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Befreiungs-Liberalismus

oder die Ent-Kategorisierung von allem.

Ein zeitnaher Grundgedanke dazu kam von Nietzsche. Die Umwertung aller Werte. Zum einen gibt es „die Wahrheit“TM nicht, aber anstatt es wie Popper zu formulieren, dass es eben immer vorläufige Wahrheiten im wissenschaftlichen Sinne gibt, haben sich die französischen Postmodernisten in der Nicht-Existenz der Wahrheit gesuhlt, und die Wahrheit individualisiert (sprich: jeder hat seine eigene Wahrheit). Der Glaube an eine übergeordnete, virtuelle Gestalt, wie Gott, die Bibel, als historisch gewachsene Moralphilosophie, wurden immer mehr missachtet, sie galten als Leitlinie nichts mehr, und gaben Raum für einen Nihilismus, der moralphilosophische Grundsätze komplett ablehnte (es ist nur gut, was [temporär] gut für mich ist).

Der Befreiungs-Liberalismus hat mit dem klassischen Liberalismus (nach John Locke) nichts zu tun. Zuerst geht es um die Befreiung von kategorisierenden Begriffen, so wie es die Postmodernisten vorexerziert haben. Es gibt nicht Wahres oder Unwahres, es gibt ein Spektrum. Es gibt nicht Mann oder Frau, es gibt ein Spektrum. Nur eines ist klar kategorisiert: Wer sich diesem Befreiungs-Liberalismus widersetzt, der ist ein ‘Ewiggestriger’ , ein Nazi, ein Faschist, ein Konservativer, Querdenker, usw.

Weiter geht es mit den biologischen Kategorien, wenn man ‘den Menschen’ nicht nur als Sprachkonstrukt, sondern auch als biologisches Konstrukt verneint. Wer sich wie ein Furry (Hund, Katze, etc.) fühlt, darf auf einigen amerikanischen Schulen ein Katzenklo benutzen. Wenn sich ein biologischer Mann heute wie eine Frau fühlt, dann kann er logischerweise auch menstruieren, oder sogar auf einer Abtreibung bestehen (selbst wenn der Uterus fehlt). Wenn ein Behinderter z.B. ein hochmodernes künstliches Bein bekommt, dann ist er schon ein wenig ein Transhumanist. Und wenn irgendwann ein human aussehender Roboter sich wie ein typischer Mensch verhält, dann muss man ihn auch als Menschen akzeptieren.

Sie sehen es auch im Sprachgebrauch der Medien. Eine durch einen Moslem erlittene Vergewaltigung ist ein „Erlebnis“. Pädophile und Päderasten haben einfach ein anderes Verhältnis zu Sex. Wenn ein sogenannter ‘Rechter’ von der Antifa oder Moslems tot geschlagen wird, dann wurde das tägliche Zusammenleben eben neu verhandelt. Wenn man ein Kind im Mutterleib ermordet, dann ist das kein Mord, sondern eine medizinische Leistung, auf die man ein Recht hat. Wenn man die senile Oma nicht mehr pflegen will, dann bringt man sie zur Sterbehilfe, das ist kein Auftragsmord.

Das tägliche Zusammenleben

das wird kaum noch möglich sein, wenn man keine gemeinsamen Werte und keine vereinbarten Kategorien mehr hat. Wer vor ein paar hundert Jahren in eine ganz andere Kultur ausgewandert ist, der kam meist nicht wieder zurück. Nicht weil es ihm dort besser gefiel, sondern weil er die andere Kultur i.d.R. nicht überlebte. Es gibt gute Gründe, warum sich die Kulturen tausende von Jahren nicht friedlich vermischt haben, sondern so was immer zu Mord und Totschlag führte. Verschiedene Kulturen haben unterschiedliche Moralphilosophien. Und das hat sich so entwickelt, weil man eben das tägliche Zusammenleben nicht jeden Tag neu verhandeln will. Man kann auch mit einem Moslem über Gott reden, bis man merkt, dass sein Allah ein ganz anderer Gott ist. Man könnte genauso wenig mit einem 2.000 Jahre alten Griechen über Zeus und Gott reden.

Multikulti kann gar nicht funktionieren, wenn z.B. die Kategorie Gott, oder die Kategorie Mord, in jeder Kultur etwas anderes ist. Der logische Schluss der Postmodernisten, dass man deshalb die Kategorien abschafft, funktioniert einfach nicht, weil sie ja trotzdem weiter existieren. Man kann nur in einer anderen Kultur leben, wenn man sich vollständig assimiliert, d.h. die Kultur mit der man aufgewachsen ist ‘vergisst’ und die neue Kultur lernt und vollständig annimmt. Der Muezzinruf in einer deutschen Stadt ist nur dann akzeptabel, wenn die Bevölkerung akzeptiert, ihre Kultur zu ändern.

Ich denke z.B., dass Putin potemkinsche Dörfer vorgaukelt, wenn er davon spricht, dass in einigen Regionen Moslems, Christen und Juden all ihre Feiertage gemeinsam begehen und sich dabei nicht in die Haare kriegen. Multikulti würde bedeuten, dass man unterschiedliche und sich widersprechende Moralphilosophien als ebenbürtig akzeptiert, was aber zu dem von Nietzsche genannten Nihilismus führen würde. D.h. keiner glaubt mehr an irgend etwas, jeder hat seine individuelle Moral, und wer am Ende recht hat oder gewinnt ist entweder eine Frage der Beliebigkeit, oder der Macht.

Die Beliebigkeit der Macht

Das ist es, was Deutschland in Bezug auf die sogenannte Energiepolitik (als Ingenieur und Physiker meine ich, dass Energie nicht EIN bisschen Politik benötigt) derzeit mit den Grünen erlebt. Die Idee der Grünen war ja, dass man mit sehr flexiblen Gaskraftwerken, den Flatterstrom aus Wind und Sonne stabilisieren kann. Mit Kohle-, Öl- und Atomkraftwerken geht das nicht. Und dieses Gas bekam man sehr billig aus Russland. Vergangenheit. Mit Grundlastkraftwerken muss man die Einspeisung der sogenannten ‘regenerativen’ Energiequellen beschränken, was m.A. viel mehr Sinn ergibt, aber ideologisch abgelehnt wird.

Die irre Entscheidung der Grünen, weil sie nun mal an der Macht sind, ist, lieber Kohlekraftwerke wieder ans Netz zu nehmen, als die ideologisch verpönten Atomkraftwerke, obwohl die praktisch gar kein CO2 ausstoßen. Es ist eine beliebige Entscheidung, weil die Kategorie Grüne, die gar keine Kategorie sein wollen, der nihilistischen Meinung ist, dass Atomstrom nicht gut für sie ist.

Einige Entscheidungen sind nicht reversibel. Wer sich als Trans den Schwanz abschneiden lässt, oder die Gebärmutter entfernen, wird nie wieder in sein Geburtsgeschlecht zurückkehren können. Wer seine AKWs abbaut, wird nie wieder günstigen Grundlaststrom erzeugen können. Wer Wahrheit per Gesetz abschafft, der wird nie wieder rational begründbare Gerichtsentscheidungen treffen können. Wenn die BASF nach China umgezogen ist, dann gibt es die in Deutschland nicht mehr. Wenn die Großbäckerei in Zukunft ungarisches Brot herstellt, dann gibt es von der kein deutsches Brot mehr. Solche Entscheidungen sind entweder gar nicht reversibel, oder brauchen 1-2-3 Generationen um revidiert zu werden. Deshalb scheiße ich auf die unflätigen Kommentare der Leute, die sich nicht vorstellen können auszuwandern, und Auswanderer als Volksverräter bezeichnen. Ihr werdet nicht mehr erleben, dass es besser wird, Jungs. Und die Hoffnung, dass Eure Enkel es erleben ist, vorsichtig ausgedrückt, gewagt.

Eine neue politische Theorie

… die gar nicht so neu ist. Kulturen zwangsweise zu vermischen ist i.W. eine Illusion, die jeder biologischen und historischen Grundlage entbehrt. Moralphilosophische Grundsätze ändern sich nicht innerhalb einer Generation, sondern in sehr langen Zeiträumen. Selbst nach technologischen Schocks, nach Kriegen, und nach wirtschaftlichen Katastrophen greift die Mehrheit der Gesellschaft auf altbekannte Verhaltensweisen zurück, selbst wenn diese nicht mehr so gut funktionieren.

Vielleicht sollten wir akzeptieren, dass es ganz verschiedene Völker und Kulturen gibt, die nicht per Dekret vereinheitlicht (integriert) werden können, was der Philosophie der Globalisten widerspricht. Es wird keinen „Great Reset“ geben. Es wird ihn womöglich in der westlichen Welt geben, was ihren Untergang beschleunigt. Es gibt eine Gegenbewegung, manche bezeichnen es als das „große Erwachen“, welche die Realitäten der Kulturen akzeptiert, und eine natürliche, marktwirtschaftliche Konkurrenz der Kulturen antizipiert. Das nicht, weil es ideologisch so gewollt ist, oder einem politischen Ziel entspricht, sondern weil es in der Geschichte der Menschheit immer so gewesen ist.

Wer kennt den Gewinner eines Pferderennens im Voraus? Wer das wüsste, wäre in wenigen Wochen Millionär.  Wir wissen nicht, welche Kulturen in ZUKUNFT besser abschneiden. Wir wissen aber, dass die mörderische Unterjochung fremder Kulturen, meist scheitert. Die US-Amerikanische Elitenpolitik ist zum Scheitern verurteilt. Es ist nur die Frage, wann der Zeitpunkt gekommen ist.

Innerhalb einer Kultur bestehen große Unterschiede zwischen der ländlichen und der städtischen Kultur. Die Städter verlassen sich darauf und erzwingen es, wenn nötig, dass das Land die nötigen Ressourcen produziert und in der Stadt abliefert. Vielleicht sollten wir wieder akzeptieren, dass Stadt- und Landkultur ganz verschieden sind, so dass es unakzeptabel wird, dass der eine vom anderen regiert wird.

Viel wichtiger als die Trennung von Völkern ist m.A. nach die Trennung und danach freiwillige aber notwendige Kooperation der produzierenden Klassen von den ‘unproduktiven’ Klassen. Ich meine eine politische Trennung, so dass keine der Klassen Macht über die andere ausüben kann. Die bolschewoke Meinung, deren Finanzgebaren und deren Propagandaspielchen haben auf diese Weise effektiv keinen Einfluss auf die Arbeit und den Verdienst der Landwirte, der Fabrikarbeiter, der Ingenieure, Handwerker und Kaufleute. Wenn die Bolschewoken genug Leute finden, die ihnen freiwillig Geld geben, so sei es.

Der Religionskonflikt

Befreiungs-Liberalismus sieht so religiös aus, weil es viele Elemente aus den Religionen benutzt, wie Versprechen zu machen, die nicht einklagbar sind, wie die Naturgesetze außer Kraft zu setzen, wie zufällige Ereignisse in Wunder umzulügen.

In Minneapolis haben die Stadtbewohner, deren halbe Stadt von BLM-Antifa-Horden niedergebrannt wurde, wieder genau die selben Leute gewählt, die das zu verantworten hatten. Auch im Ahrtal, welches unter Bürokratie und Politikversagen leiden musste, wurden wieder die selben Parteien und Politiker gewählt. Selbst offensichtliche Fakten machen keinen Unterschied. Der offensichtliche Beweis, dass eine Ideologie gescheitert ist, ändert für die Gläubigen rein gar nichts.

Mit der Ideologie, dass man sich weder von Fakten noch von Naturgesetzen beeindrucken lässt, um das Ziel eines Schlaraffenlandes für die ausgewählte ‘woke’ Klasse zu erreichen, ist diese Wahlentscheidung sogar in sich konsequent. Dieser Trend wird sich von selbst auch wegen der Demographie nicht wieder umkehren. Selbst wenn sich eine große Gruppe Konservativer aufmacht und den Zerstörern Gewalt androht, lachen die nur und meinen, dass wir uns eh nicht trauen. Und wahrscheinlich haben sie damit sogar recht. Wenn die Mehrheit nicht einmal in der Lage ist, sich wütend auf die Politiker, in eine Wahlkabine zu begeben, und die Idioten abzuwählen, dann ist er auch zu Gewalt nicht bereit. Aber man kann einem Krieg gegen sich selbst nicht teilnahmslos beiseite stehen. Entweder läuft man weg, wie viele russische Ukrainer, oder man schlägt mit aller Härte zurück.

Originalartikel: https://luismanblog.wordpress.com/2022/11/13/befreiungs-liberalismus/

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1 Kommentar

  1. Die Situation in Deutschland im Engeren, im Westen im Weiteren, genau beschrieben.
    Vielen Dank.
    Dem Gesunden, Normalen bleibt nur uebrig, wie gesagt, zuschlagen oder sich veraendern, d.h.was man auch weglaufen nennen kann.
    Es gibt noch Laender, wo solche Narren, wie diese Klima-Aktivisten, eine gehoerige Tracht Pruegel bekommen und wo kein linker Anwalt sich darueber aufregt.
    Das sind deswegen keine Laender wie der Iran; es gibt noch Laender, wo der gesunde Menschenverstand noch einigermassen funktioniert.

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