to learn themselves.

      I consider that the unipolar model is not only unacceptable but also impossible in today’s world. And this is not only because if there was individual leadership in today’s – and precisely in today’s – world, then the military, political and economic resources would not suffice. What is even more important is that the model itself is flawed because at its basis there is and can be no moral foundations for modern civilisation.

      “Today we are witnessing an almost uncontained hyper use of force – military force – in international relations”

      Along with this, what is happening in today’s world – and we just started to discuss this – is a tentative to introduce precisely this concept into international affairs, the concept of a unipolar world.

      And with which results?

      Unilateral and frequently illegitimate actions have not resolved any problems. Moreover, they have caused new human tragedies and created new centres of tension. Judge for yourselves: wars as well as local and regional conflicts have not diminished. Mr Teltschik mentioned this very gently. And no less people perish in these conflicts – even more are dying than before. Significantly more, significantly more!

      Today we are witnessing an almost uncontained hyper use of force – military force – in international relations, force that is plunging the world into an abyss of permanent conflicts. As a result we do not have sufficient strength to find a comprehensive solution to any one of these conflicts. Finding a political settlement also becomes impossible.

      We are seeing a greater and greater disdain for the basic principles of international law. And independent legal norms are, as a matter of fact, coming increasingly closer to one state’s legal system. One state and, of course, first and foremost the United States, has overstepped its national borders in every way. This is visible in the economic, political, cultural and educational policies it imposes on other nations. Well, who likes this? Who is happy about this?

      In international relations we increasingly see the desire to resolve a given question according to so-called issues of political expediency, based on the current political climate.

      And of course this is extremely dangerous. It results in the fact that no one feels safe. I want to emphasise this – no one feels safe! Because no one can feel that international law is like a stone wall that will protect them. Of course such a policy stimulates an arms race.

      The force’s dominance inevitably encourages a number of countries to acquire weapons of mass destruction. Moreover, significantly new threats – though they were also well-known before – have appeared, and today threats such as terrorism have taken on a global character.

      I am convinced that we have reached that decisive moment when we must seriously think about the architecture of global security.

      And we must proceed by searching for a reasonable balance between the interests of all participants in the international dialogue. Especially since the international landscape is so varied and changes so quickly – changes in light of the dynamic development in a whole number of countries and regions.

      Madam Federal Chancellor already mentioned this. The combined GDP measured in purchasing power parity of countries such as India and China is already greater than that of the United States. And a similar calculation with the GDP of the BRIC countries – Brazil, Russia, India and China – surpasses the cumulative GDP of the EU. And according to experts this gap will only increase in the future.

      There is no reason to doubt that the economic potential of the new centres of global economic growth will inevitably be converted into political influence and will strengthen multipolarity.

      In connection with this the role of multilateral diplomacy is significantly increasing. The need for principles such as openness, transparency and predictability in politics is uncontested and the use of force should be a really exceptional measure, comparable to using the death penalty in the judicial systems of certain states.

      However, today we are witnessing the opposite tendency, namely a situation in which countries that forbid the death penalty even for murderers and other, dangerous criminals are airily participating in military operations that are difficult to consider legitimate. And as a matter of fact, these conflicts are killing people – hundreds and thousands of civilians!

      But at the same time the question arises of whether we should be indifferent and aloof to various internal conflicts inside countries, to authoritarian regimes, to tyrants, and to the proliferation of weapons of mass destruction? As a matter of fact, this was also at the centre of the question that our dear colleague Mr Lieberman asked the Federal Chancellor. If I correctly understood your question (addressing Mr Lieberman), then of course it is a serious one! Can we be indifferent observers in view of what is happening? I will try to answer your question as well: of course not.

      “We do not need to substitute NATO or the EU for the UN”

      But do we have the means to counter these threats? Certainly we do. It is sufficient to look at recent history. Did not our country have a peaceful transition to democracy? Indeed, we witnessed a peaceful transformation of the Soviet regime – a peaceful transformation! And what a regime! With what a number of weapons, including nuclear weapons! Why should we start bombing and shooting now at every available opportunity? Is it the case when without the threat of mutual destruction we do not have enough political culture, respect for democratic values and for the law?

      I am convinced that the only mechanism that can make decisions about using military force as a last resort is the Charter of the United Nations. And in connection with this, either I did not understand what our colleague, the Italian Defence Minister, just said or what he said was inexact. In any case, I understood that the use of force can only be legitimate when the decision is taken by NATO, the EU, or the UN. If he really does think so, then we have different points of view. Or I didn’t hear correctly. The use of force can only be considered legitimate if the decision is sanctioned by the UN. And we do not need to substitute NATO or the EU for the UN. When the UN will truly unite the forces of the international community and can really react to events in various countries, when we will leave behind this disdain for international law, then the situation will be able to change. Otherwise the situation will simply result in a dead end, and the number of serious mistakes will be multiplied. Along with this, it is necessary to make sure that international law have a universal character both in the conception and application of its norms.

      And one must not forget that democratic political actions necessarily go along with discussion and a laborious decision-making process.

      Disarmament

      Dear ladies and gentlemen!

      The potential danger of the destabilisation of international relations is connected with obvious stagnation in the disarmament issue.

      Russia supports the renewal of dialogue on this important question.

      It is important to conserve the international legal framework relating to weapons destruction and therefore ensure continuity in the process of reducing nuclear weapons.

      Together with the United States of America we agreed to reduce our nuclear strategic missile capabilities to up to 1700-2000 nuclear warheads by 31 December 2012. Russia intends to strictly fulfil the obligations it has taken on. We hope that our partners will also act in a transparent way and will refrain from laying aside a couple of hundred superfluous nuclear warheads for a rainy day. And if today the new American Defence Minister declares that the United States will not hide these superfluous weapons in warehouse or, as one might say, under a pillow or under the blanket, then I suggest that we all rise and greet this declaration standing. It would be a very important declaration.

      Russia strictly adheres to and intends to further adhere to the Treaty on the Non-Proliferation of Nuclear Weapons as well as the multilateral supervision regime for missile technologies. The principles incorporated in these documents are universal ones.

      In connection with this I would like to recall that in the 1980s the USSR and the United States signed an agreement on destroying a whole range of small- and medium-range missiles but these documents do not have a universal character.

      Today many other countries have these missiles, including the Democratic People’s Republic of Korea, the Republic of Korea, India, Iran, Pakistan and Israel. Many countries are working on these systems and plan to incorporate them as part of their weapons arsenals. And only the United States and Russia bear the responsibility to not create such weapons systems.

      It is obvious that in these conditions we must think about ensuring our own security.

      The militarisation of outer space

      At the same time, it is impossible to sanction the appearance of new, destabilising high-tech weapons. Needless to say it refers to measures to prevent a new area of confrontation, especially in outer space. Star wars is no longer a fantasy – it is a reality. In the middle of the 1980s our American partners were already able to intercept their own satellite.

      In Russia’s opinion, the militarisation of outer space could have unpredictable consequences for the international community, and provoke nothing less than the beginning of a nuclear era. And we have come forward more than once with initiatives designed to prevent the use of weapons in outer space.

      Today I would like to tell you that we have prepared a project for an agreement on the prevention of deploying weapons in outer space. And in the near future it will be sent to our partners as an official proposal. Let’s work on this together.

      Plans to expand certain elements of the anti-missile defence system to Europe cannot help but disturb us. Who needs the next step of what would be, in this case, an inevitable arms race? I deeply doubt that Europeans themselves do.

      Missile weapons with a range of about five to eight thousand kilometres that really pose a threat to Europe do not exist in any of the so-called problem countries. And in the near future and prospects, this will not happen and is not even foreseeable. And any hypothetical launch of, for example, a North Korean rocket to American territory through western Europe obviously contradicts the laws of ballistics. As we say in Russia, it would be like using the right hand to reach the left ear.

      Treaty on Conventional Armed Forces in Europe

      And here in Germany I cannot help but mention the pitiable condition of the Treaty on Conventional Armed Forces in Europe.

      The Adapted Treaty on Conventional Armed Forces in Europe was signed in 1999. It took into account a new geopolitical reality, namely the elimination of the Warsaw bloc. Seven years have passed and only four states have ratified this document, including the Russian Federation.

      NATO countries openly declared that they will not ratify this treaty, including the provisions on flank restrictions (on deploying a certain number of armed forces in the flank zones), until Russia removed its military bases from Georgia and Moldova. Our army is leaving Georgia, even according to an accelerated schedule. We resolved the problems we had with our Georgian colleagues, as everybody knows. There are still 1,500 servicemen in Moldova that are carrying out peacekeeping operations and protecting warehouses with ammunition left over from Soviet times. We constantly discuss this issue with Mr Solana and he knows our position. We are ready to further work in this direction.

      NATO expansion “represents a serious provocation”

      But what is happening at the same time? Simultaneously the so-called flexible frontline American bases with up to five thousand men in each. It turns out that NATO has put its frontline forces on our borders, and we continue to strictly fulfil the treaty obligations and do not react to these actions at all.

      I think it is obvious that NATO expansion does not have any relation with the modernisation of the Alliance itself or with ensuring security in Europe. On the contrary, it represents a serious provocation that reduces the level of mutual trust. And we have the right to ask: against whom is this expansion intended? And what happened to the assurances our western partners made after the dissolution of the Warsaw Pact? Where are those declarations today? No one even remembers them. But I will allow myself to remind this audience what was said. I would like to quote the speech of NATO General Secretary Mr Woerner in Brussels on 17 May 1990. He said at the time that: “the fact that we are ready not to place a NATO army outside of German territory gives the Soviet Union a firm security guarantee”. Where are these guarantees?

      The stones and concrete blocks of the Berlin Wall have long been distributed as souvenirs. But we should not forget that the fall of the Berlin Wall was possible thanks to a historic choice – one that was also made by our people, the people of Russia – a choice in favour of democracy, freedom, openness and a sincere partnership with all the members of the big European family.

      And now they are trying to impose new dividing lines and walls on us – these walls may be virtual but they are nevertheless dividing, ones that cut through our continent. And is it possible that we will once again require many years and decades, as well as several generations of politicians, to dissemble and dismantle these new walls?

      Dear ladies and gentlemen!

      We are unequivocally in favour of strengthening the regime of non-proliferation. The present international legal principles allow us to develop technologies to manufacture nuclear fuel for peaceful purposes. And many countries with all good reasons want to create their own nuclear energy as a basis for their energy independence. But we also understand that these technologies can be quickly transformed into nuclear weapons.

      The Iranian nuclear programme

      This creates serious international tensions. The situation surrounding the Iranian nuclear programme acts as a clear example. And if the international community does not find a reasonable solution for resolving this conflict of interests, the world will continue to suffer similar, destabilising crises because there are more threshold countries than simply Iran. We both know this. We are going to constantly fight against the threat of the proliferation of weapons of mass destruction.

      Last year Russia put forward the initiative to establish international centres for the enrichment of uranium. We are open to the possibility that such centres not only be created in Russia, but also in other countries where there is a legitimate basis for using civil nuclear energy. Countries that want to develop their nuclear energy could guarantee that they will receive fuel through direct participation in these centres. And the centres would, of course, operate under strict IAEA supervision.

      The latest initiatives put forward by American President George W. Bush are in conformity with the Russian proposals. I consider that Russia and the USA are objectively and equally interested in strengthening the regime of the non-proliferation of weapons of mass destruction and their deployment. It is precisely our countries, with leading nuclear and missile capabilities, that must act as leaders in developing new, stricter non-proliferation measures. Russia is ready for such work. We are engaged in consultations with our American friends.

      International energy cooperation

      In general, we should talk about establishing a whole system of political incentives and economic stimuli whereby it would not be in states’ interests to establish their own capabilities in the nuclear fuel cycle but they would still have the opportunity to develop nuclear energy and strengthen their energy capabilities.

      In connection with this I shall talk about international energy cooperation in more detail. Madam Federal Chancellor also spoke about this briefly – she mentioned, touched on this theme. In the energy sector Russia intends to create uniform market principles and transparent conditions for all. It is obvious that energy prices must be determined by the market instead of being the subject of political speculation, economic pressure or blackmail.

      We are open to cooperation. Foreign companies participate in all our major energy projects. According to different estimates, up to 26 percent of the oil extraction in Russia – and please think about this figure – up to 26 percent of the oil extraction in Russia is done by foreign capital. Try, try to find me a similar example where Russian business participates extensively in key economic sectors in western countries. Such examples do not exist! There are no such examples.

      I would also recall the parity of foreign investments in Russia and those Russia makes abroad. The parity is about fifteen to one. And here you have an obvious example of the openness and stability of the Russian economy.

      Russia and the WTO

      Economic security is the sector in which all must adhere to uniform principles. We are ready to compete fairly.

      For that reason more and more opportunities are appearing in the Russian economy. Experts and our western partners are objectively evaluating these changes. As such, Russia’s OECD sovereign credit rating improved and Russia passed from the fourth to the third group. And today in Munich I would like to use this occasion to thank our German colleagues for their help in the above decision.

      Furthermore. As you know, the process of Russia joining the WTO has reached its final stages. I would point out that during long, difficult talks we heard words about freedom of speech, free trade, and equal possibilities more than once but, for some reason, exclusively in reference to the Russian market.

      And there is still one more important theme that directly affects global security. Today many talk about the struggle against poverty. What is actually happening in this sphere? On the one hand, financial resources are allocated for programmes to help the world’s poorest countries – and at times substantial financial resources. But to be honest — and many here also know this – linked with the development of that same donor country’s companies. And on the other hand, developed countries simultaneously keep their agricultural subsidies and limit some countries’ access to high-tech products.

      And let’s say things as they are – one hand distributes charitable help and the other hand not only preserves economic backwardness but also reaps the profits thereof. The increasing social tension in depressed regions inevitably results in the growth of radicalism, extremism, feeds terrorism and local conflicts. And if all this happens in, shall we say, a region such as the Middle East where there is increasingly the sense that the world at large is unfair, then there is the risk of global destabilisation.

      It is obvious that the world’s leading countries should see this threat. And that they should therefore build a more democratic, fairer system of global economic relations, a system that would give everyone the chance and the possibility to develop.

      Organisation for Security and Cooperation in Europe (OSCE)

      Dear ladies and gentlemen, speaking at the Conference on Security Policy, it is impossible not to mention the activities of the Organisation for Security and Cooperation in Europe (OSCE). As is well-known, this organisation was created to examine all – I shall emphasise this – all aspects of security: military, political, economic, humanitarian and, especially, the relations between these spheres.

      What do we see happening today? We see that this balance is clearly destroyed. People are trying to transform the OSCE into a vulgar instrument designed to promote the foreign policy interests of one or a group of countries. And this task is also being accomplished by the OSCE’s bureaucratic apparatus which is absolutely not connected with the state founders in any way. Decision-making procedures and the involvement of so-called non-governmental organisations are tailored for this task. These organisations are formally independent but they are purposefully financed and therefore under control.

      According to the founding documents, in the humanitarian sphere the OSCE is designed to assist country members in observing international human rights norms at their request. This is an important task. We support this. But this does not mean interfering in the internal affairs of other countries, and especially not imposing a regime that determines how these states should live and develop.

      It is obvious that such interference does not promote the development of democratic states at all. On the contrary, it makes them dependent and, as a consequence, politically and economically unstable.

      We expect that the OSCE be guided by its primary tasks and build relations with sovereign states based on respect, trust and transparency.

      Dear ladies and gentlemen!

      In conclusion I would like to note the following. We very often – and personally, I very often – hear appeals by our partners, including our European partners, to the effect that Russia should play an increasingly active role in world affairs.

      In connection with this I would allow myself to make one small remark. It is hardly necessary to incite us to do so. Russia is a country with a history that spans more than a thousand years and has practically always used the privilege to carry out an independent foreign policy.

      We are not going to change this tradition today. At the same time, we are well aware of how the world has changed and we have a realistic sense of our own opportunities and potential. And of course we would like to interact with responsible and independent partners with whom we could work together in constructing a fair and democratic world order that would ensure security and prosperity not only for a select few, but for all.

      Thank you for your attention. ——

      Quelle: Website des russischen Präsidenten; http://president.kremlin.ru
      – und AG Friedensforschung –

  8. Ich erinnere (zum wiederholten Male ) an Putins Rede im Bundestag auf Deutsch..!!
    :::::::::::::::::

    23 Minuten

    Putin-Rede im deutschen Bundestag [Historical Speeches TV]

      • Lieber Rolf,

        genau so ist es. Das konnte man indessen, wenn man genau und aufmerksam zugehört hat bzw. hätte, schon lange wissen können und müssen.

        Aber unsere hochverräterischen Polit-Clowns interessiert dies alles nicht, weil sie alle mit dem Kopf bis zum Anschlag im Hintern der US-UK-Kriegstreiberclique stecken.
        Da können Fakten und die Wahrheit nur stören.

    • Sehr gut lieber Semenchkare’, daß Du das hier nochmals einstellst.

      Ich habe ja unten bereits darauf hingewiesen und hatte alle die Reden ja schon vor einiger Zeit hier dokumentiert, aber sehr gut das hier auch noch mal im Video zu haben!
      Ich will mal schauen ob ich aus der damaligen Zusammenstellung auch noch den Link für die Rede bei der ‘Münchener Sicherheitskonferenz’ finde.

  9. Da Peter Helmes das Vorliegende als den Wortlaut der Originalrede Putins auf dem Valdai betont, kann ich nur sagen: wenn wir überall solche Staatsmänner in der Welt hätten wie Wladimir Putin, der mit solch einer Feinfühligkeit und Hingabe seine Ausführungen dargelegt hat – und einer solchen Liebe zum Detail – , dann gäbe es – fast – keine Probleme mehr. Jedenfalls keine geopolitischen!
    Denn diese sind alle von der winzig kleinen räuberischen Clique, die Weltbeherrschungsphantasien realisieren will, geschaffen worden – eben zu diesem Zweck.
    Wenn man derartige Ideen und Vorschläge als das wahrnehmen würde als das, was sie darstellen sollen – nämlich Aufrufe zur friedlichen Koexistenz und Kooperation – , könnten wir auf jeglichen transatlantischen Mist sch… Ja, WENN das Wort nicht wär …
    Meine Ansicht 😉

    Gruß Rolf

    • Ich hatte die Rede im Wortlaut, wie im Nachbarstrang beschrieben, schon beim Anti-Spiegen, Unser Mitteleuropa und auch bei ‘PI’ ausgemacht, und wiederhole mich, ich finde Sie großartig. In der Tat, solch einemn Staatsman finde ich im Wertloswesten mit seinen Brandgefährlichen Figuren- ich würde ‘Kasperlfiguren sagen, wnn es nicht so gefährlich wäre was die treiben – nirgendwo!
      Vom fremdgesteuerten DementiaJoe über dessen ‘ falsch- verblinkten’ Außen- sowie dessen ‘Verteidigungsminister, , von der britischen Führung (mal sehen was Sunak liefert) über die verblödeten Deutschen mit feministruierenden Trampolinaaa, Scholz et. al. bis zur ‘kriegslüsternen Furie’ mit dem Bindestrichnamen. die jetzt komplett ausgerastet ist und immer noch mehr Waffen für die Ukraine fordert ……

      Und wir müssen sehen, daß der Westen mit seiner endlosen Kriegstreiberei schon lange in der Ukraine einen Krieg angezettelt hat, mit der maßlosen NATO – ‘Osterweiterung bis in das Baltikum sowie die geplante Einnistung in der Ukraine, der völkerrechtswidrige (!), von US und Westen angezettelte Putsch vom Maidan 2014, wo ein gewählter Präsident gestürzt wurde und der seither schwärende (Bürger-?) Krieg gegen die Donbass Republiken, geführt von der korrupten Führung der Ukraine mit Billigung des Wertlos Westens…..
      Und letztendlich WELCHE Option blieb Putin angesichts des brandgefählichen Zündelns in der Pulverkammer auf seiner Türschwelle noch, als diese Militäroperation?

      Nun ich war nie ein sonderlicher Putin- Anhänger oder – bewunderer – jetzt und nach alledem muß ich
      sagen_Welch ein Staatsmann!

      Und wie schon gesagt, der ‘Westen’ täte gut daran, die nochmals ausgestreckte Hand Putins nicht ein weiteres Mal auszuschlagen, sondern endlich zur Bewsinnung zu kommen, von der irren Kriegstreiberei abzulassen und sich um eine Verständigungslösung mit Putin und Rußland zu bemühen! —

      Und wie auch schon gesagt, ich finde es gut daß auch Peter die Rede in ganzer Länge veröffentlicht hat.
      Daß er seine eigene Meinung hat, steht ihm zu, aber wie ich schon anführte, er ließ und läßt auch immer die andere Meinung gelten und respektiert sie, wenn er sie auch selbst nicht teilt.

      • cc.
        Dein Kommentar tut mir gut, da ich über Putin von Beginn an eine protagonistische Ansicht vertrat. Weil er mir von Anfang an wie ein Ausnahme-Politiker erschien, der völlig andere Wege beschritt, um seinem Land aus der Bredouille zu helfen. Angefangen mit der Säuberung unter dem schmarotzenden steuerflüchtigen Oligarchen-Pack (Zionist Chodorkowski et al.). und und und …
        Er war und ist eben anders – und auf diese Eigenschaften richte ich grundsätzlich mein Augenmerk …
        Aber, auch ich maße mir nicht den Durchblick an sondern gehe nur eben eigene Wege – fernab der Masse.
        Habe ich das hier schon zitiert (einer unserer Dichter und Denker):
        “Es gibt kein mächtigeres Hirngespinst als die ‘Öffentliche Meinung’. Keiner weiß wer sie erschafft, keiner hat sie je kennengelernt oder mit ihr gesprochen aber alle lassen sich von ihr tyrannisieren … ”

        Gruß Rolf

      • Lieber Rolf,
        ja ich maße mir auch nicht an da alle Zusammenhänge vollends zu durchblicken.
        Aber wie ich hier schon gesagt habe, ich habe mir verschiedene seiner Reden gründlich angehört und gelesen, von der damals mit Ovationen bejubelten (wie scheinheilig) Rede im Bundestag, die für seine ‘ausgestreckte Hand’ exemplarisch ist, über die warnende und von der West Kanaille eisigkalt aufgenommene Rede damals bei der Münchner Sicherheitskonferenz (alle von mir hier schon dokumentiert) und .. und.

        Und auch in jüngster Zeit bis hin eben zu der jetzigen großartigen Rede die doch endlich mal ernst genommen werden und Taten folgen sollte, nämlich ein Ende der Kriegstreiberei,
        ein Aufeinander-Zugehen, und eine Verständigung anzustreben. Die Aussichtenauf Einsicht seitens des verblendeten, irregeleiteten ‘Westens’ sind dünn, aber … bleibt die Hoffnung, daß irgendwann doch noch die Vernunft siegt?

        Und sei es angesichts der uns selbst durch Kriegstreiberei und irrsinnige ‘Sanktionen’ zugefügten Schadens.
        Liebe Grüße ceterum_censeo

  10. Seit 250 Jahren haben die “WASP” Geldsaecke (sie sind in Wirklichkeit gar keine WASPS) auf aller Welt Unruhe-Herde geschaffen und alle Voelker ausgebeutet, sowie Kontrahenten und auch ehemalige Mitstreiter vernichtet.
    Das wird sich nicht aendern, sie werden auch hier wieder versuchen, Mord und Verderben zu saehen, ein Anschlag auf Putin ist ja fehlgeschlagen, die Malaysier mussten halt sterben.
    Der Mann, der Putin in den politischen Vordergrund gebracht hatte, hat bereits mit seinem Leben fuer seine Fehleinschaetzung von Putins Charakter bezahlt.
    Wir werden sehen, wie es weitergeht, wer auf Vernunft im Westen hofft, schaetzt m.E die Geldsaecke falsch ein.

  11. Vielleicht hat Herr Helmes ja recht, wenn er meint, dass man den Russen nicht trauen kann. Man muss es zumindest in Betracht ziehen. Allerdings haben wir in den letzten 50, mindestens ca. 30 Jahren die Erfahrung gemacht, dass man der US-Elite nicht trauen kann. Das betrifft nicht nur uns Deutsche, sondern alle Europaeer, sowie viele andere Staaten, die unter dem Druck der USA gelitten haben, finanziell und militaerisch. Tatsaechlich betrifft die militaerische Uebermacht der USA und die ‘Reservewaehrung’ USD fast jedes Land, und machte es damit zum unfreiwilligen Vassallen.

    Die USA hatten ihre ‘Bananenkriege’ in Mittelamerika gefuehrt und seitdem sind diese Laender in einem Sumpf aus korrupter Politik und Mafiabanden gefangen. In juengster Zeit haben sie den nahen/mittleren Osten aufgemischt, und die Oelstaaten mussten ‘mit vorgehaltenem Flugzeugtraeger’ alles ueber sich ergehen lassen, sich zu Freunden erklaeren, aber so langsam formieren sie sich fuer eine Retourkutsche.

    Das roemische Weltreich verblasste, ging an sich selbst zugrunde. Das britische Weltreich wurde durch das amerikanische abgeloest, uns es wird verblassen, und wir sehen schon deutlich, wie es an sich selbst zugrunde geht. So gesehen ist zumindest der theoretische Ansatz von Putin/Dugin vielversprechender und geht schon mal in die richtige Richtung. Ob er gelingt werden wir zu Lebzeiten wohl nicht mehr erfahren. Auch der in diesem Winter zu erwartende Sieg der russischen Armee in der Ukraine wird daran nichts aendern. Es stellt sich die Frage, ob die US-Elite, mit dem Erbe als Beendiger von Weltkriegen in die Geschichte eingehen will, oder als Pariah.

  12. PUTIN – Valdai-Rede
    Putin über die neue Weltordnung: Russland reicht allen Staaten die Hand
    Wie jedes Jahr hat Putin auch jetzt wieder eine Grundsatzrede beim Valdai-Club gehalten. Dabei hat mit dem Westen und seiner Politik abgerechnet und – wichtig – gleichzeitig und zum wiederholten Male – allen Staaten der Welt die Hand gereicht.

    In der Tat eine bemerkenswerte Rede.
    Putin betont, m. E. zurecht, wenn man alle seine früheren Reden liest, daß es nir das Ziel Rußlands gewesen ist, gegen ‘den Westen’ Krieg zu führen, sondern ein freundschaftliches und gedeihliches Miteinander anzustreben, vgl. auch nur die sz. Rede vor dem Bundestag und andere mehr.
    Aber man hat ihn immer wieder zurückgestoßen und die dargebotene Hand ausgeschlagen.
    Von der NATO – Osterweiterung im Baltikum, die Rußland hingenommen hat, und dem unsäglichen Maidan Putsch 2014 und dem seit 2014 dann auch von der installierten Ukraine (Marionetten-) Führung angezettelten (Bürger-?)Krieg gegen den Donbass, gar nicht zu reden.

    Putin:
    Und was haben wir als Antwort erhalten? Kurz gesagt, wir haben in allen wichtigen Bereichen der möglichen Zusammenarbeit ein „Nein“ erhalten. Wir haben ständig wachsenden Druck auf uns und die Schaffung von Spannungsherden in der Nähe unserer Grenzen erhalten.” …

    Insgesamt eine äußerst bemerkenswerte Red, die mir beweist, daß Rußland und Putin die Tür zu einer Verständigung mit ‘dem Westen’ immer noch nicht als zugeschlagen sieht.
    Und ein friedliches Miteinander auf der Basis einer Konstruktion, wie sie Roger Köppel bei ‘Weltwoche daily’ als ‘friedliche Koexistenz’ zu bezeichnen pflegt (ich will hier nicht weiter ausführen, wie eben jener Begriff zu Zeiten der Sowjetunion und des ‘Kalten Krieges’ auch propagandamäßig instrumentalisiert wurde)
    Aber es dürfte klar sein, was Köppel damit meint.

    Der ‘Westen sollte statt die Situation bis hin zu einem drohenden Atomkrieg eskalieren zu lassen, jetzt die Chance nutzen, um zu einer Befriedung und zu einer Verständigung mit Rußland und Putin zu komme. Ich erinnere auch an das leider gescheiterte Friedens – Abkommen vom Frühjahr das dann in letzter Minute von den US of A und UK hintertrieben wurde.

    Der Westen /US / Nato sollte nicht noch einmal den Fehler machen, Putins ausgestreckte Hand auszuschlagen.
    Aber für Einsicht darein scheint bei diesen Macht- und Weltherrschaftsbesessenen, wie auch den widerlichen kriegsgeilen Kriegstreibern in Deutschland – die Namen kennt jeder – nicht zu erwarten –

    In Deutschland hat die widerwärtige kriegslüsterne Furie mit dem Bindestrich – Namen schon wieder nach mehr Waffen für die Schrott Ukraine geschrien.

    Dabei wäre es wirklich das Allerdringendste, nun endlich von der (auch: selbst-)zerstörerischen Kriegsrhethorik und Kriegsgetrommel herunterzukommen und endlich mal zu ernsthaften Verhandlungen um eine friedliche Lösung zu kommen, in der notwendigen Erkenntnis, daß es auch in Zukunft ohne Rußland nicht geht! Wer das Gegenteil behauptet, ist ein schierer Narr oder noch viel Schlimmeres…..

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