Sonntag, 2. Oktober 2022
StartAPO/68er und KommunismusGeliebte Schmöker: Von Lesefreuden und Lieblingsbüchern

Geliebte Schmöker: Von Lesefreuden und Lieblingsbüchern

Foto von ninocare, Pixabay

Bisher habe ich gerne berichtet, was die Rosen erzählen oder was das Briefeschreiben für die Menschen vergangener Jahrhunderte bedeutet hat. In diesem Beitrag geht es um das Lesen. Ohne die Herren der Schöpfung benachteiligen zu wollen, interessiert mich bei diesem Thema besonders, wie Bücher das Leben von Frauen während der letzten Jahrhunderte verändert haben. Von dem Moment an, als man auch Mädchen erlaubte, lesen und schreiben zu lernen, begann ein spannender wenn auch sehr langwieriger Entwicklungsprozess. Als Frauen zu lesen begannen, war es der erste Schritt auf ihrem langen Weg in die Freiheit. Der kluge Marcus Tullius Cicero stellte schon zu seiner Zeit fest: „Wer ein Gärtchen besitzt und eine Bibliothek, dem wird es an nichts fehlen.“

Nun, ja, es muß ja nicht gleich eine ganze Bibliothek sein, unsereins ist mit einer kleinen Büchersammlung schon zufrieden. Aber eins steht fest: Frauen lieben das Lesen und Frauen lieben Bücher. Außerdem haben wir ein Talent, für uns und unsere Liebsten ein schönes Leseplätzchen zu schaffen. Das kann ein gemütlicher Balkon sein mit Kästen voller Geranien oder der Lieblingssessel im Wohnzimmer am Kaminofen. Das kann eine alte Gartenbank sein, mit dicken Kissen und umgeben von Rosenbüschen, oder der Strandkorb an der Nordsee. Viele Menschen lieben es, unter freiem Himmel zu lesen. Dann fehlt nur noch ein Lieblingsgetränk, dazu vielleicht ein Törtchen oder Plätzchen und schon kann das Lesevergnügen beginnen.

Und jetzt mal ehrlich: Wem ist es noch nicht passiert, daß er über seinem Lieblingsschmöker oder einem spannenden Roman alles andere vergessen hat?? Als ich den Roman „Tod und Teufel“ von Frank Schätzing gelesen habe, sind mir gleich an zwei Tagen hintereinander die Kartoffeln angebrannt. Ähnlich erging es mir mit „Das rote Licht des Mondes“ von Silvia Kaffke, ein historischer Krimi aus meiner alten Heimat, dem Ruhrgebiet, oder auch „Die Detektivin“ von Nicola Hahn. Es gibt Bücher, die kann man einfach nicht aus der Hand legen. Nur noch eine Seite, und noch eine und noch eine … , und dann stellen wir erschrocken fest, daß wir eine Verabredung völlig vergessen haben. Oder sogar einen Arzttermin?? Oder wir haben die halbe Nacht gelesen, obwohl wir doch eigentlich so müde waren. Manchen von uns geschieht es, daß aus einem Buch ein einziger Satz für immer in unserem Gedächtnis haften bleibt, Worte, die wir nie mehr vergessen, ohne daß wir sagen können warum.

Eine Pause vom Alltag

Wenn wir lesen, wenn wir in einem Buch versinken, können wir für eine Weile den Alltag hinter uns lassen. Es ist eine Zeit, die nur uns gehört. Eine Zeit, in der wir unserer Phantasie freien Raum lassen können. Bücher lassen uns eintauchen in unbekannte Welten, in andere Zeiten und Epochen, in andere Sprachen und Kulturen. Die Jahre, in denen ich oft in England war, habe ich stundenlang in Bücherläden herumgestöbert. Bei dem Versuch, mir eine Welt ohne Bücher vorzustellen, streikt jegliche Phantasie. Der Publizist Johannes Thiele vom Thiele Verlag schreibt: „Jede Frau, die liest, ist etwas Besonderes. Sie ist zu bewundern und zu beneiden, denn sie lebt in einer Welt, in der sie ungestörte Ruhe findet und vollkommenes Glück. Sie trägt einen Garten in sich, in den sie fliehen kann, wann immer es ihr beliebt. Einen Garten, in dem sie Erkenntnis finden, Schönheit genießen und die kleinen Stürme in ihrem Herzen beschwichtigen kann.“

Bücher und Frauen, die unendliche Geschichte …

Bücher und Frauen haben eine lange, gemeinsame Geschichte. Wann diese begann, war mir nicht möglich, herauszufinden. Mit Sicherheit kann man sagen, daß Bücher und Bildung den Mädchen lange Zeit vorenthalten blieben. Die Möglichkeit für Frauen und Mädchen sich Bildung anzueignen, war im frühen Mittelalter fast unmöglich. Wenn überhaupt, so fand es nur in Klöstern statt und auch nur für die Töchter reicher und adliger Familien. Grob geschätzt läßt sich sagen, daß ab dem 16. Jahrhundert auch die Mädchen der niederen Gesellschaftsschichten in Erziehungsanstalten lesen und schreiben lernen sollten, wie auch haushaltliche Fertigkeiten. Allerdings war dieser Bildungsweg sehr kurz, denn natürlich ging es in erster Linie darum, Mädchen zu züchtigen Ehefrauen und geschickten Hausfrauen zu erziehen. Ein höheres Bildungssystem wie Gymnasium und Universität war nur für Knaben zulässig. Mädchen und Frauen hatten der Gesellschaft nützlich und zweckdienlich zu sein, Wissen und Erkenntnis machten sie nur ungehorsam. Lesende Frauen dachten nach, bildeten sich eine Meinung und waren auch nicht mehr so leicht zu manipulieren. Das war natürlich nicht erwünscht. Die Publizistin Elke Heidenreich sagte einmal: „Auf den Scheiterhaufen der Inquisition brannten vorwiegend Frauen und Bücher, Männer eher selten. Frauen, die lesen und schreiben konnten, Frauen, die etwas wußten und die Bücher in denen dieses Wissen stand, waren gefährlich. Also weg damit!!“

Erstes Gymnasium für Frauen: 1893 in Karlsruhe

Das 19. Jahrhundert war eine sich rapide wandelnde Zeit. Es war geprägt von Erfindungen, die die Welt für immer verändern sollten. Carl Benz baute 1886 das erste Automobil, Telefon und Glühbirne wurden erfunden, 1882 machte Robert Koch bahnbrechende Entdeckungen im medizinischen Bereich und (man höre und staune!!) 1893 wurde in Karlsruhe das allererste Gymnasium für Mädchen eröffnet. Der nächste, alles entscheidende Fortschritt begann in der Schweiz. Die Universität Zürich ließ 1867 zum ersten Mal Frauen zum Studium zu. In Deutschland folgte das Großherzogtum Baden diesem Beispiel. Zum Wintersemester 1899/1900 öffnete die Universität Freiburg ihre Pforten auch für Studentinnen. Es folgten 1903 das Königreich Bayern, 1904 die Universität Tübingen in Ba-Wü , 1906 die Universität Leipzig in Sachsen und 1908 das Königreich Preußen. Der Weg war geebnet. Die Frauen mußten ihn nur noch gehen und viele taten es auch. Entwicklung und Veränderung kann man nicht aufhalten, denn sie sind ein Grundprinzip des Lebens und des Universums. Geblieben ist die Liebe der Frauen zu Büchern. Mit Büchern fing alles an.

Mißbrauch der erkämpften Möglichkeiten

Ein Nachwort: Ich werde keine Namen nennen, die kennen die Leser und Leserinnen auf diesem Blog sowieso. Heute richten manche Frauen in Politik, Medien und hohen Ämtern soviel Unheil an, daß es manchmal kaum zu fassen ist und da drängt sich mir folgende Frage auf: Hat man Euch die Chance auf Bildung, auf Karriere und politische Ämter dazu gegeben, daß Ihr Eure Fähigkeiten in den Dienst übelster Machenschaften stellt, anstatt Euch Eurer Verantwortung gegenüber unserem Land und unserem Volk bewußt zu sein?? Hat man Euch die Möglichkeit der eigenen beruflichen Selbstverwirklichung dazu gegeben, daß Ihr Euch selbst damit einverstanden erklärt, unsere Kinder einem heidnischen Genderdreck auszuliefern, der jedem verantwortungsbewußtem Elternpaar die Zornesröte ins Gesicht treiben muß??

Was unsere Großmütter und Ur-Urahninnen hart erkämpft haben, nämlich das Wahlrecht, das Recht auf Bildung ,Studium und Selbstbestimmung habt ihr pervertiert und in den Dreck gezogen. Ich nenne nur einen Namen: Angela Merkel. Diese Frau hat 16 Jahre lang ein Unwesen getrieben, wie es mit Worten kaum zu schreiben ist. Bis zum heutigen Tage sterben in Asperg und überall im Land unsere Mädchen und Kinder als Folge ihrer deutschhassenden, perversen Politik. Da nützen auch Bildung und Studium nichts mehr.

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10 Kommentare

  1. Ich sammele und lese Geschichtsbuecher und habe ca 1500 davon, in fuenf Sprachen..
    Dazu kommt noch die Hausbiblithek mit nochmals ca 1000 Buechern, in 3 Sprachen.
    Von zuhause aus waren alle Geschwister Leseratten.
    Es ist erstaunlich, aber Buecher sind heutzutage nicht mehr im Sichtfeld der Jugend.

    • Dann sind wir schon Zwei ! Schon in der Schule war Geschichte mein absolutes Lieblingsfach. Ich finde sie faszinierend, spannend und sehr interessant. Schade, daß die heutige Jugend nicht mehr liest, aber das liegt wohl an der ganzen verblödenden Digitalisierung, die natürlich auch eine sehr gute Kontrolle darstellt. Dabei ist nichts so schön und entspannend, wie eine gemütliche Leseecke, ein Tasse Friesentee mit Kluntje und Sahne und ein schönes Buch. Das sind für mich die kleinen Freuden des Lebens.

  2. Wunderbar liebe Doris, wieder ein Thema was heute nicht mehr so populär ist.
    Als ich noch im Kinderalter war habe ich alles gelesen was ich nur finden konnte, denn es war nicht viel da und da bin ich auf das dicke Buch gestoßen, was sich Bibel nennt und ich war erstaunt, wiviele gute Geschichten und Gleichnisse darin standen.

    Ich habe in meinem Leben sehr viel Geld für gute Bücher ausgegeben, ich habe viele gute Romane gelesen und viel Wissen daraus gezogen.

    Aber dann war ich an dem Punkt, wo mich nur noch Sachbücher interessierten, da war alles über Medizin, Ernährung und Lebensformen von anderen Völkern und so weiter.

    Aber eine Leseratte bin ich geblieben, denn ich habe immer ca. 3Bücher liegen, die ich lesen muss, aber das Handy und die vielen Blogs nehmen auch viel Zeit in Anspruch.

    Aber so wie das Lesen mich auch gebildet hat, sieht es doch heute sehr schlecht aus mit dieser Bildung, denn die Jugend liest kaum noch, das hat Facebook und Instergram wohl geschaffen und das ist sehr traurig.
    Ich würde gerne einige von meinen teuren Wälzer verschenken, aber es will sie niemand haben.
    Für die Tonne zu schade suche ich schon nach einem Antiquariat um sie dort abzugeben, aber auch die scheinen nicht mehr vorhanden zu sein.

    Mich erfreuen deine Themen immer, mach weiter so liebe Doris, du kannst es.
    Liebe Grüße Ingrid

    • Hallo, liebe Ingrid ! Mir ging es als Kind auch so. Ich habe immer heimlich mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen. Als junge Frau war ich viele Jahre lang ein großer Fan von historischen Romanen. Wenn die gut recherchiert sind, kann man viel daraus lernen. Auch aus England habe ich mir viele Klassiker mitgebracht und gelesen, z.B. von Jane Austen oder Thomas Hardy. Es ist ein Wunder, daß ich noch keine Brille brauche. Bei meinen Kindern hat sich dann die Leseleidenschaft fortgesetzt. Auch meine Freundinnen sind Leseratten und wir tauschen manchmal Bücher untereinander aus. Bücher über Ernährung interessieren mich auch sehr, und natürlich Rosen- und Gartenbücher.

      Ich wünsche Dir einen schönen Wochenanfang. Bleib gesund und pass auf Dich auf, liebe Grüße Doris.

    • Sehr schöner Artikel,
      liebe Doris, danke.

      Mir geht’s ähnlich, ich besitze unzählige Bücher und war schon von Kind ab eine ‘Leseratte’.
      Auch ich habe viele Bücher aus England dort gehabt und mir mitgebracht und sammele heute noch. Wenn wir uns auch schon auf diesem Blog – nun mal im Internet – versammeln., ich kann auch ausgesprochen gut ohne ‘Fratzenbuch’, Watts Äppel, und ‘twirili’.

      Eben so ohne das Ding mit der bescheuerten Eindeutschung ‘Händi’ – was in der Originalsprache eben mit ‘mobile Phone’ oder ‘Cellphone’ (US) bezeichnet wird.Ich hab’ solch ein Ding tatsächlich nur zum Telefonieren….

      Und laßt uns weiter an unseren Büchern festhalten und sie genießen!

  3. Zum Thema “Bücher und Frauen” erinnere ich mich an eine Episode aus meiner Studentenzeit. Ich hatte eine Dame zu mir auf die Bude eingeladen und während ich Kaffee kochte, stellte sie sich vor mein Bücherregal und nörgelte: “Du hast ja kein einziges Buch von einer Frau!” Ich darauf: “Ich suche mir meine Bücher nicht nach dem Geschlecht der Verfasser aus.” Darauf wieder sie: “Das ist doch aber ein wichtiges Kriterium.” Und ich: “Das ist nicht nur kein wichtiges Kriterium, sondern das ist überhaupt kein Kriterium.” – Der ganze Genderkram hat nach meiner festen Übezeugung mit solchen Erwartungen und “Kriterien” seinen Anfang genommen. Als sie übrigens am anderen Morgen gegangen war, fiel mir plötzlich ein, daß ich ja die gesammelten Werke von Droste-Hülshoff im Regal stehen hatte. Das war ihr aber gar nicht aufgefallen; denn nach dergleichen hatte sie natürlich nicht gesucht.

  4. Etwas hat sich nach meinem Angang aus der Arbeitswelt schnell geaendert. Vorher hatte ich vielleicht 4 Romane in 20 Jahren gelesen, und das meist nur im Urlaub. Ich hatte ein Billy-Regal, zur Haelfte vollgestopft mit Aktenordnern, die 20 Romane dekorativ in den freien Teil gestellt. Heute habe ich zwischen 600 und 800 Buecher, und es ist eine Wohltat. Bei der Anzahl kann man einfach reingreifen und “entdeckt ein neues Buch”, obwohl ich jedes Einzelne mindestens einmal schon las.

    • In der heutigen Zeit ist es so, dass viele zwar wissen, wie ein Smartphone aussieht, nicht aber wie ein Buch aussieht.

      Irgendetwas muss da gründlich schiefgelaufen sein.

      • “… nicht aber wie ein Buch aussieht …”

        lieber patriot,

        wie es aussieht vielleicht schon, aber nicht wie man es bedient!

        lieben gruß!

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