Dienstag, 29. November 2022
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BRICS-Staaten: Ein Angebot für Investoren

Die BRICS-Staaten. Bild: Gemeinfrei

Die Vereinigung der BRICS-Staaten war keine Erfindung von Politikern oder Militärs dieser Staaten, sondern von dem Banker O`Neill, dem Chefvolkswirt der Großbank Goldman Sachs, der Investoren im Jahre 2001 auf die aufstrebenden Staaten Brasilien, Russland, Indien und China – später noch Südafrika – und auf deren Aufstiegspotential aufmerksam machen wollte. Sie wiesen Zuwachsraten von 5-10 % auf, was Investoren einen Zugewinn brachte.

Diese lockere Vereinigung hatte einen ordentlichen Start. Ihr ging es um Direktinvestitionen in ihren Ländern, die deren Fortschritt verbessern sollten, was auch geschah. Die BRICS-Staaten werden autoritär geführt – einige bereits über einen langen Zeitraum. Autoritär geführte Staaten haben mittlerweile die „westlichen Demokratien“ mit deutlicher Mehrheit überflügelt.

Auch bei BRICS sehen wir ungleiche Partner

Die Staaten sind sehr ungleiche Partner. China und Indien sind die Mächtigsten mit ihrer Bevölkerung von über einer Milliarde Menschen, während das kleine Südafrika das Schlusslicht bildet – auch in wirtschaftlicher, finanzieller und militärischer Stärke. Geographisch sind sie weit über den Globus verteilt. Nur Indien und China sowie China und Russland sind unmittelbare Nachbarn. Die einzelnen Religionen spielen eine große Rolle. Das gilt insbesondere für das hinduistische Indien unter dem strengen Hindu Modi.

Die fünf Partner rutschten in den letzten Jahren in die beginnende weltweite Finanzkrise. Es war Indien, das die Vereinigung wieder in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit rief. Zur Finanzkrise kamen bald die Corona-Pandemie sowie der Krieg zwischen Russland und Ukraine. China entschloss sich für eine rigide Abschottungspolitik „Zero Covid 19“ – schon bei dem Ausbruch einer geringen Zahl von Infektionen gab es Ausgangssperren großen Ausmaßes; allein im Raum Shanghai gab es deutlich über 20 Millionen Menschen in „Hausarrest“ oder Quarantäne. Reisen in benachbarte Teile Chinas und ins ferne Ausland waren verboten. Der Welthandel kam zum Erliegen.

Gebeutelt von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie

Für ein exportorientiertes Land wie China ist ein solcher Einbruch dramatisch. Vor dem Hafen von Shanghai bildete sich ein kilometerlanger Stau von Frachtschiffen, die ihre Fracht wochenlang nicht entladen konnten. Unternehmen mussten schließen und ihre Arbeiter entlassen, die die Zeit nutzten, ihre Familien auf dem Lande aufzusuchen. Lieferketten wurden unterbrochen, was der Bevölkerung und auch der Wirtschaft schadete. Die Auswirkungen dieser Misere machten sich bis Lateinamerika und nach Europa bemerkbar. Die gesamte Weltwirtschaft litt unter dem globalen Chaos.

Die Unternehmen in China mussten auf die Rückkehr ihrer Mitarbeiter warten, um die Arbeit wieder aufzunehmen. Auf Knopfdruck war und ist das nicht möglich. Für das Einhalten der rigiden Abschottungspolitik wurde der „Kaiser von China“, Xi Jinping, vorsichtig in China und im Ausland kritisiert. Er hat den Kurs nicht geändert. Nachwirkungen werden die gesamte Welt noch lange belasten.

Nachwirkungen für die Bevölkerung und die Wirtschaft

In einigen Regierungen sind unterschiedlich gravierende sog. „Übersterblichkeiten“ zu verzeichnen. Verluste und krankheitsbedingte Ausfälle behindern den „Restart“ eines „normalen Alltags.“ Die meisten Menschen in den hauptsächlich betroffenen Staaten haben einen großen Teil ihres Vertrauens in Staaten verloren, die nach fehlenden Vorsorgemaßnahmen besonders stark getroffen waren.

Der Sonderfall BRICS

In westlichen Ländern war die Verwunderung groß über das Verhalten Indiens. Es galt als guter Verbündeter der Vereinigten Staaten. Die USA haben Indien vor Jahren geholfen, in der labilen Nachbarschaft den Status einer Nuklearmacht zu erlangen. Man muss zu den Anfängen von BRICS zurückkehren. Nach ihrer Vereinigung war es das größte Ziel der Mitgliedstaaten, die Dominanz des amerikanischen Dollars zu brechen, was bis heute nicht gelungen ist. Im Westen wurden nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine von den meisten Regierungen sofortige und unbegrenzte Hilfs- und Boykottmaßnahmen gefordert und geleistet. Es wurden Pakete mit Sanktionen gegen den Kriegsverursacher Russland geschnürt.

Viele Staaten der Welt haben diese Sanktionen mit Finanzen und Gerät geleistet – an der Spitze die Vereinigten Staaten. In Deutschland und im westlichen Ausland wurde die Zurückhaltung besonders des deutschen Bundeskanzlers mit Verwunderung verfolgt. Es wurde vieles versprochen, aber nur ein Teil wurde zeitnah geliefert. Die NATO-Mitgliedsstaaten haben die russische Außengrenze als „Rote Linie“ beachtet und beschlossen, die NATO als Bündnis nicht in den Krieg zu verwickeln. Das ist bislang gelungen.

Indien ist aus dem Blick der EU und der USA geraten

Putin hat der NATO zwei neue, starke Mitgliedstaaten „zugeführt“ – nämlich Schweden und Finnland, die die Nordflanke der NATO verstärken. Was ist mit Indien? Indien ist ein starker Staat in Asien. Indien und seine Partner haben die Sanktionen der USA und Europas nicht unterstützt. Man darf nicht vergessen und auch nicht unterschätzen, dass Indien und Russland gemeinsame BRICS-Staaten sind.

Die USA haben in Asien eine neue Eindämmungspolitik gegenüber China gestartet, um dessen Expansionsgelüste zu stoppen. China hat mit langen „Fangarmen“ der „Road and Belt-Strategie“ seinen Einfluss bis nach Europa etabliert. Duisburg in Deutschland und der Hafen von Piräus in Griechenland sind Umschlagorte, von denen chinesische Produkte in Europa weiter transportiert werden.

Die amerikanische Regierung muss durch eine kluge Politik verhindern, dass sich Indien zu sehr China nähert. Dazu gehört eine vorausschauende Politik und eine geschickte Strategie. Das war in der Vergangenheit die besondere Stärke der Vereinigten Staaten. Zum Vorteil ist für die USA und ihre Verbündeten die Tatsache, dass Indien und China nicht die „besten Freunde“ sind. Russland ist enttäuscht, dass sich China in der Unterstützung Russlands stark zurückgehalten hat. China sieht in Russland einen Juniorpartner, für den man kein besonderes Risiko eingeht.

Die Entwicklung der BRICS-Staaten sollte im Westen besser beobachtet werden, da diese Entwicklung Auswirkungen auch auf Europa hat.

Kommentarregeln: Bitte keine beleidigenden oder strafbaren Äußerungen. Seid nett zueinander. Das Leben ist hart genug.

Brig. General a.D. Dieter Farwick
Brig. General a.D. Dieter Farwick
Brig. General a.D. Dieter Farwick wurde am 17. Juni 1940 in Schopfheim, Baden-Württemberg, geboren. Nach dem Abitur wurde er im Jahre 1961 als Wehrpflichtiger in die Bundeswehr eingezogen und anschließend Berufssoldat. Einen Höhepunkt seiner Karriere bildete die Tätigkeit im Planungsstab von Bundesverteidigungsminister Dr. Manfred Wörner, wo er vier Jahre an der Schnittstelle Politik-Militär tätig war. In den 90er Jahren fand er über vier Jahre als Operationschef im damaligen NATO-Hauptquartier Europa-Mitte Verwendung und war maßgeblich an der Weiterentwicklung des NATO-Programmes ´Partnership for Peace` beteiligt. Schon während seiner Dienstzeit verfasste Farwick mehrere Bücher und andere Publikationen zu Fragen der Sicherheitspolitik und der Streitkräfte. Im „Ruhestand“ engagierte er sich viele Jahre als Chefredakteur eines Newsservice für sicherheitsrelevante Themen und organisiert heute noch Tagungen zu diesem Thema an renommierten Instituten.

8 Kommentare

  1. Lieber Luisman !
    Danke für Ihren Kommentar, der mich nicht überrascht. Ich respektiere Ihre Meinung, auch wenn ich sie nicht teile.

    Mit besten Grüßen

    Ihr

    Dieter Farwick

  2. AUch China bekommt Probleme:

    Henan-Zweig der »Bank of China« ist zahlungsunfähig
    China: Panzer beschützen Banken vor Volksaufstand

    Mit Panzern sollen die Bürger von einem Sturm auf die Banken abgehalten werden. Millionen Chinesen fürchten um ihre Ersparnisse und Anlagen und wollen schnell ihr Geld abheben.
    https://www.conservo.blog/2022/07/22/leitzinserhohung/

    Das Bild wirkt surreal. In einem offiziell kommunistischen Staat müssen Panzer Banken beschützen. In Folge der Zahlungsunfähigkeit der »Bank of China« in der Provinz Henan (99 Millionen Einwohner) sind Millionen Chinesen um ihre Ersparnisse und Anlagen gebracht worden.

    Um den Volkszorn abzuwenden hat die Kommunistische Partei Chinas Panzer der Nationalen Volksbefreiungsarme aufgefahren, die vor den Banken patrouillieren und die Bürger abschrecken sollen [siehe Bericht »The Independent« und WION auf YouTube]. Denn viele Bürger versuchen jetzt verzweifelt, so schnell wie möglich ihr Geld abzuheben, bevor es zu spät ist. Nach Berichten von betroffenen Bürgern, kommen viele schon seit April nicht mehr an ihr Geld heran. Daher wollen sie protestieren.

  3. “Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin” Deutschland wie immer mit Steilvorlage. Als ich mich mit der Widerstandsbewegung des Ostens beschäftigt habe, Bärbel Bohley sollte Recht behalten. Die von Robert Havemann mit gegründete Partei die Grünen, der unter Arrest von Angela Merkel stand, in der Naivität von B90 merkte man nicht wie schnell die Partei von den Erzfeinden aus RAF und Stalinisten unterwandert war. Spätestens der Doppelmord an Bastian und Petra Kelly hätte ein Warnsignal sein müssen, die eigene Partei als Hoffnungsträger gegründet umgeben von Feinden aus RAF und Stalinisten, die man bekämpfen wollte. Ich habe nie Grüne gewählt, davon abgesehen.

    Nächster Kandidat, wo man mit Recht vom Aussterben der letzten Sozialdemokraten sprechen kann, wo die Mutter von Angela Merkel Ehrenmitglied war, die SPD und Detlev Rohwedder Chef von der Treuhand von der RAF erschossen wurde und der Weg für Bankerin Breuel frei war, deutsches Vermögen zu Privatisieren, gefolgt von der Brüsseler Agenda das sich global Finanzhaie und Unternehmen in Deutschland einkaufen konnten und den Weg für eine kleine globale Elite frei machen.

    Merkel ist Rothschild Verwandte und Rothschild arbeitete auch mit Krieg an seinem globalen Finanzimperium, weniger Goldman und Sachs, die strategisch versuchen das Rothschild Imperium auf zu halten. Folge, unsere Hyänenweiber und andere übertreffen sich an Kriegsgeilheit, besonders Brüssel und noch spüren wir von den geopolitischen Auseinandersetzungen keine blutigen Auseinandersetzungen, das kann sich aber schnell ändern, wenn die USA ihre Nuklearwaffen in den Kriegsschauplatz Europa liefern. Die USA sind weit weg, wir Kanonenfutter im Kampf gegen Russland.

    Um die Brüsseler Diktatur voran zu treiben, wurden wir mit nicht integrierbaren Migrantenströmen und Landinvasoren geflutet und wir erinnern uns, AK Schmidt warnte eindringlich: “Noch mehr Migration geht nicht, das gibt Mord und Totschlag” und die Blutspur zieht sich bereits durch das ganze Land.

    Während man früher noch von Verschwörungstheorie sprach, vor der auch der US Präsident Lincoln warnte, den Globalisten der Finanzoligarchie die die Welt versklaven können, auch Walther Rathenow warnte. Kurt Tucholsky legte den Finger in die Wunde, wie durch den Kauf von Kriegsanleihen und Spekulation an der Wallstreet eine Weltwährungsinflation ausgelöst wurde, die Finanzwirtschaft die Realwirtschaft für die NWO erwürgt, wir sind schon mittendrin.

    Bei allem Schaden der Ideologie den Marx und Engels angerichtet haben, aber in einem hatten sie Recht, wo sie ökonomisches Wissen seit der Antike im Kapital zusammen getragen haben, der staatsmonopolistische Kapitalismus/Sozialismus ist die schlimmste Form der Ausbeutung der Völker. Diese setzen gerade die Grünen um, die auch noch das letzte Volksvermögen von 6 Billionen in Deutschland an sich reißen wollen. Die Methoden werden feiner und es muss nicht unbedingt gleich in eine blutige kriegerische Auseinandersetzung münden überall, ein Brandherd reicht, bis er überschwappen könnte deshalb schlafen wir noch tief und fest im Koma, werden dieser Gefahr nicht bewusst, “Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin.”

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    • Lieber Montechristo !
      Danke für Ihren Kommentar, dem ich zustimmen kann.
      Leide liegt das deutsche Dornröschen weiterhin in tiefem Schlaf.
      Das Erwachen wird schrecklich sein.

      Mit besten Grüßen

      Ihr

      Dieter Farwick

  4. Solange die USA sich – nicht weniger als China – als ein rücksichtsloses und skrupelloses, von Verbrechern geleitetes Imperium präsentieren, ist dieser “Hort der (Fassaden)Demokratie” in keinster Weise unterstützungswürdig.

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  5. ….Die amerikanische Regierung muss durch eine kluge Politik verhindern, dass sich Indien zu sehr China nähert. …

    Nö, müssen die nicht! Die müssen sich um ihren eigenen Sch*** kümmern und sich entlich aus anderen Länder raushalten! Allen voran aus Deutschland!

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  6. Ja, so einen BRICS Fonds hatte ich auch mal. Die Eskapaden von SA und Brasilien zerstoerten aber fast so viel Rendite, wie Indien und China erzeugten. Eine wirkliche Zusammenarbeit findet erst jetzt statt, vor allem, weil die die USA inzwischen als Gegner erkannt haben.

    Der Druck der amerikanischen und europaeischen Investorenklasse richtet immer mehr Schaden an. Man sollte deren Interessen nicht mit dem Interesse der westlichen Voelker verwechseln.

    • Lieber Semenchkare !
      Danke für Ihren klaren Kommentar.
      Dass ich anderer Meinung bin, wissen Sie schon länger, aber ich respektiere Ihre Meinung.

      Mit besten Grüßen

      Ihr

      Dieter Farwick

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