Mittwoch, 28. September 2022
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50 Jahre nach dem Palästinenser-Anschlag auf Olympia

Erinnerungsort im Olympiapark München (2017) Bild: Katja Brenner, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
  • Der Augenzeuge Robert Krais versprach Israel Freundschaft und
  • gründete den Deutsch-Israelischen-Arbeitskreis Südlicher Oberrhein
  • Bessermenschen kündigen ihm nun wegen Israel die Freundschaft

Robert Krais war Betreuer der israelischen Jugendlichen im Olympiajugendlager 1972 in München. All seine Erinnerungen an sportliche Ereignisse, an die Begegnungen mit weltbekannten Sportlern sind überlagert von jenem Attentat palästinensischer Terroristen auf das Olympische Dorf, das Massaker auf dem Flugfeld in Fürstenfeldbruck mit 17 Toten, unter ihnen elf israelische Sportler. Bei seinem Einsatz bei Olympia war er direkt von diesem Drama betroffen. Wie schon bei Olympia 1968 in Grenoble hatte er als begeisterter Sportler und Mitglied im Fachausschuss für internationale Jugendarbeit der Deutschen Sportjugend (DSJ) auch in München das Jugendcamp mit organisiert, war offizielle Begleitperson der israelischen Jugendlichen.

Im Zeitraffer lässt nun Krais seine schlimme Erinnerung an die Tage vom 5. bis 7. September 1972 Revue passieren. Direkt vom Attentat betroffen war das Jugendlager zwar nicht, aber auch für die israelischen Jugendlichen waren die Olympischen Spiele danach beendet, beklagte Krais. Wie alle überlebenden Israelis kehrten auch die Jugendlichen – von Krais zum Flughafen begleitet – nach Israel zurück. Danach war die Welt für ihn eine andere.

Wie er die Fortsetzung der Spiele „trotz alledem” einstuft? Robert Krais hätte für einen Abbruch vollstes Verständnis gehabt, meinte er mir gegenüber. Andererseits konnte er sich als Sportler auch in die Situation all der andern Sportler hineinversetzen. Die Worte von IOC-Präsident Avery Brundage fanden den Beifall von 80 000 Menschen im Olympiastadion: „Die Spiele müssen weitergehen.“ (soweit aus einem Interview mit Klaus Schade). Sein Leben danach wurde aber ein anderes…

Zwei Jahre später war er Mitbegründer des Deutsch-Israelischen Arbeitskreises Südlicher Oberrhein (DIA). Auch leitete Krais mehrere Sportjugendaustausche mit Israel. Er bot zahlreiche Führungen in südbadischen Orten mit ehemaligen jüdischen Gemeinden Kippenheim und Ettenheim an, setzte sich für die Restaurierung der Synagogen in Kippenheim und Altdorf ein und betrieb die Einladungen an die ehemaligen jüdischen Bürger- und Bürgerinnen von Ettenheim/Altdorf, Kippenheim/Schmieheim, Kenzingen, Rastatt und Villingen (Rust weigerte sich). Krais war die Herzkammer des DIA. Alles war bestens bis dann …

Robert Krais gab den Vorsitz altersbedingt ab – an eine deutsche Jüdin. Simone Schermann lebt hier in Deutschland, hat Verwandte in Israel, die nicht Überlebenden sind in Yad Vashem verewigt. Sie ist eine sympathische und aufgeschlossene Zeitgenossin, die ihren eher säkularen jüdischen Glauben nicht herausstellt. Frau Schermann ist keine Anhängerin der Mehrheitsparteien und erst recht nicht der Grünen und Roten, deren Herzen eher für die Feinde Israels zu schlagen scheinen.

Die neue DIA-Vorsitzende Simone Schermann hält nichts davon, mit „Gedenkarbeit“ nur ermordete Juden zu würdigen. Der Dreh- und Angelpunkt ist für sie der real existierende Staat Israel als Heim- und Zufluchtsstätte der lebenden Juden. Robert Krais ist gleicher Meinung und verwahrte sich mit ihr gegen den Versuch, Israel aus dem Vereinsnamen zu tilgen. Auch ihr Engagement gegen die zunehmende Islamisierung und des damit einhergehenden Antisemitismus stieß auf heftige Ablehnungdurch „Gutmenschen“ und Medien. Hier einige Presseartikel dazu, beginnend mit dieser Seite 7.

Neben der Jüdin Schermann geriet auch Robert Krais zwischen die Fronten. Ihm, der in den Synagogen ein- und ausging und der maßgeblich für deren Restaurierung sorgte, wurde von der kommunalen Obrigkeit die Schlüssel abgenommen. Auch ein Betretungsverbot wurde erwogen. „Das Tischtuch ist zerschnitten“ wie das Heilige Land Israel. Dass es Henryk Broder mit seinem Blog Achgut nicht besser geht, dürfte Robert Krais nur ein schwacher Trost sein.

Der Augenzeuge des palästinensischen Terrors vor 50 Jahren in München gegen seine jungen jüdischen Schützlinge muss nun erleben, wie „Gedenkarbeits-Aktivisten“ zu den 50fachen Holocaust-Vorwürfen des „Palästinenserpräsidenten“ Abbas in Berlin schweigen, wo man von ihm eine Entschuldigung für die Zerstörung unserer so zwanglosen, friedlich fröhlichen Spiele 1972 erwartet hatte.

„Es ist für mich fast so, als ob die damaligen Opfer des Terrors ein zweites Mal sterben“, so der sichtlich gebrochene 80jährige. Was ihn nicht davon abhält, sich erst recht für ISRAEL einzusetzen. Anlässlich des Europäischen Tags der jüdischen Kultur am 4. September und des 50. Jahrestages des Attentats am 5. September wird kein Geringerer als der Publizist Chaim Noll (Interview), den Simone Schermann verpflichten konnte, aus Israel nach Südbaden kommen.

In der Veranstaltung am 20. September 50 Jahre Münchener Olympia-Attentatwerden auch Filmausschnitte von der Trauerfeier und dem Abflug der Israelis gezeigt. Der Vortrag Nolls mit anschließender Diskussion findet statt im Bürgerhaus Ringsheim (BAB-Ausfahrt Rust), beginnend um 19 Uhr. Zur besseren Planung wird um Anmeldung gebeten bei info@dia-ettenheim.de. Der Deutsch-Israelischer-Arbeitskreis Südlicher Oberrhein e.V. (DIA) freut sich auf regen Besuch.

Dieser Artikel erscheint auch auf der Webseite des Autors

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7 Kommentare

  1. Müssten eigentlich nicht die Cheblis und die Atamans sowie die Mazyeks am Ort des Geschehens niederknien, um Buße zu tun ?

    Sind die irgendwo kniend – ggf. mit Kniepolstern von Gucci – gesichtet worden ?

    • Ja und Nein.
      Egentlich müsste “Palistinenser-Präsident” Abbas um Abbitte ersuchen.
      Es waren Moslems (und seitdem immer wieder) die im Namen Allahs Unschuldige umbrachten

      Stattdessen, faselt Steinmeier was von deutschem Versagen und Schuld.
      Irre!

      Für mich, als aussenstehender, der damals als Kind hinterm eisernen Vorhang lebte, stellt sich das so dar:

      Hochrangige deutsche Politiker “scheissen” ins eigene Nest, schaufeln geldgeilen Jammerjuden nach 50 Jahren deutsche Steuermillionen für nichts und wieder nichts hinterher und benutzen die Tragödie für ihre Schuldkeule!

      …!!

      • Lieber Semenchkare,

        es ist schon zutreffend, dass die deutschen Politiker und Unsicherheitsbehörden am damaligen Desaster mitverantwortlich sind, weil damals ernste und konkrete Warnungen ignoriert worden waren, anstatt die Sicherheitsmassnahmen zu forcieren.

        Aber wie üblich werden natürlich nicht die wirklich Verantwortlichen und Versager benannt, sondern es werden alle Deutschen im Rahmen des gepflegten Schuldkults in die Mithaftung genommen, von dieser verlogenen und hinterfotzigen Polit-Bagage.

      • Eine herausragende Eigenschaft der jüdischen Rasse ist ihre Ausdauer. Was sie nicht in dieser Generation erreicht, wird die nächste Generation erreichen. Wenn man sie heute besiegt, heißt es nicht, dass sie endgültig besiegt ist; die Eroberer sterben, aber das Judentum lebt weiter, es vergisst nie und weicht nie von seinem alten Ziel der Weltherrschaft in der einen oder anderen Form ab.
        Henry Ford, November 1920

  2. Zitat:
    ::::::::::::::

    Terror, Tote, VölkerfreundschaftDie DDR und der Nahost-Konflikt

    Sommer 1972: Bei den Olympischen Spielen in München treten zwei ganz unterschiedliche Völker in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Während die Deutsche Demokratische Republik mit sportlichen Höchstleistungen für Furore sorgt, schocken Terroristen der PLO mit der Ermordung von elf israelischen Sportlern die internationale Gemeinschaft. DDR und PLO verbindet ein gemeinsames Ziel …

    Ein Jahr nach München, Ost-Berlin im August 1973: Die DDR hat die Welt zu Gast. Die X. Weltfestspiele der Jugend sind der Gegenentwurf zu den Olympischen Spielen. Unliebsamen Gästen erteilt man kurzerhand Berlin-Verbot, andere werden inhaftiert. Das Sicherheitsaufgebot ist maßlos. Als offizieller „Staatsgast“ tritt Jassir Arafat auf, an der Seite von Erich Honecker wird er hofiert und von den Massen gefeiert. Ausreichend Grund zur Freude besteht: Genau in diesen Tagen öffnet die offizielle PLO-Vertretung in Ost-Berlin ihre Pforten.

    Wie und warum konnte es passieren, dass sich der „antifaschistische“ sozialistische deutsche Staat daran beteiligte, Organisationen und Länder zu unterstützen, die an der Auslöschung des Staates Israel arbeiteten? Was alles taten beide Seiten dafür, aus internationaler Isolation auszubrechen? Und welche Rolle spielten die Geheimdienste, vor allem die ostdeutsche Staatssicherheit, die „Stasi“? Antworten geben unter anderem Dominique Vidal, der als französischer Student bei den Weltfestspielen der Jugend für internationales Renommee sorgen soll und sogar zum Posterboy in den WG-Zimmern ostdeutscher Studentinnen wird, und der Historiker Jeffrey Herf von der Universität Maryland, der mit seinem Buch „Unerklärte Kriege gegen Israel“ mit der Vorstellung des „konsequent antifaschistischen“ Staates DDR aufräumt.
    :::::::::::

    Zitatende

    —>Video Doku

    https://www.arte.tv/de/videos/099614-000-A/terror-tote-voelkerfreundschaft/

    ca 50min.
    :::::::::::::::::::
    …früher SED und DDR, heute SPD/Grüne/Linke und BRD!
    Die Worthülsen sind bekannt.

  3. Habe das noch nicht gehört, würde aber zu dem irregeleitetennSteingeier passen. Ist natürlich duzmmes Zeug.

    Zutreffend ist höchstens, daß die ‘Befreiungs’ – Aktion, die in Fürstenfeldbruck in einem Desaster endete, absolut dilettantisch und stümperhaft geplant und durchgeführt wurde. Dazu gibt es gerade einen ausführlichen Bericht in der ‘JF’.
    Nur als Hinweis – Recht interessant, auch wenn man nichts mehr darüber lesen will…..

    Aber das ist dann auch alles; indessen wissen wir doch, wer uns den ewigen Schuldkult einreden will ……

  4. Ich habe vorhin im Vorbeigehen einen kleinen Teaser (Phoenix/od. Welt) im TV mitbekommen indem sich Steinmeier dahingehen äusserte, als seien wir Deutsche an dem Attentat und seinen Folgen, schuld!

    Diese wiederliche Schuldpropaganda jeglicher Minimalistengruppen bewirkt bei mir genau das Gegenteil. Solche Art der Propaganda, (der Stil/die Machart ,/damals geg. d. Westen, heute gegen D und u.d .deu. Volk/) haben wir hier 40 Jahre ertragen müssen!

    -die mediale Vereinnahmung diverser Gruppen…

    Mir stehts längst bis an der Kotzgrenze!
    Ich will es nicht mehr sehen oder hören und drüber lesen auch nicht!

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