Freitag, 3. Februar 2023
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Juden dürfen auf ihrem Tempelberg nicht beten?

  • Die amtierenden Islamisten im Heiligen Land wollen es nicht
  • Wann werden Muhammad & Co. uns das in Kirchen verbieten?
  • Kurzer Abriss über die Geschichte und den Tempelbergbesuch
jerusalem, dome of the rock, israel
Der Tempelberg. Foto von best-biketours, Pixabay

Israels neuer Minister für nationale Sicherheit Itamar Ben-Gvir besuchte als eine der ersten Amtshandlungen den Tempelberg der Juden. Unbewaffnet, in Begleitung von mutigen Männern, auch von einem Rabbi. Obwohl er sich auf dem Heiligtum der Juden nicht traute zu beten, wurde er von der islamisch dominierten weltöffentlichen Meinung heftig als rechter Polit-Provokateur gegeißelt. Da muss man sich fragen, welches Weltbild spukt in den Köpfen derer, die im Besuch des Tempelberges ein Tabu sehen?

Auf dem Tempelberg stand der Tempel der Juden – von verqueren Islamoberen bestritten. Die heutige „Klagemauer“ ist ein Rest des zerstörten Tempels, der eine riesige Dimension hatte. Über Tage zu sehen ist nur der obere Teil der Westmauer des Tempels, der ursprünglich viel tiefer gründete. Der bisher größte Steinquader wurde mit einem Gewicht von 550 Tonnen berechnet. Deshalb waren die Römer auch nicht in der Lage, im Jahr 70 n. Chr. den Tempel völlig dem Erdboden gleichzumachen, nachdem die jüdischen Zeloten vier Jahre zuvor einen letzten Aufstand gegen die römische Besatzungsmacht unternahmen. Zerstört wurde der unter Herodes erweiterte Tempel, in dem auch der Jude Jesus Christus ein- und ausging.

Die überlebenden Juden und Judenchristen wurden ins Exil verstreut und bauten sich dort ihre Minitempel – Synagogen oder Kirchlein. Irgendwann kamen die Nachfahren vertriebener Juden zurück, aber an die Wiedererrichtung ihres Gotteshauses als „Dritter Tempel“ war nicht zu denken. Denn im 7. Jahrhundert fielen Muhammads Horden im Heiligen Land ein und errichteten auf dem Tempelberg, einem riesigen Trümmerhaufen, zwei Moscheen, die Al-Aqsa-Moschee und den sogenannten Felsendom. Zuvor ebneten sie bzw. ihre Sklaven den Tempelberg ein und nannten ihn „Haram Al Sharif – das Edle Heiligtum“.

Das Raubgut Tempelberg wurde kurzerhand zum islamischen „Heiligtum“ umgewidmet, das zweitgrößte nach Mekka. Ja, Eigentumsfragen sind schließlich Machtfragen, die Deutungshoheit haben die Sieger. Und die islamischen Machtverhältnisse in Jerusalem hielten sich – mit kurzen Unterbrechungen durch die Kreuzzüge – bis ins Jahr 1967. Am 7. Juni eroberten israelische Fallschirmjäger die Altstadt Jerusalems zurück, nachdem die arabischen Nachbarn zu frech geworden waren und den jungen „Judenstaat im Mittelmeer ertränken“ wollten.

Oberst Mordechai Gur verkündet über sein Funkgerät die Botschaft, die Israel in Ekstase versetzte: ‚Der Tempelberg ist in unseren Händen.‘ Zum ersten Mal nach 2000 Jahren ist der Tempelberg wieder unter der Kontrolle des jüdischen Volkes. Einer der ersten Soldaten, die den Tempelberg betraten, war Rabbiner Shlomo Goren, der Chefrabbiner der israelischen Armee.“ Wie es mit dem Tempelberg weiterging, wird hier in der Sendung „Die Juden und der Tempelberg“ anschaulich beschrieben.

Moshe Dayan, der 1967 siegreiche Verteidigungsminister war kein religiöser Jude, sondern ein Politiker, dem die friedliche Fortexistenz Israels, der Heimstatt der Juden, wichtiger war. Dayan wollte um jeden Preis verhindern, dass der Nahost-Konflikt aus einem politischen Kampf um Land zu einem religiösen Krieg wird. Er erklärt in seiner Autobiografie: „Es bestand die Gefahr, dass religiöse Fanatiker des jüdischen oder islamischen Bekenntnisses die Heiligtümer für sich alleine beanspruchen würden.“ So überließ er den gesamten Tempelberg weiter der jordanischen Waqf-Behörde, die das Gebetverbot verhängte. Vielleicht inspiriert durch die Besonderheit der Jerusalemer Grabeskirche, einem Komplex mehrerer Christlicher Kirchen – die traditionell von einer muslimischen Familie gehütet wird, welche die Schlüsselgewalt hat!

Doch als Dayan den arabischen Muslimen den kleinen Finger gab, nahmen sie die ganze Hand. Nicht nur seine, sondern auch den Arm des religiösen Judentums. Diese wollen alleine bestimmen, was auf dem jüdischen Tempelberg erlaubt ist und was nicht. Die Nachgiebigkeit des Feldherrn rächte sich bis in die Neuzeit, wo nun der Besuch des neuen Sicherheitschefs Ben-Gvir Anstoß erregte. Doch ist es nicht falsch, wenn ein Kenner schreibt: Gebt-Mosche-Dayan-die-Schuld-dafür.

Auch christliche Theologen akzeptieren den islamischen Herrschaftsanspruch. Sie legten bei einem Besuch des Tempelbergs ihr Brustkreuz ab. Eine Steilvorlage für die Berliner Kreuzentferner. Und in Sachen jüdischem Selbstverständnis sind sie „päpstlicher als der Papst.“ Z.B. indem man sich den Kopf von Juden zerbricht: Den Tempelberg betrete man nicht, weil man nicht genau wisse, wo der Tempel stand. Doch, das weiß man sehr genau. Nur, wo genau das Allerheiligste des Tempels war, lässt sich nicht metergenau bestimmen. Aber der Tempelberg ist so groß, dass es unwahrscheinlich ist, man trete vertikal genau das innerste jüdische Heiligtum mit Füßen. Im Übrigen: Wer auf dem Tempelberg betet, terrorisiert ihn nicht, wie das von muslimischer Seite getan wird. Und wenn sie in der Al-Aqsa-Moschee zusammenkommen, beten sie vielleicht, wünschen jedoch zuvor erst einmal allen „Ungläubigen“ und Israel den Tod.

Ich war leider seit 2001 nicht mehr in Israel. Aber wenn ich nochmal in Jerusalem bin, will ich auf dem Tempelberg zusammen mit jüdischen Solisten den 23. Psalm von Louis Lewandowski singen (4 Min. zum Anhören), wie ich das schon einmal in der ehemaligen Synagoge in Kippenheim tat. Wir sollten die Zeit nutzen, in unseren Gotteshäusern zu beten und zu singen, bevor es uns fanatische Moslems auch in Deutschland verbieten wollen.

Zur Vertiefung noch einmal zum Deutschlandfunk

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