Samstag, 1. Oktober 2022
StartSchwarzbuch Corona-TotalitarismusWinnetou wird nochmal gestorben - Glosse

Winnetou wird nochmal gestorben – Glosse

Winnetou (links) und Ribanna auf der ersten Winnetou-Darstellung aus dem Jahr 1879. Illustration zur Erzählung Im fernen Westen. Bild: Wikipedia, gemeinfrei.
  • Karl May begeisterte mit seinem Halbwissen Jung und Alt
  • Heute frustriert eine halbwissende Regierung fast alle
  • Und die Gesinnungspolizei eröffnete eine neue Front

Ein begeisterter Karl-May-Leser war vermeintlich in einen neuen May-Band vertieft. Ein Bekannter riss ihn aus seiner Lektüre mit der Frage, „was liest Du denn gerade?“ „Karl May natürlich“, war die Antwort, als er das aufgeschlagene Buch zur Seite legte. „Da steht aber Karl Marx auf dem Buchrücken“, bemerkte der Störenfried. „Was sagst Du da, Karl Marx?! Jetzt wundert mich auch nicht mehr, dass bisher keine Indianer drin vorkamen“, ärgerte sich der May-Fan. Spaß beiseite …

Karl May war ein begnadeter Schriftsteller, der mit seinem vielseitigen Halbwissen und seiner ausgeprägten Phantasie Millionen junger und auch älterer Menschen in den Bann ziehen konnte. 96 klassische „grüne Bände“ zählt sein Lebenswerk. OK, mit „verschiedenen Gaunereien“ und der „widerrechtlichen Benutzung fremder Sachen“ machte er sich einst straffällig. Aber mit einem solchen Sündenregister könnte er heutzutage politische Karriere machen, Ministerämter begleiten und es sogar zum Bundeskanzler bringen. Heute wird mit dem Karl May eigenen Halbwissen eine komplette Regierungsmannschaft gestellt, und deren Frauenmannschaft nicht zu vergessen. Und die Medien übernehmen die Rolle des damaligen Schriftstellers May und beschreiben ebenso romanhaft die Heldentaten unserer neuen Häuptlinge.

Neulich wurde auch mein Enkel auf drei Winnetou-Bände im Bücherschrank aufmerksam, nahm sie heraus und verschlang sie förmlich. Und prompt zu diesem Zeitpunkt kommen Querdenker der anderen Art auf die Idee, eine Neuauflage des Ravensburger Verlags speziell für Kinder zum No-Go zu erklären (sie auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen trauen sie sich noch nicht). Weil die neuen Bücher nicht grün sind wie die May-Klassiker? Nein, den Kulturfundamentalisten geht es um mehr.

Kulturelle Aneignung und Übernahme von fremdenfeindlichen Stereotypen aus der Kolonialzeit“ lautet die Anklage für die beiden Winnetou-Bücher. Werden nun auch Deutschkurse für Ausländer verboten, weil es damit um die organisierte Aneignung der deutschen Sprache geht – eines unserer Kulturgüter? Und werden nun auch keine Bücher mehr in andere Sprachen übersetzt, weil man damit schließlich die Sprachkultur der Schriftsteller exportiert? Ein weiterer Anklagepunkt ist, Indianerinnen würden im Buch mit Ahnen und Tieren sprechen. Na sowas. Steht nun auch das „Sprechen“ mit Hunden oder Katzen auf dem Index? Und die beschriebenen Indianer hätten gestrotzt vor Gold. Dann stimmt es vielleicht gar nicht, dass die Spanier den südlicher lebenden Indianern Gold abgeluchst haben oder es tonnenwiese raubten?

Indianern darf man auch keine „Waffendeals mit Gaunern“ mehr anlasten. Die damaligen „Roten“ sollen das nicht gemacht haben – wirklich nicht? Aber die rot-grünen von heute umso mehr. Und Winnetous Feinde seien damals „dumm wie Kaktusbrot“ gewesen, ist in der Kindersprache zu lesen. So etwas geht natürlich gar nicht; dieses Prädikat darf man nur uns Einheimischen anhängen, denen von der ex-türkischen Antidiskriminierungsbeauftragten Ferda Ataman der Intellekt von „Kartoffeln“ nachgesagt wird. Aber immerhin sind Kartoffeln bekömmlicher als Kaktusbrot und sicher auch nicht dümmer.

Dass ein Türke, Mehmet Kurtulus, im Film den Häuptling Intschu-Tschuna spielen darf, wird nicht als kulturelle Verfremdung angesehen. Was natürlich an der heutigen Realität vorbeigeht: Damals warf sich der „rote“ Winnetou vor den weißen Old Shatterhand und rettete ihn vor der Kugel eines Gauners und somit das Leben. Spätabends im Ersten meinte einer dazu, „total falsch, der weiße Mann hätte den Indianer zu erschießen gehabt!“ Ein Glück, dass solche Geistesblitze nicht tödlich sind.

Heute retten Rote in Berlin und anderswo die Weißen nicht mehr – im Gegenteil. Die politisch Roten geben uns Weißen und Weisen den Rest. Und der bisher erfolgreiche Ravensburger Verlag knickt vor der regenbogenfarbenen Kulturrevolution ein. Die Bücher zum Film werden wohl eingestampft oder im nächsten Winter als Ersatzbrennstoff versteigert. Und es ist vielleicht nur eine Frage der Zeit, dass auch der Film geächtet wird und auf dem Index landet. 1802 verlor Ravensburg seine reichsstädtische Selbständigkeit und wurde bayerisch. Jetzt, 220 Jahr danach, droht Ravensburg mit seiner Kapitulation vor den Kulturrevolutionären auch seine Unschuld zu verlieren.

Diese Kulturrevolution im Lande wird immer skurriler. Wann frisst sie ihre geistigen Kinder? Muss ich meine Karl-May-Bücher nun auch verschwinden lassen, wie unsere Eltern damals Bücher, die dem nationalsozialistischen Zeitgeist nicht mehr entsprachen?

Auch andere haben sich mit der neuen Posse aus deutschen Landen auseinandergesetzt, z.B.:

https://reitschuster.de/post/jetzt-muss-auch-winnetou-den-rassisten-tod-sterben/

Dieser Artikel erscheint auch auf der Webseite des Autors

Kommentarregeln: Bitte keine beleidigenden oder strafbaren Äußerungen. Seid nett zueinander. Das Leben ist hart genug.

10 Kommentare

  1. https://www.karl-may-wiki.de/index.php/Indianerehrung_1928

    Zum Jahresende 1927 wollte man in Sachsen gastieren – in Leipzig, Chemnitz, Dresden. Hans Stosch-Sarrasani, der vor Jahresfrist allen Einwohnern Radebeuls eine Absage erteilen musste, entsann sich diesmal seiner Heimatstadt und schrieb Klara May am 4. Dezember 1927:

    "Es wird Sie sicher interessieren, daß meine Indianer die gleiche Begeisterung für die Werke Ihres Mannes empfinden, wie die deutsche Leserschaft und die übrige Welt. Die Rothäute haben den Wunsch geäußert, das Heim Ihres Mannes kennenzulernen, der ein so glühender und leidenschaftlicher Verehrer ihrer Rasse war. Voller Dankbarkeit wollen sie dem Grab des Mannes, der ihr temperamentvollster Bewunderer gewesen ist, huldigen ...

  2. Und noch verrückter:

    ARD zeigt keine Winnetou-Filme mehr

    26. August 2022

    Die ARD-Sendeanstalten wollen keine Winnetou-Filme mehr ausstrahlen. Es würden keine Filme seit dem Auslaufen der Lizenzverträge mehr gezeigt, teilte die ARD mit, wie die “Bild” schreibt. Auch für die Zukunft seien keine Lizenzkäufe für die Winnetou-Filme geplant.

    Immerhin:
    Der Bayerische Rundfunk (BR) teilte mit, dass er trotzdem auch “weiterhin Filmklassiker zeigen” werde. “Im Einzelfall wird bei allen Filmen stets geprüft, ob der jeweilige Film in unser Programm passt”, sagte eine BR-Sprecherin der “Bild”.
    Das ZDF hingegen besitzt weiterhin “Ausstrahlungsrechte für diverse Karl-May-Filme, die in den nächsten Jahren zur Sendung kommen”, wie ein Sprecher mitteilte, schreibt die Zeitung. (MMnews)

    Na ja, ‘ARD’ Alle ‘verschlesingert’ und ‘verbuhrofft’.

  3. Das Ganze ist so lächerlich, dass man eigentlich darüber kein Wort verlieren müsste, aber das scheint die einzige Sorge unserer Superregierunng zu sein.

  4. Repressive Toleranz, bzw. befreiende Toleranz laut Herbert Marcuse. D.h. alles was aus Sicht der Linken rueckschrittlich ist, konservativ, meritokratisch, rechts, wird nicht toleriert, weder als Tat, noch in Wort und Schrift und schlussendlich nicht einmal als Gedanke. Und damit man nicht einmal auf einen “rechten Gedanken” kommen kann, muss alles was dazu fuehren koennte, gecanceled werden. Toleranz ist jedoch gegenueber allem was sich als links, marxistisch usw. bezeichnet, zu ueben, auch wenn dabei Straftaten veruebt werden.

    Gestern ein Ballerman Lied, heute Winnetou, morgen irgend etwas anderes, was einem akademischen Spastiker aus einer Schwafel-Fakultaet, der sich sein wertloses Studium von Leuten die arbeiten zahlen lies, morgens beim Scheissen einfiel. Und die werden immer weiter machen, weil sie ja an ihr sozialistisches Utopia glauben. Was wuerde der Ravensburger Verlag denn tun, wenn morgen eine Bestellung fuer 100.000 Winnetou Buecher einginge?

  5. Wie in einem Nachbarstrang schon angemerkt zu dem Vorgang:

    „Winnetou“ und die „Indianer“ werden wegzensiert

    | Als Karl May im 19. Jahrhundert seine mittlerweile weltbekannten Indianergeschichten schrieb und veröffentlichte, schöpfte er nicht aus Erfahrungen, sondern aus seiner blühenden Phantasie und aus Erzählungen von Amerika-Heimkehrern, deren Geschichten er als Kegeljunge von den Besuchern einer Kegelbahn mit halbem Ohr mithörte. So wurde er unfreiwillig zum Urvater der „kulturellen Aneignung“ und des „Blackfacings“.
    (Nur, daß man das damals noch nicht als Kampfbegriff kannte, c_c:)

    Erst Anfang des 20. Jahrhunderts bereiste der in die Jahre gekommene Schriftsteller den Orient und den nicht mehr ganz so wilden amerikanischen Westen. Seine Erzählungen schrieb er danach nicht um: Sie waren und sind bis heute reine Fiktion – Literatur eben, keine Völkerkunde.

    Soweit dazu – aber:

    Eine derartige Literatur sollte es nach Meinung mancher Gut- und Bessermenschen nicht geben. Zwar trauen sie sich noch nicht, die Verbannung des historischen Karl May einzufordern, aber zumindest ein Nachfolgewerk haben sie im August 2022 erfolgreich geächtet: Der Verlag Ravensburger hat sich entschieden, das Buch zum Kinofilm „Der junge Häuptling Winnetou“ vom Markt zu nehmen.

    Der am 11. August 2022 angelaufene Film ist eine Nachfolgegeschichte zu „Winnetou“, bei der es um dessen Sohn geht, der ähnliche Abenteuer erlebt wie sein Vater. Alles frei erfunden im Stile Karl Mays.
    Dazu schreibt die „B.Z.“: „Die Kritik lautet: Rassismus und kulturelle Aneignung!“

    In dem Statement auf Instagram erklärte nun Ravensburger (Gender-Punktuation im Original, Anm.): „Unsere Redakteurinnen beschäftigen sich intensiv mit Themen wie Diversität oder kultureller Aneignung. Die Kolleginnen diskutieren die Folgen für das künftige Programm und überarbeiten Titel für Titel, unser bestehendes Sortiment.“

    Weiter erklärt der Verlag: „Die Entscheidung, die Titel zu veröffentlichen, würden wir heute nicht mehr so treffen. Wir haben zum damaligen Zeitpunkt einen Fehler gemacht und wir können euch versichern: Wir lernen daraus!“

    Feiges Einknicken vor dem irrsinnigen , ‘woken’ Zeitgeist, vor dem ‘Fanatismus der Gutmenschen’ (R. Köppel) vom Schlimmsten! Eimer her.

    • Nicht nur Winnetou – auch H.G. Maaßen geht’s – wieder mal – an den Kragen –
      Juristische Berufsverbände und Jura-Fachschaften appellieren:
      Beck-Verlag soll die Zusam­men­ar­beit mit Hans-Georg Maaßen auf­kün­digen
      Fachkundige Autoren wenden sich ab, Anwälte und Richter üben massive Kritik: Trotz seiner umstrittenen politischen Ansichten will der C.H.Beck-Verlag auf CDU-Rechtsaußen und Ex-Verfassungsschützer Maaßen als GG-Kommentator nicht verzichten.
      Schon wieder steht der renommierte juristische Fachverlag C.H.Beck wegen umstrittener Autoren unter Druck: Stein des Anstoßes ist diesmal die Mitarbeit des erzkonservativen CDU-Politikers Hans-Georg Maaßen (59) im Grundgesetz (GG)-Kommentar “Epping/Hillgruber”. Maaßen, der seit dem Erscheinen des Werkes im Jahr 2009 an diesem mitwirkt, soll in der anstehenden Auflage die Art 16 und 16a GG kommentieren. Es hieß, Abgabetermin sei am Montag.    
      In der vergangenen Woche erklärten deshalb Anwältinnen und Hochschullehrer, dass sie unter diesen Bedingungen künftig auf Veröffentlichungen im Beck-Verlag verzichten werden. Ausführlich erläuterte der Staatsrechtler Prof. Dr. Stefan Huster in einem Gastbeitrag für die FAZ, warum er als Kommentator des “Epping/Hillgruber” nicht mehr zur Verfügung steht. Huster, der den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Sozial- und Gesundheitsrecht und Rechtsphilosophie an der Ruhr-Universität Bochum bekleidet, warf Maaßen vor, mit juristisch unhaltbaren Auffassungen “die Axt an die Wurzel von Demokratie und Rechtsstaat” zu legen. “Derartige Positionen möchte ich nicht hoffähig machen, indem ich gemeinsam mit ihren Vertretern unsere Verfassung kommentiere”, so Huster.

      Auch die auf Asyl- und Ausländerrecht
      spezialisierte Dresdner Rechtsanwältin Kati Lang, Mitherausgeberin des “Reports gegen Rechts”,
      hat ein Angebot des Verlages, an einer Formularsammlung zum Migrationsrecht mitzuarbeiten, wegen Maaßen ausgeschlagen. “Jemand der u.a. die Unabhängigkeit der Presse bezweifelt und rassistische Argumentationsmuster nutzt, neben dem will ich nicht veröffentlichen”, schrieb die Anwältin auf Twitter. Ihr gleich tat es auch die die Berliner Migrationsanwältin Myrsini Laaser. Sie weigert sich, im Beck-Verlag zu veröffentlichen, solange Maaßen dort das GG kommentiert.  ( …. )

      https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/beck-verlag-hans-georg-maassen-grundgesetz-kommentar-epping-hillgruber-dav-rav-nrv-brf/

      Ja, ja – Herausgeberin eines ‘Reports gegen Rechts’ – eine wahrhaft hochqualifizierte wissenschaftliche Stimme!

  6. Man moechte es so zusammenfassen:
    die Frechheit, die Ignoranz und die Verlogenheit schlagen in Deutschland Purzelbaeume, sowohl in der Regierung, in der Justiz und auch in den System-Medien.

  7. Wenn Karl May verboten wird, dann darf aber auch nicht mehr Joules Verne, Robert Kraft und so weiter gelesen werden. Eigentlich kein Werk welches vor über 100 Jahren geschrieben wurde. Ich denke mal, keiner der Karl May gelesen hat, möchte Hatschi Halef Omar missen.

  8. Das ganze gesell.-politische Klima in Deutschland ähnelt immer mehr dem eines Theokratie-Staates.
    “Halt den Mund, glaube und marschier mit oder stirb”.
    Thereran oder Kabul lassen grüßen.
    Primitivität und Dummheit tanzen auf der Theke der Eitelkeit!

    • “Theokratie-Staat”
      Woke heißt ja nicht von ungefähr von “Erweckt”. Es handelt sich ganz sicher um eine religiöse Bewegung, wennauch (noch?) ohne ein transzendentales Jenseits.

Kommentarfunktion ist geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: